Tryparsamid

Strukturformel
Struktur von Tryparsamid
Allgemeines
Freiname Tryparsamid
Andere Namen
  • 4-Arsonophenylglycinamid
  • {4-[(2-Amino-2-oxoethyl)amino]phenyl}arsonsäure-Natriumsalz (IUPAC)
Summenformel
  • C8H11AsN2NaO4
Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer
  • 554-72-3 (Tryparsamid)
  • 6159-29-1 (Tryparsamidhemihydrat)
  • 618-25-7 [4-[(2-amino-2-oxoethyl)amino]phenyl]arsonsäure
EG-Nummer 209-070-9
ECHA-InfoCard 100.008.247
PubChem 23665572
ChemSpider 4938385
Wikidata Q2456821
Arzneistoffangaben
Wirkstoffklasse

Antiprotozoikum

Eigenschaften
Molare Masse
  • 296,0 g·mol−1 (Tryparsamid)
  • 305,1 g·mol−1 (Tryparsamidhemihydrat)
  • 274,1 g·mol−1 ([4-[(2-amino-2-oxoethyl)amino]phenyl]arsonsäure)
Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung aus Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP), ggf. erweitert

Gefahr

H- und P-Sätze H: 331​‐​301​‐​410
P: ?
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa).

Tryparsamid ist eine chemotherapeutisch wirksame Arsenverbindung, die 1915 in den USA von Walter Abraham Jacobs und Michael Heidelberger am New Yorker Rockefeller Institute for Medical Research entwickelt wurde.

Die Substanz kam ab 1922 in Afrika in Arzneimitteln zur Behandlung der durch Trypanosoma brucei hervorgerufenen Schlafkrankheit zum Einsatz, insbesondere bei fortgeschrittenen und chronischen Verläufen, ab 1934 jedoch nur noch in Kombination mit anderen Wirkstoffen wie Suramin. Aufgrund seiner guten Löslichkeit in Wasser konnte es sowohl intramuskulär als auch intravenös verabreicht werden. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde es wegen zunehmender Resistenzentwicklung und zum Teil schwerwiegenden Nebenwirkungen wie Erblindung und Schädigung des Sehnervs in den meisten Ländern mit Ausnahme von Nigeria, wo es bis Anfang der 1970er Jahre in Gebrauch war, durch Melarsoprol abgelöst.

In den USA und einigen anderen Ländern wurde Tryparsamid außerdem zeitweise als Mittel gegen die durch Treponema pallidum ausgelöste Neurosyphilis angewendet.

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Nicht explizit in Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP) gelistet, fällt aber mit der angegebenen Kennzeichnung unter den Gruppeneintrag Arsenverbindungen, mit Ausnahme der namentlich in diesem Anhang bezeichneten in der Datenbank ECHA CHEM der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA), abgerufen am 27. Juli 2024. Hersteller bzw. Inverkehrbringer können die harmonisierte Einstufung und Kennzeichnung erweitern.
  2. ↑ Eintrag zu Arsenverbindungen in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 27. Juli 2024. (JavaScript erforderlich)