| Asteroid (1202) Marina | |
|---|---|
| Eigenschaften des Orbits Animation | |
| Orbittyp | Hauptgürtelasteroid |
| Große Halbachse | 3,993 AE |
| Exzentrizität | 0,167 |
| Perihel – Aphel | 3,326 AE – 4,659 AE |
| Neigung der Bahnebene | 3,3° |
| Länge des aufsteigenden Knotens | 49,8° |
| Argument der Periapsis | 308,0° |
| Zeitpunkt des Periheldurchgangs | 28. Dezember 2025 |
| Siderische Umlaufperiode | 7 a 357 d |
| Mittlere Orbitalgeschwindigkeit | 14,80 km/s |
| Physikalische Eigenschaften | |
| Mittlerer Durchmesser | 54,9 km ± 2,6 km |
| Albedo | 0,03 |
| Rotationsperiode | 9 h 27 min |
| Absolute Helligkeit | 10,0 mag |
| Geschichte | |
| Entdecker | Grigori N. Neuimin |
| Datum der Entdeckung | 13. September 1931 |
| Vorläufige Bezeichnung | 1924 WG, 1924 YA, 1931 RL, 1931 TH, 1980 BL3 |
| Quelle: Wenn nicht einzeln anders angegeben, stammen die Daten vom JPL Small-Body Database. Die Zugehörigkeit zu einer Asteroidenfamilie wird automatisch aus der AstDyS-2 Datenbank ermittelt. Bitte auch den Hinweis zu Asteroidenartikeln beachten. | |
(1202) Marina ist ein Asteroid jenseits des äußeren Hauptgürtels, der am 13. September 1931 vom sowjetischen Astronomen Grigori Nikolajewitsch Neuimin am Krim-Observatorium in Simejis bei einer Helligkeit von 13,5 mag entdeckt wurde. Zwei Tage später erfolgte noch eine unabhängige Entdeckung durch Karl Wilhelm Reinmuth an der Landessternwarte Heidelberg-Königstuhl. Nachträglich konnte festgestellt werden, dass das Objekt bereits vom 29. November 1924 bis 18. Februar 1925 mehrfach in Heidelberg fotografiert worden war.
Der Asteroid ist benannt zu Ehren von Marina Davydowna Lawrowa-Berg (1897–1942), wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Pulkowo-Sternwarte.
(1202) Marina wird zwar zu den Hauptgürtelasteroiden gezählt, bewegt sich aber weit außerhalb der Hecuba-Lücke und ist ein Mitglied der Hilda-Gruppe. Diese bewegt sich in einer 3:2-Bahnresonanz mit dem Planeten Jupiter um die Sonne. Obwohl der gegenseitige Bahnabstand (Minimum orbit intersection distance, MOID) von Jupiter und (1202) Marina immer wieder zwischen 0,69 und 0,83 AE schwankte, sind sich die beiden Himmelskörper durch die Bahnresonanz in den vergangenen 10.000 Jahren nie näher gekommen als bis auf etwa 1,53 AE (229 Mio. km).
Aus Ergebnissen der IRAS Minor Planet Survey (IMPS) wurden 1992 erstmals Angaben zu Durchmesser und Albedo für zahlreiche Asteroiden abgeleitet, darunter auch (1202) Marina, für die damals Werte von 54,9 km bzw. 0,03 erhalten wurden.
Eine spektroskopische Untersuchung von acht Hilda-Asteroiden im Juli 1993 am La-Silla-Observatorium in Chile ergab für (1202) Marina eine taxonomische Klassifizierung als DP-Typ.
Photometrische Messungen des Asteroiden fanden erstmals statt vom 13. bis 17. August 1993 am La-Silla-Observatorium. Aus der aufgezeichneten Lichtkurve wurde eine Rotationsperiode von 9,45 h abgeleitet.
Eine photometrische Durchmusterung im Rahmen der Palomar Transient Factory (PTF) am Palomar-Observatorium in Kalifornien ab 2009 ergab in einer Untersuchung von 2015 für die Rotationsperiode von (1202) Marina einen Wert von 9,571 h. Aus thermischen Infrarot-Daten wurde außerdem ein Durchmesser von 63,8 ± 1,3 km abgeleitet.
Aus archivierten Daten des Asteroid Terrestrial-impact Last Alert System (ATLAS) aus dem Zeitraum 2015 bis 2018 wurde dann in einer Untersuchung von 2020 mit der Methode der konvexen Inversion erstmals ein dreidimensionales Gestaltmodell des Asteroiden für zwei alternative Rotationsachsen mit retrograder Rotation und einer Periode von 9,45833 h berechnet.
Am Center for Solar System Studies (CS3) in Colorado und Kalifornien gab es zwei Kampagnen zur photometrischen Beobachtung von (1202) Marina: Messungen vom 9. bis 13. Februar 2020 während vier Nächten wurden zu einer Periode von 9,558 h ausgewertet, neue Messungen vom 19. bis 23. Februar 2021 ergaben jedoch einen verbesserten Wert von 9,461 h.
Zwischen 2012 und 2018 wurden mit der All-Sky Automated Survey for Supernovae (ASAS-SN) auch photometrische Daten von 20.000 Asteroiden aufgezeichnet. Auf mehr als 5000 davon konnte erfolgreich die Methode der konvexen Inversion angewendet werden, darunter auch (1202) Marina, für die in einer Untersuchung von 2021 ein verbessertes dreidimensionales Gestaltmodell für zwei alternative Rotationsachsen mit retrograder Rotation und einer Periode von 9,4580 h berechnet wurde.