(1941) Wild

Asteroid
(1941) Wild
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Eigenschaften des Orbits Animation
Oskulation für Epoche: 21. November 2025 (JD 2.461.000,5)
Orbittyp Hauptgürtelasteroid
Asteroidenfamilie Schubart-Familie
Große Halbachse 3,958 AE
Exzentrizität 0,289
Perihel – Aphel 2,815 AE – 5,101 AE
Perihel – Aphel  AE –  AE
Neigung der Bahnebene 4,0°
Länge des aufsteigenden Knotens 60,4°
Argument der Periapsis 303,1°
Zeitpunkt des Periheldurchgangs 14. Februar 2027
Siderische Umlaufperiode 7 a 319 d
Siderische Umlaufzeit {{{Umlaufdauer}}}
Mittlere Orbital­geschwin­digkeit {{{Umlaufgeschwindigkeit}}} km/s
Mittlere Orbital­geschwin­digkeit 14,66 km/s
Physikalische Eigenschaften
Mittlerer Durchmesser 17,1 km ± 0,3 km
Abmessungen
Masse Vorlage:Infobox Asteroid/Wartung/Masse kg
Albedo 0,15
Mittlere Dichte g/cm³
Rotationsperiode 2 d 1 h
Absolute Helligkeit 11,9 mag
Spektralklasse {{{Spektralklasse}}}
Spektralklasse
(nach Tholen)
Spektralklasse
(nach SMASSII)
Geschichte
Entdecker Karl Wilhelm Reinmuth
Datum der Entdeckung 6. Oktober 1931
Vorläufige Bezeichnung 1915 UA, 1931 TN1, 1971 SO1
Quelle: Wenn nicht einzeln anders angegeben, stammen die Daten vom JPL Small-Body Database. Die Zugehörigkeit zu einer Asteroidenfamilie wird automatisch aus der AstDyS-2 Datenbank ermittelt. Bitte auch den Hinweis zu Asteroidenartikeln beachten.

(1941) Wild ist ein Asteroid jenseits des äußeren Hauptgürtels, der am 6. Oktober 1931 vom deutschen Astronomen Karl Wilhelm Reinmuth an der Landessternwarte Heidelberg-Königstuhl bei einer Helligkeit von 14,4 mag entdeckt wurde. Nachträglich konnte festgestellt werden, dass er am gleichen Ort bereits am 17. Oktober 1915 fotografiert worden war.

Der Asteroid ist benannt zu Ehren des Schweizer Astronomen Paul Wild vom Astronomischen Institut der Universität Bern, dessen Hauptarbeit die Entdeckung und Beobachtung von Supernovae in anderen Galaxien umfasst. Sein Programm hat auch zur Entdeckung von Kometen und Kleinplaneten geführt, von denen er einige später aufgrund seiner eigenen, unveröffentlichten Bahnbestimmungen wiedergefunden hat.

(1941) Wild wird zwar zu den Hauptgürtelasteroiden gezählt, bewegt sich aber weit außerhalb der Hecuba-Lücke und ist ein Mitglied der Hilda-Gruppe. Diese bewegt sich in einer 3:2-Bahnresonanz mit dem Planeten Jupiter um die Sonne. Durch die große Exzentrizität seiner Umlaufbahn ist (1941) Wild am sonnenfernsten Punkt (Aphel) seiner Bahn derzeit weiter von der Sonne entfernt als Jupiter in seinem sonnennächsten Punkt (Perihel), der Asteroid ist damit ein Jupiterbahnstreifer. Dieser Zustand, der seit etwa 1000 Jahren besteht, wird noch etwa für weitere 750 Jahre anhalten. Obwohl der gegenseitige Bahnabstand (Minimum orbit intersection distance, MOID) von Jupiter und (1941) Wild immer wieder zwischen 0,35 und 0,47 AE schwankte, sind sich die beiden Himmelskörper durch die Bahnresonanz in den vergangenen 10.000 Jahren nie näher gekommen als bis auf etwa 1,95 AE (291 Mio. km). Aufgrund seiner Bahneigenschaften wird (1941) Wild zur Schubart-Familie gezählt.

