Zylinderschach

Zylinderschachbrett
Zylinderschachbrett

Zylinderschach ist eine Schachvariante des klassischen Schachs auf 8 mal 8 Feldern, mit identischen Regeln, nur mit dem entscheidenden Unterschied, dass die a- und die h-Linie miteinander verbunden sind. Man stelle sich das Schachbrett zu einem Zylinder gerollt vor, so dass die linke und die rechte Seite zusammenstoßen. Ein Springer kann also zum Beispiel von h2 nach b3 springen.

Beispiel

Die folgende Schachkomposition illustriert Zugmöglichkeiten auf einem Zylinderschachbrett:

Matt in zwei Zügen
  a b c d e f g h  
8 8
7 7
6 6
5 5
4 4
3 3
2 2
1 1
  a b c d e f g h  

Auf dem normalen Schachbrett setzt Weiß hier ganz einfach mit 1. Ta5xa6 Kb1–c1 2. Ta6–a1 matt. Doch auf dem Zylinderschachbrett geht dies nicht, denn der Bauer ist gedeckt: Schwarz würde 1. … h7xa6! spielen. Richtig ist 1. Ta5–a5! – Weiß macht eine Rundreise und landet wieder am Ausgangspunkt. Nun muss Schwarz 1. … Kb1–c1 ziehen und wird mit 2. Ta5–a1 mattgesetzt.

Rochade

Im Zylinderschach gibt es für die Rochade zwei mögliche Variationen:

Bewertung der Figuren

Im Vergleich zum normalen Schach sind die diagonal ziehenden Figuren Dame und Läufer klar aufgewertet. Sie können nämlich über die Ränder hinaus weit ziehen und eventuell mehr gegnerische Punkte gleichzeitig angreifen als es im normalen Schach möglich wäre. Der Turm verliert in Relation stark an Bedeutung, vor allem, weil mangels Ecken auf dem Schachbrett König und Turm kein Matt mehr erzwingen können.

Varianten

Konsequenzen für schachmathematische Aufgaben

Für das Springerproblem gibt es in Zylinderschach eine viel größere Zahl von Lösungen als auf dem normalen Schachbrett. Hingegen existiert für das Damenproblem keine einzige Lösung mehr.

Historisches

Zylinderschach ist schon sehr alt und wurde bereits vom arabischen Historiker Alī Al-Masudi im 10. Jahrhundert beschrieben.

Siehe auch