| Asteroid (3134) Kostinsky | |
|---|---|
| Eigenschaften des Orbits Animation | |
| Orbittyp | Hauptgürtelasteroid |
| Große Halbachse | 3,990 AE |
| Exzentrizität | 0,221 |
| Perihel – Aphel | 3,111 AE – 4,870 AE |
| Neigung der Bahnebene | 7,6° |
| Länge des aufsteigenden Knotens | 256,8° |
| Argument der Periapsis | 161,5° |
| Zeitpunkt des Periheldurchgangs | 16. Juli 2024 |
| Siderische Umlaufperiode | 7 a 355 d |
| Mittlere Orbitalgeschwindigkeit | 14,73 km/s |
| Physikalische Eigenschaften | |
| Mittlerer Durchmesser | 50,4 km ± 0,6 km |
| Albedo | 0,04 |
| Rotationsperiode | 14 h 42 min |
| Absolute Helligkeit | 10,5 mag |
| Geschichte | |
| Entdecker | S. I. Beljawski |
| Datum der Entdeckung | 5. November 1921 |
| Vorläufige Bezeichnung | 1921 VA, 1929 WK, 1931 DO, 1952 ST, 1976 UT3, 1978 CO |
| Quelle: Wenn nicht einzeln anders angegeben, stammen die Daten vom JPL Small-Body Database. Die Zugehörigkeit zu einer Asteroidenfamilie wird automatisch aus der AstDyS-2 Datenbank ermittelt. Bitte auch den Hinweis zu Asteroidenartikeln beachten. | |
(3134) Kostinsky ist ein Asteroid jenseits des äußeren Hauptgürtels, der am 5. November 1921 vom sowjetischen Astronomen Sergei Iwanowitsch Beljawski am Krim-Observatorium in Simejis bei einer Helligkeit von 13,5 mag entdeckt wurde.
Der Asteroid ist benannt nach Sergei Konstantinowitsch Kostinski (1867–1936), einem der Begründer der Astrofotografie und fotografischen Astrometrie in Russland, korrespondierendem Mitglied der Akademie der Wissenschaften der UdSSR und Mitarbeiter des Pulkowo-Observatoriums. Er führte zahlreiche Bestimmungen von Sternparallaxen und Eigenbewegungen durch, erforschte Sternhaufen und Nebel sowie Planeten und ihre Monde.
(3134) Kostinsky wird zwar zu den Hauptgürtelasteroiden gezählt, bewegt sich aber weit außerhalb der Hecuba-Lücke und ist ein Mitglied der Hilda-Gruppe. Diese bewegt sich in einer 3:2-Bahnresonanz mit dem Planeten Jupiter um die Sonne. Obwohl der gegenseitige Bahnabstand (Minimum orbit intersection distance, MOID) von Jupiter und (3134) Kostinsky mit einer Periodizität von etwa 1730 Jahren zwischen 0,49 und 0,95 AE schwankte, sind sich die beiden Himmelskörper durch die Bahnresonanz in den vergangenen 10.000 Jahren nie näher gekommen als bis auf etwa 1,90 AE (284 Mio. km).
Aus Ergebnissen der IRAS Minor Planet Survey (IMPS) wurden 1992 erstmals Angaben zu Durchmesser und Albedo für zahlreiche Asteroiden abgeleitet, darunter auch (3134) Kostinsky, für den damals Werte von 50,0 km bzw. 0,04 erhalten wurden. Eine Auswertung von Beobachtungen durch das Projekt NEOWISE im nahen Infrarot speziell für Mitglieder der Hilda-Gruppe führte 2012 zu vorläufigen Werten für den Durchmesser und die Albedo im sichtbaren Bereich von 50,4 km bzw. 0,04.
Eine spektroskopische Untersuchung von 23 Hilda-Asteroiden im September 1992 am La-Silla-Observatorium in Chile und im Oktober/November 1992 am Roque-de-los-Muchachos-Observatorium auf La Palma ergab für (3134) Kostinsky eine taxonomische Klassifizierung als D-Typ.
Photometrische Messungen des Asteroiden fanden erstmals statt vom 30. Oktober bis 2. November 1991 am Calar-Alto-Observatorium in Spanien und vom 9. bis 11. März 1995 am La-Silla-Observatorium. Aus den aufgezeichneten Lichtkurven wurde eine Rotationsperiode von 14,7 h abgeleitet. Weitere Messungen erfolgten am 18. und 19. November 2008 an der Außenstelle Tschuhujiw des Charkiw-Observatoriums in der Ukraine und am Krim-Observatorium in Simejis. Aus den registrierten Daten konnte in Verbindung mit den Lichtkurven aus 1991 und 1995 für die Rotationsperiode ein verbesserter Wert von 14,7125 h bestimmt werden.
Mit einer Analyse astrometrischer und photometrischer Daten des Gaia DR2-Katalogs im Jahr 2018 konnte mit der Methode der konvexen Inversion für den Asteroiden eine Rotationsachse mit prograder Rotation und einer Periode von 14,6755 h berechnet werden. Aus archivierten Daten des Asteroid Terrestrial-impact Last Alert System (ATLAS) aus dem Zeitraum 2015 bis 2018 konnte dann in einer Untersuchung von 2020 mit der Methode der konvexen Inversion auch eine prograde Rotation sowie eine Periode von 14,6753 h bestimmt werden.
Mit dem Weltraumteleskop Transiting Exoplanet Survey Satellite (TESS) konnten während dessen Durchmusterung des Südhimmels 2018 bis 2019 auch Objekte des Sonnensystems beobachtet werden. Dabei wurden auch die Lichtkurven von fast 10.000 Asteroiden aufgezeichnet. Für (3134) Kostinsky wurde aus Messungen vom 28. März bis 9. April 2019 eine Rotationsperiode von 14,6717 h erhalten. Aus den Daten von ATLAS konnte dann in einer Untersuchung von 2022 mit der Methode der konvexen Inversion noch einmal eine Rotationsperiode von 14,6756 h bestimmt werden.
Im Jahr 2023 wurde aus photometrischen Messungen von Gaia DR3 erstmals ein dreidimensionales Gestaltmodell des Asteroiden für zwei alternative Rotationsachsen mit prograder Rotation und einer Periode von 14,6751 h berechnet. Beobachtungen vom 1. Dezember 2024 bis 17. Januar 2025 im Rahmen einer Zusammenarbeit von sechs Observatorien der Grupo de Observadores de Rotaciones de Asteroides (GORA) in Argentinien, Spanien, Italien und Kroatien wurden zu einer Periode von 14,67 h ausgewertet.