| Modularwagen | |
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Modularwagen im Bahnhof Lienz | |
| Nummerierung: | 20–94 000 bis 20–94 070 (ursprüngl. 20–94 058) |
| Anzahl: | 59 |
| Hersteller: | Simmering-Graz-Pauker |
| Baujahr(e): | 1994–1995 |
| Spurweite: | 1435 mm (Normalspur) |
| Länge über Puffer: | 26400 mm |
| Breite: | 2920 mm |
| Drehzapfenabstand: | 18300 mm |
| Leermasse: | 47 t |
| Dienstmasse: | 52 t |
| Höchstgeschwindigkeit: | 200 km/h |
| Kleinster Halbmesser: | 150 m im Zugverband |
| Zugheizung: | 1000 V |
| Sitzplätze: | 78 |
| Fußbodenhöhe: | 1250 mm |
| Klasse(n): | 2. Klasse |
Die sogenannten Modularwagen sind eine Bauart von Reisezugwagen, die ab 1994 von SGP im Werk Simmering für die ÖBB produziert und als Reihe 20–94 in Dienst gestellt wurden. Eng verwandt mit den Wagen ist der Railjet 1. Generation, welcher auf Basis der Modularwagen entwickelt wurde.

Ab 1994 ergänzten die ÖBB ihren Wagenpark um 59 Großraumwagen zweiter Klasse der Bauart Bmpz 20–94. Vorgesehen war, diese Wagen mit modularer Inneneinrichtungen und Klassen bei gleichem Wagenkasten versehen zu können. Mit diesen Wagen sollten die Inlandsreisezugwagen auf Fernverkehrsverbindungen ersetzt werden. Es blieb jedoch von Anfang an bei den 59 Wagen 2. Klasse, von denen zwar 19 Stück als 1. Klasse bestellt wurden, die Bestellung jedoch noch vor Auslieferung abgeändert wurde.
Die Modularwagen gehören nicht mehr zur Eurofimabauart. Diese bereits ab Werk druckertüchtigten Wagen haben einen kürzeren Drehzapfenabstand, einen breiteren Wagenkasten mit schrägen Seitenwänden und eine Einspannungs-Energieversorgung mit 1000 V, sie sind daher nicht RIC-fähig und nur für Österreich, Deutschland und die Schweiz zugelassen.

Die Wagen wurden ähnlich den Eurofima-Wagen und deren Nachbauten zwischen 2002 und 2009 einem Upgrade unterzogen. Die Lackierung erfolgte fortan nicht mehr im Valousek-Design, sondern in den Grautönen NCS S 4502 B und NCS S 2502 B für die Seitenwände und Fensterband. Die Stirnwände, Schürzen und Fahrwerke wurden in Dunkelgrau (NCS S 6502 B), die Dächer und Längsträger in Verkehrsrot (RAL 3020) lackiert. Die Inneneinrichtung im Design der 1990er Jahre mit Decke und Wandverkleidungen in Unifarben, sowie Motiven moderner Kunst, wurde durch hellgrau und ein helles Holzdekor ersetzt. Die Sitzbezüge waren ursprünglich grau-gemustert mit blauen Kopfstützen, nach dem Upgrade waren diese wie bei allen Wagen des Upgrade-Programmes blau-gemustert.
Das primäre Einsatzgebiet der Modularwagen lag vor Einführung der Railjet-Verbindungen auf der Westbahn ab Wien, ergänzt durch Relationen nach Graz und Villach sowie internationale EC-Verbindungen nach Deutschland und in die Schweiz.
Im Jahr 2016 wurden zwölf Wagen mit großen Fahrradstellplätzen für den Einsatz auf dem REX 200 versehen und zur Reihe Bmpvz 84–94 umbezeichnet. 2017 wurde dieser Umbau rückgängig gemacht, nachdem die Leistungen durch Neufahrzeuge der Baureihe 4746 übernommen wurden. Die betroffenen Wagen wurden anschließend mit den Ordnungsnummern 20–94 059 bis 070 bezeichnet.
Mit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2025 und Einführung der Interregio-Verbindungen endeten die Einsätze in den IC- und EC-Zügen von Graz nach Linz, Salzburg, Innsbruck sowie nach Deutschland. Mangels Zulassung für die Koralmbahn beschränkt sich das Einsatzgebiet im Fernverkehr im Wesentlichen auf die Weststrecke sowie auf die Relationen Wien-Kärnten (über den Neumarkter Sattel) und Wien-Graz. Ergänzend dienen einzelne Wagen als Verstärker an Starkreisetagen sowie in internationalen Verbindungen. Hinzu kommen Einsätze im Regionalverkehr, wo sie mittelfristig als Ersatz für die CityShuttle-Inlandsreisezugwagen dienen könnten.
Im Jahr 1995 verunfallte der Wagen 20–94 036 drei Wochen nach Auslieferung auf der Arlbergbahn bei Braz. Acht Jahre später wurde er als erster und bisher einziger Modularwagen in Spratzern verschrottet. Seit 2025 sind die Wagen 20–94 000 und 039 ausgemustert sowie 20–94 060 und 068 nach einem Verschubunfall in Wien Westbahnhof abgestellt.

In den Jahren 2000 und 2001 wurden zwanzig druckertüchtigte Liegewagen der Bauart Bcmz 59–91.2 ausgeliefert. Die von Siemens SGP konstruierten und bei Bombardier Dunakeszi endmontierten Fahrzeuge basieren technisch auf den Modularwagen, entsprechen jedoch den Abmessungen des UIC-Z-Standards und sind somit uneingeschränkt international einsetzbar.
Die Wagen der Siemens Viaggio Comfort-Serie, aus welchen der Railjet 1 besteht, basieren ebenso auf der Reihe 20–94. Eine Weiterentwicklung ist die Plattform des Siemens Vectrain, dem die InterJet- und ComfortJet-Wendezüge der ČD angehören.