Ali As

Ali As, 2008

Ali As, bürgerlich Zulfiqar Ali Chaudhry (* 15. Juli 1979 in München), ist ein deutscher Rapper pakistanischer Abstammung aus München. Bis Anfang 2013 war er auch unter dem Namen Ali A$ bekannt. Er steht bei Four Music unter Vertrag.

Leben und Karriere

Chaudhry wuchs im Münchener Stadtteil Solln auf. 1998 absolvierte er sein Abitur in der bayerischen Landeshauptstadt und schrieb sich anschließend an einer Universität für den Fachbereich Theaterwissenschaften ein. Bereits nach einem Monat brach Chaudhry das Studium ab. Er arbeitete im Folgenden als Redakteur für die Talkshow Fliege, die in den Bavaria-Filmstudios präsentiert und von der ARD ausgestrahlt wurde. Es folgte die Arbeit für eine Filmfirma, für die Chaudhry als „Junior-Producer“ tätig war.

Im Alter von fünfzehn Jahren begann der spätere Rapper erstmals Musik zu machen. Er beteiligte sich dabei zunächst in der Gruppe Artzone. 1999 folgten erste Auftritte im Flavaclub in München, wo Chaudhry Freestyles vortrug. 2001 veröffentlichte der Münchener zusammen mit Passt Shawn unter dem Gruppennamen Buff-A-Lot & Passt Shawn die EP Bös witzisch. Ein Jahr später folgte Southern Comfort, ein Album, das Chaudhry mit seiner Gruppe Monaco Lightz, die aus ihm, Weeh 78 und Passt Shawn besteht, aufgenommen hatte.

Die Mitglieder der Gruppe Monaco Lightz beendeten ihre Zusammenarbeit in den folgenden Jahren und Ali As begann als Solokünstler weiterzuarbeiten. Der Rapper veröffentlichte zunächst die Mixtapes A$talavista, Baby! und Ich bin ein Star, holt mich hier raus!. 2006 wurde er von Samy Deluxe auf dem Musiklabel Deluxe Records unter Vertrag genommen. Neben seiner Solokarriere ist Ali As Teil der Formation Der neue Süden. Mit dieser veröffentlichte er 2007 das Mixtape Xklusiv 2 – Der neue Süden. 2007 erschien das Mixtape Wie baut man eine Bombe als erste Veröffentlichung über Deluxe Records. Der Tonträger stellt den ersten Teil der sogenannten „Bomben“-Trilogie dar. Am 16. Mai 2008 wurde das Mixtape Der Countdown läuft als zweiter Teil veröffentlicht.

Im August 2008 wirkte Ali As neben Bintia und Xatar als sogenannter „Rapcoach“ bei der RTL-2-Show Der Bluff mit. Darin sollte der Rapper einen Literaturstudenten in die Rolle eines glaubwürdigen Gangsta-Rappers bringen. Die Medienresonanz auf die Fernsehsendung fiel sehr negativ aus.

Am 17. Oktober sollte das erste Album des Rappers erscheinen. Dieses wurde kurzfristig verschoben und stattdessen eine EP mit dem Titel Wer am 17.10. releast ist doof kostenlos zur Verfügung gestellt. Das Album wurde schließlich am 24. Oktober 2008 unter dem Titel Bombe veröffentlicht und enthält Gastbeiträge von Emory und Samy Deluxe. Die erste Single Ich bin ein Star, holt mich hier raus! erschien am 3. Oktober als „Digital Release“.

Am 19. Dezember 2008 wurde mit Liebling, ich habe das Label geschrumpft ein Sampler des Labels Deluxe Records veröffentlicht. Zu dem Titel Es war einmal von Ali As entstand ein Video. 2009 spielte Ali As eine Rolle in dem Film Nanga Parbat, in dem die Sigi-Löw-Gedächtnisexpedition thematisiert wird.

Im Dezember 2010 veröffentlichte Ali As den Song Der Verweis, der sich gegen Casper richtet.

Von 2011 bis 2013 war Ali As Mitglied in der Crossover-Band Kellerkommando, die traditionelle Volksmusik mit Rap-Elementen, Electro und weiteren Stilmitteln verbindet.

