Zufit Simon (hebräisch צופית סימון; * 1980) ist eine israelische Tänzerin, Choreografin und Performancekünstlerin. Ihre Arbeiten umfassen zeitgenössischen Tanz und umfassen Körperlichkeit, Protest, Feminismus und gesellschaftspolitische Phänomene.
Simon begann als Vierjährige mit dem Tanz. Sie wurde zunächst im klassischen Tanz geprägt und studierte später zeitgenössischen Tanz an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main. Aus einem zunächst vorübergehenden Aufenthalt in Frankfurt wurde ein mehrjähriges Studium in Deutschland. Sie lebt und arbeitet in Deutschland, insbesondere in München und Berlin. In München stand sie 2002 erstmals in Tower of Babel der Company CobosMika auf der Bühne und trat anschließend in Arbeiten von Sabine Glenz und Micha Purucker auf. Ihre künstlerische Arbeit entwickelte sich zwischen München, Braunschweig und Berlin, wobei die Braunschweiger artblau Tanzwerkstatt ihre Arbeiten von Beginn an förderte und produzierte.
Simon setzt sich in ihrer Arbeit mit gesellschaftspolitischen Phänomenen auseinander und steht in ihren Produktionen oftmals selbst auf der Bühne. Ihr erstes Solo fleischlos gewann 2005 beim Wettbewerb Das beste deutsche Tanzsolo der euro-scene Leipzig den dritten Preis. Mit Meine Mischpuche analysierte sie 2008 familiäre Fragilität, Identität und ihre Familienbezüge zwischen Israel und Deutschland; die Bühne wurde dabei als Feld aus Hunderten von Toneiern beschrieben. Ihre Gefühls-Trilogie mit never the less, all about nothing und piece of something zerlegte in den 2010er-Jahren das Verhältnis von Emotion und Körper in Mimik, Gesten und Bewegung. Das Solo Passable, not Presentable nahm die jüdische Radikalfeministin Shulamith Firestone zum Ausgangspunkt, um politische und private Konflikte auf weibliche Körperlichkeit zu beziehen. Mit Radical Cheerleading übertrug Simon eine in den 1990er-Jahren entstandene queerfeministische Protestform in eine Tanzperformance aus Slogans, Bewegungspräzision, Humor und direkter Publikumsadressierung. Die Produktion wurde 2023 für den Deutschen Theaterpreis Der Faust in der Kategorie Tanz nominiert und eröffnete 2024 das Mainzer Festival Update #4. Bodies in Rebellion führte die Recherche zu choreografierten Protestformen und Machtverhältnissen fort und konzentrierte sich stärker auf den Körper als Instrument des Ausdrucks. Ihr Stück The Fight Club eröffnete am 23. April 2026 das Best OFF Festival Freier Theater in Hannover und analysierte Kampf, Widerstand und männlich kodiertes Imponiergehabe als weitere Variante körperlicher Protestformen. Radical Cheerleading erhielt 2024 den Preis des Best OFF Festivals, wodurch Simon die Eröffnungsproduktion des folgenden Festivals choreografieren konnte. 2025 erhielt Simon den mit 10.000 Euro dotierten Münchner Tanzpreis, welchen die Stadt München seit 1994 alle drei Jahre für ein Lebenswerk oder Gesamtschaffen im Tanz vergibt.
| Personendaten | |
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| NAME | Simon, Zufit |
| KURZBESCHREIBUNG | israelische Tänzerin, Choreografin und Performancekünstlerin |
| GEBURTSDATUM | 1980 |