| Asteroid (1268) Libya | |
|---|---|
| Eigenschaften des Orbits Animation | |
| Orbittyp | Hauptgürtelasteroid |
| Große Halbachse | 3,985 AE |
| Exzentrizität | 0,104 |
| Perihel – Aphel | 3,570 AE – 4,399 AE |
| Neigung der Bahnebene | 4,4° |
| Länge des aufsteigenden Knotens | 350,9° |
| Argument der Periapsis | 119,1° |
| Zeitpunkt des Periheldurchgangs | 14. Februar 2022 |
| Siderische Umlaufperiode | 7 a 348 d |
| Mittlere Orbitalgeschwindigkeit | 14,88 km/s |
| Physikalische Eigenschaften | |
| Mittlerer Durchmesser | 96,7 km ± 1,2 km |
| Albedo | 0,04 |
| Rotationsperiode | 17 h 34 min |
| Absolute Helligkeit | 9,1 mag |
| Spektralklasse (nach Tholen) |
P |
| Geschichte | |
| Entdecker | Cyril V. Jackson |
| Datum der Entdeckung | 29. April 1930 |
| Vorläufige Bezeichnung | 1929 EA, 1930 HJ, 1930 KN |
| Quelle: Wenn nicht einzeln anders angegeben, stammen die Daten vom JPL Small-Body Database. Die Zugehörigkeit zu einer Asteroidenfamilie wird automatisch aus der AstDyS-2 Datenbank ermittelt. Bitte auch den Hinweis zu Asteroidenartikeln beachten. | |
(1268) Libya ist ein Asteroid jenseits des äußeren Hauptgürtels, der am 29. April 1930 vom südafrikanischen Astronomen Cyril V. Jackson am Union-Observatorium in Johannesburg bei einer Helligkeit von 12,9 mag entdeckt wurde. Nachträglich konnte festgestellt werden, dass er bereits vom 10. März bis 1. April 1929 mehrfach an der Königlichen Sternwarte von Belgien in Uccle/Ukkel fotografiert worden war.
Der Asteroid ist benannt nach dem Land Libyen in Nordafrika, das an das Mittelmeer grenzt.
(1268) Libya wird zwar zu den Hauptgürtelasteroiden gezählt, bewegt sich aber weit außerhalb der Hecuba-Lücke und ist ein Mitglied der Hilda-Gruppe. Diese bewegt sich in einer 3:2-Bahnresonanz mit dem Planeten Jupiter um die Sonne. Obwohl der gegenseitige Bahnabstand (Minimum orbit intersection distance, MOID) von Jupiter und (1268) Libya mit einer Periodizität von etwa 1800 Jahren zwischen 0,70 und 0,85 AE schwankte, sind sich die beiden Himmelskörper durch die Bahnresonanz in den vergangenen 10.000 Jahren nie näher gekommen als bis auf etwa 1,64 AE (246 Mio. km).
Mit Daten radiometrischer Beobachtungen im Infraroten mit der Infrared Telescope Facility (IRTF) am Mauna-Kea-Observatorium auf Hawaiʻi vom 19. Dezember 1980 wurden für (1268) Libya erstmals Werte für den Durchmesser und die Albedo von 95 km und 0,04 bestimmt. Aus Ergebnissen der IRAS Minor Planet Survey (IMPS) wurden 1992 Angaben zu Durchmesser und Albedo für zahlreiche Asteroiden abgeleitet, darunter auch (1268) Libya, für die damals Werte von 94,1 km bzw. 0,04 erhalten wurden. Eine Auswertung von Beobachtungen durch das Projekt NEOWISE im nahen Infrarot speziell für Mitglieder der Hilda-Gruppe führte 2012 zu vorläufigen Werten für den Durchmesser und die Albedo im sichtbaren Bereich von 96,7 km bzw. 0,04.
Eine spektroskopische Untersuchung von acht Hilda-Asteroiden im Juli 1993 am La-Silla-Observatorium in Chile ergab für (1268) Libya eine taxonomische Klassifizierung als PD-Typ.
Photometrische Messungen des Asteroiden fanden erstmals statt am 28. und 29. März 1976 am Mount-Stromlo-Observatorium in Australien. Die aufgezeichneten Daten zeigten keine Veränderlichkeit und konnten nicht weiter ausgewertet werden. Weitere Beobachtungen erfolgten vom 3. bis 14. Juni 1994 am La-Silla-Observatorium. Aus der während sieben Nächten aufgezeichneten Lichtkurve wurde eine Rotationsperiode von 14,05 h abgeleitet.
Neue photometrische Untersuchungen wurden am Center for Solar System Studies (CS3) in Colorado und Kalifornien durchgeführt. Aus Messungen vom 7. bis 11. September 2019 wurde eine Rotationsperiode von 17,572 h bestimmt, während eine Periode im Bereich von 14 Stunden nicht bestätigt werden konnte. Neue Messungen vom 19. bis 21. Februar 2023 während zwei Nächten am Palmer Divide Observatory des CS3 in Colorado erbrachten in der Auswertung dann jedoch wieder eine Periode von 14,11 h. Ein Versuch, die Daten aus 2019 und 2023 jeweils auf die andere Periode anzupassen, führte zu keinen sinnvollen Ergebnissen. Außerdem konnte in den Daten von 2023 noch eine schwache zweite Periodizität von 5,04 h gefunden werden, obwohl der Asteroid keinen Kandidaten für eine Taumelbewegung darstellt. Es wurden weitere Beobachtungen als notwendig erachtet, um das Rätsel zu lösen.