Außerdem veröffentlichte der Münchner mit pakistanischen Wurzeln am 3. Mai 2013 die EP EMWIMO, was für „Ey, Mann, wo ist mein Output?“ steht. Der Titel seiner EP lehnt sich an den Mystery/SciFi - Film „Ey Mann, wo is’ mein Auto?“, so will der Rapper/Künstler mit „Selbsthumor auf die Zeit vor EMWIMO aufmerksam machen“, wo er eher „wenig bis kaum musikalischen Output“ gebracht hat. Dabei wurden bewusst „0815-Beats“ in der EP gemieden. Die EP ist für einige Fans immer noch der geheime Favorit und der Vorreiter der Trilogie Amnesia, Euphoria und Insomnia.

Am 9. Januar 2015 erschien sein zweites Soloalbum Amnesia, das auf Platz 17 der deutschen Albumcharts einstieg, was die erste Chartplatzierung für Ali As als Solokünstler bedeutet. Das dritte Soloalbum Euphoria wurde am 1. April 2016 veröffentlicht und erreichte Rang 6 der deutschen Charts. Die aus diesem Album veröffentlichte Single Lass sie tanzen (Square Dance), auf der auch die Sängerin Namika vertreten ist, wurde für über 200.000 verkaufte Einheiten in Deutschland mit einer Goldenen Schallplatte ausgezeichnet.

Am 30. Juni 2017 erschien mit Insomnia das vierte Soloalbum von Ali As, das Platz 10 der deutschen Charts erreichte.

Im September 2018 war er zusammen mit Joyce Ilg im Podcast Talk-o-mat (Spotify) in einer Live-Ausgabe vom Mit Vergnügen Podcast Fest zu hören.

Am 7. Dezember 2018 erschien das Kollaboalbum Mohamed Ali mit MoTrip. Das Album erreichte Platz 43 der deutschen Charts. 2019 gingen sie gemeinsam auf Tour.

Ali As beim Openair Frauenfeld 2019

Am 9. Oktober 2020 erschien mit Dali das fünfte Soloalbum von Ali As. Es erreichte in Deutschland Platz 36.

Diskografie

Studioalben

Jahr Titel Höchstplatzierung, Gesamtwochen, AuszeichnungChartplatzierungenChartplatzierungen
(Jahr, Titel, Plat­zie­rungen, Wo­chen, Aus­zeich­nungen, Anmer­kungen)
Anmer­kungen
 DE  AT  CH
2008 Bombe — — —
Erstveröffentlichung: 24. Oktober 2008
2015 Amnesia DE17
(1 Wo.)DE
AT46
(1 Wo.)AT
CH37
(1 Wo.)CH
Erstveröffentlichung: 9. Januar 2015
2016 Euphoria DE6
(3 Wo.)DE
AT16
(1 Wo.)AT
CH24
(1 Wo.)CH
Erstveröffentlichung: 25. März 2016
2017 Insomnia DE10
(2 Wo.)DE
AT40
(1 Wo.)AT
CH46
(1 Wo.)CH
Erstveröffentlichung: 30. Juni 2017
2020 Dali DE36
(1 Wo.)DE
— —
Erstveröffentlichung: 9. Oktober 2020

Kollaboalben

Jahr Titel Höchstplatzierung, Gesamtwochen, AuszeichnungChartplatzierungenChartplatzierungen
(Jahr, Titel, Plat­zie­rungen, Wo­chen, Aus­zeich­nungen, Anmer­kungen)
Anmer­kungen
 DE  CH
2018 Mohamed Ali DE43
(1 Wo.)DE
CH90
(1 Wo.)CH
Erstveröffentlichung: 7. Dezember 2018
mit MoTrip

Mixtapes

EPs

Singles

Jahr Titel
Album
Höchstplatzierung, Gesamtwochen, AuszeichnungChartsChartplatzierungen
(Jahr, Titel, Album, Plat­zie­rungen, Wo­chen, Aus­zeich­nungen, Anmer­kungen)
Anmer­kungen
 DE
2016 Lass sie tanzen (Square Dance)
Euphoria
DE37
Platin
Platin