Wissenschaftliche Auswertung

Eine Auswertung von Beobachtungen durch das Projekt NEOWISE im nahen Infrarot speziell für Mitglieder der Hilda-Gruppe führte 2012 für (1941) Wild zu vorläufigen Werten für den Durchmesser und die Albedo im sichtbaren Bereich von 17,1 km bzw. 0,15.

Photometrische Messungen des Asteroiden fanden erstmals statt am 18. und 19. Oktober 1987 am Kitt-Peak-Nationalobservatorium in Arizona. Aus der in beiden Nächten während jeweils etwa sieben Stunden aufgezeichneten Lichtkurve wurde zunächst eine Rotationsperiode von 9,05 h abgeleitet.

Eine photometrische Durchmusterung im Rahmen der Palomar Transient Factory (PTF) am Palomar-Observatorium in Kalifornien ab 2009 ergab in einer Untersuchung von 2015 für die Rotationsperiode von (1941) Wild jedoch einen deutlich längeren Wert von 45,6 h. Aus thermischen Infrarot-Daten wurde außerdem ein Durchmesser von 17,1 ± 0,3 km abgeleitet.

Dieses Ergebnis konnte auch durch neue Beobachtungen vom 25. November 2020 bis 25. Januar 2021 am Center for Solar System Studies (CS3) in Colorado und Kalifornien bestätigt werden, wo sich aus der während 18 Nächten registrierten Lichtkurve eine Rotationsperiode von 48,523 h bestimmen ließ.

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. ↑ C. E. Spratt: The Hilda group of minor planets. In: Journal of the Royal Astronomical Society of Canada. Band 83, 1989, S. 393–404, bibcode:1989JRASC..83..393S (PDF; 173 kB).
  2. ↑ A. Vitagliano: SOLEX 12.1. Abgerufen am 9. Juli 2020 (englisch).
  3. ↑ T. Grav, A. K. Mainzer, J. Bauer, J. Masiero, T. Spahr, R. S. McMillan, R. Walker, R. Cutri, E. Wright, P. R. Eisenhardt, E. Blauvelt, E. DeBaun, D. Elsbury, T. Gautier IV, S. Gomillion, E. Hand, A. Wilkins: WISE/NEOWISE Observations of the Hilda Population: Preliminary Results. In: The Astrophysical Journal. Band 744, Nr. 2, 2012, S. 1–15, doi:10.1088/0004-637X/744/2/197 (PDF; 3,45 MB).
  4. ↑ R. P. Binzel, L. M. Sauter: Trojan, Hilda, and Cybele asteroids: New lightcurve observations and analysis. In: Icarus. Band 95, Nr. 2, 1992, S. 222–238, doi:10.1016/0019-1035(92)90039-A.
  5. ↑ A. Waszczak, Ch. Chang, E. O. Ofek, R. Laher, F. Masci, D. Levitan, J. Surace, Y. Cheng, W. Ip, D. Kinoshita, G. Helou, T. A. Prince, Sh. Kulkarni: Asteroid Light Curves from the Palomar Transient Factory Survey: Rotation Periods and Phase Functions from Sparse Photometry. In: The Astronomical Journal. Band 150, Nr. 3, 2015, S. 1–35, doi:10.1088/0004-6256/150/3/75 (PDF; 4,63 MB).
  6. ↑ B. D. Warner, R. D. Stephens: Lightcurve Analysis of Hilda Asteroids at the Center for Solar System Studies: 2019 December–2020 April. In: The Minor Planet Bulletin. Bulletin of the Minor Planets Section of the Association of Lunar and Planetary Observers, Band 47, Nr. 3, 2020, S. 196–199, bibcode:2020MPBu...47..196W (PDF; 555 kB).