Eine Zweitsprache (L2) ist eine Sprache, die ein Mensch zusätzlich zu seiner Erstsprache erwirbt und in seinem Lebensumfeld verwendet. Im engeren Gebrauch wird sie von einer Fremdsprache unterschieden: Eine Zweitsprache wird auch außerhalb des Unterrichts im Alltag gebraucht, während die Berührung zu einer Fremdsprache häufig vor allem durch Unterricht entsteht. Die Grenze ist nicht immer eindeutig; auch eine Zweitsprache kann im Unterricht gelernt werden.
Eine Zweitsprache kann für die Verständigung in Schule, Beruf und Alltag wichtig sein. Das gilt beispielsweise für Menschen, die in ein anderes Sprachgebiet ziehen, und für Kinder, die zu Hause eine andere Sprache sprechen als in der Schule. Auch in mehrsprachigen Gebieten kann eine weitere Sprache durch den alltäglichen Umgang mit ihr zur Zweitsprache werden. Welche Sprache jemand zuerst gelernt hat, bestimmt für sich genommen nicht, wie gut er eine Zweitsprache später beherrscht.
In Deutschland wird Deutsch als Zweitsprache unter anderem in Integrationskursen unterrichtet. Die Teilnehmenden können die Sprache zugleich außerhalb des Kurses anwenden. Der Erwerb einer Zweitsprache findet somit sowohl im Unterricht als auch durch Gespräche und andere Erfahrungen im Alltag statt.
Der Inbegriff einer Zweitsprache ist eine Sprache, die nach einer ersten Sprache erworben wird und im Lebensumfeld des Verwenders eine wichtige Rolle spielt. Der Erwerb erfolgt teils durch Unterricht, teils durch alltäglichen Sprachgebrauch. Häufig unterscheiden sich die Kenntnisse in Hören, Lesen, Sprechen und Schreiben; auch die Verwendung der Sprache kann je nach Gesprächspartner und Situation wechseln. Wie stark sich jemand mit einer Zweitsprache verbunden fühlt, ist jeweils verschieden. Diese Merkmale beschreiben mögliche Verläufe und gelten nicht für alle Menschen, die eine Zweitsprache sprechen.
In der von Sara Hägi und Joachim Scharloth am Beispiel des Standarddeutschen in der Deutschschweiz beschriebene „Sekundärsprache“ sind Lese- und Hörverstehen vollständig ausgebildet; die Schreibfertigkeit ist ebenfalls vollständig ausgebildet, kann aber weniger unterschiedliche Ausdrucksweisen aufweisen. Auch beim Sprechen stehen im Vergleich zu Menschen, die diese Sprachform zuerst erworben haben, weniger unterschiedliche Ausdrucksweisen zur Verfügung. Das eigene Verstehen wird von den Sprechenden als gut eingeschätzt, das eigene Sprechen und Schreiben hingegen als unzureichend. Die Zweitsprache wird je nach Gespräch seltener verwendet als die zuerst erworbene Sprachform. Die Sprecher fühlen sich ihr in der Regel weniger verbunden; sie steht für sie eher für zweckgebundenen Gebrauch und Abstand. Die Beschreibung des Standarddeutschen in der Schweiz belegt nicht ein allgemeingültiges Bild aller Menschen, die eine Zweitsprache erwerben. In den Vereinigten Staaten zeigen Untersuchungen, dass viele Kinder aus Einwandererfamilien Englisch im Laufe ihrer Schulzeit besser beherrschen als die Sprache ihrer Eltern. Wie sich ihre Kenntnisse in beiden Sprachen entwickeln, ist jedoch unterschiedlich.