
Zozobra, auch bekannt als Old Man Gloom, ist eine 15 Meter große Marionette, die jedes Jahr in Santa Fe, New Mexico, verbrannt wird und die kollektive Befreiung von Sorgen und Problemen symbolisiert. Die Veranstaltung findet am Freitag des Labor-Day-Wochenendes im Fort Marcy Park statt und bildet den Auftakt der Fiestas de Santa Fe.

Der Künstler William Howard „Will“ Shuster schuf die erste Zozobra 1924 als Höhepunkt einer privaten Feier für Los Cinco Pintores, eine Gruppe von Künstlern und Schriftstellern, die in den 1920er Jahren nach New Mexico kamen. Inspiriert wurde er von der Tradition der Yaqui, in der Karwoche ein Bild des Judas auf einem Esel durch das Dorf reiten zu lassen und es schließlich anzuzünden. Will Shuster und sein Freund E. Dana Johnson, Redakteur der Lokalzeitung, kamen auf den Namen Zozobra, was im Spanischen so viel wie „Furcht, Angst oder Trauer“ bedeutet. Die Verbrennung fand zunächst im privaten Rahmen statt, wurde aber 1926 zu einem öffentlichen Ereignis. Seitdem wird die Zozobra jedes Jahr am Freitag des Labor-Day-Wochenendes im Fort Marcy Park in Santa Fe verbrannt. Seit 1964 besitzt der Kiwanis-Club die ausschließlichen Urheber- und Markenrechte für diese Tradition, die eine der wichtigsten Spendenaktionen des Clubs ist und als gemeinnützige Veranstaltung zugunsten von Kindern mit Hilfe von Zuschüssen aus dem Reinerlös der Veranstaltung durchgeführt wird. 2008 wurde Zozobra in die New Mexico Tourism Hall of Fame aufgenommen.
Die Figur der Zozobra ist eine der größten Marionetten (Effigien) der Welt und wurde 2008 als größte Puppe bzw. Marionette ins Guinness-Buch der Rekorde aufgenommen. Sie besteht aus Holz, Draht und Baumwollstoff und ist mit geschreddertem Papier gefüllt, darunter oft persönliche Dokumente wie Scheidungsurkunden oder bezahlte Hypotheken, die symbolisch verbrannt werden. Die Figur kann Arme und Kopf bewegen und macht vor der Verbrennung unheimliche Geräusche. Im Vorfeld der Verbrennung bringen die Anwohner ihre „Sorgen“ mit: Zettel mit persönlichen Sorgen, Liebesbriefe, Strafzettel wegen Falschparkens oder andere symbolische Gegenstände, die in die Skulptur gesteckt werden. Während der Veranstaltung findet ein Spektakel statt, bei dem Fackelträger und der Feuergeist Zozobra gegeneinander antreten, was in der brennenden Zerstörung der Skulptur gipfelt, begleitet von einem Feuerwerk.

Die Verbrennung der Zozobra ist ein gemeinschaftlicher Akt der Katharsis, der es den Teilnehmern ermöglicht, ihre Ängste metaphorisch zu vernichten und einer hoffnungsvollen Zukunft entgegenzusehen. Die Veranstaltung zieht jedes Jahr mehr als 60.000 Besucher an, viele weitere verfolgen sie online. 2024 feierte Zozobra sein hundertjähriges Bestehen. Aus diesem Anlass organisierte das New Mexico History Museum eine Ausstellung mit dem Titel „Zozobra: A Fire That Never Goes Out“ (Zozobra: Ein Feuer, das niemals erlischt), die sich mit den Ursprüngen, der Entwicklung und der Bedeutung der Veranstaltung befasste.
Weltweit gibt es viele Bräuche, bei denen eine Puppe oder Figur symbolisch verbrannt wird, um Schuld, Unglück oder Böses zu vertreiben. Hier einige Rituale, die Zozobra ähneln:
Diese Rituale dienen oft als kollektive Reinigung, symbolischer Neuanfang oder soziales Ventil.