(23 Wo.)DE
Erstveröffentlichung: 3. März 2016
Ali As feat. Namika; Verkäufe: + 600.000
2018 Heroin
–
DE85
(1 Wo.)DE
Erstveröffentlichung: 2. Februar 2018
Juju feat. Ali As
Folgende Lieder erschienen nicht als Single, wurden aber durch das Album zum Download und Streaming bereitgestellt und konnten somit eine Platzierung erlangen:
 
2016 Schwarze Rosen
Imperator
DE75
(1 Wo.)DE
Charteinstieg: 16. Dezember 2016
Kollegah feat. Ali As

Weitere Singles

Weitere Veröffentlichungen

Filmografie

Commons: Ali As – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 laut.de
  2. 1 2 3 Backspin, November 2008, S. 81.
  3. ↑ Juice, Oktober 2008, S. 56.
  4. ↑ Der neue Süden. In: NPL 83 Recordz. (npl83recordz.de [abgerufen am 10. Juni 2018]).
  5. ↑ Der Neue Süden. Abgerufen am 10. Juni 2018.
  6. ↑ https://hiphop.de/release/ali-wie-baut-man-eine-bombe
  7. ↑ Archivierte Kopie (Memento des Originals vom 24. Juni 2018 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  8. ↑ Quotenmeter.de: RTL II-Show «Der Bluff»: Es geht noch schlechter (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Dezember 2017. Suche im Internet Archive)
  9. ↑ Erst Goethe, dann Gangsta. In: Spiegel Online
  10. ↑ Free Downloads von Ali A$, Morlockk Dilemma und V-Mann (Memento vom 25. Oktober 2008 im Internet Archive)
  11. ↑ Ali A$, der Bombenleger (Memento vom 4. Oktober 2008 im Internet Archive)
  12. ↑ Ali As - Ich Bin Ein Star, Holt Mich Hier Raus!
  13. ↑ Video zu Ich bin ein Star, holt mich hier raus! (Memento vom 29. September 2008 im Internet Archive)
  14. ↑ Mzee.com: Es war einmal Ali A$
  15. ↑ Meinrap.de: Ali A$ gibt sein Schauspiel-Debüt. Archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 23. Oktober 2010; abgerufen am 22. Oktober 2010.
  16. ↑ Ali A$ – Der Verweis (Casper Diss) (Memento vom 18. Dezember 2010 im Internet Archive)
  17. ↑ Katja Auer: Franken-Rabber. Die Band "Kellerkommando" aus Bamberg versetzt traditionelle Kerwalieder mit Hip-Hop - und begeistert damit ein internationales Publikum. Welt Online, 8. Januar 2012, abgerufen am 18. Februar 2012.
  18. ↑ Rap.de Artikel über EMWIMO
  19. ↑ Amnesia DE #17
  20. ↑ Euphoria DE #6
  21. ↑ TALK-O-MAT. Abgerufen am 1. November 2018.
  22. ↑ Mit Vergnügen Podcast Fest | LEANDER WATTIG Eventverzeichnis. In: LEANDER WATTIG. (leanderwattig.com [abgerufen am 1. Oktober 2021]).
  23. ↑ Dali DE #36
  24. 1 2 3 Chartquellen: Deutschland Österreich Schweiz
  25. ↑ Auszeichnungen für Musikverkäufe: DE
  26. ↑ Genius.com: Könige ohne Krone abgerufen am 22. Juni 2015
  27. ↑ Genius.com: Dr. Cooper (Allstar Remix) abgerufen am 22. Juli 2015
  28. ↑ Genius.com: Leko Mio abgerufen am 22. Juli 2015
  29. ↑ Genius.com: Blokkhaus Allstars, abgerufen am 22. Juli 2015
  30. ↑ Raptalk.org: Namika – Hellwach EP
Personendaten
NAME Ali As
ALTERNATIVNAMEN Chaudhry, Zulfiqar Ali (Geburtsname); Ali As
KURZBESCHREIBUNG deutscher Rapper
GEBURTSDATUM 15. Juli 1979
GEBURTSORT München, Deutschland