| Asteroid (3290) Azabu | |
|---|---|
| Eigenschaften des Orbits Animation | |
| Orbittyp | Hauptgürtelasteroid |
| Große Halbachse | 3,957 AE |
| Exzentrizität | 0,132 |
| Perihel – Aphel | 3,434 AE – 4,479 AE |
| Neigung der Bahnebene | 2,8° |
| Länge des aufsteigenden Knotens | 75,1° |
| Argument der Periapsis | 108,6° |
| Zeitpunkt des Periheldurchgangs | 25. Januar 2025 |
| Siderische Umlaufperiode | 7 a 318 d |
| Mittlere Orbitalgeschwindigkeit | 14,91 km/s |
| Physikalische Eigenschaften | |
| Mittlerer Durchmesser | 10,2 km ± 0,3 km |
| Albedo | 0,32 |
| Rotationsperiode | 7 h 40 min |
| Absolute Helligkeit | 12,2 mag |
| Geschichte | |
| Entdecker | Tom Gehrels, C. J. van Houten, I. van Houten-Groeneveld |
| Datum der Entdeckung | 19. September 1973 |
| Vorläufige Bezeichnung | 1973 SZ1, 1982 VX2 |
| Quelle: Wenn nicht einzeln anders angegeben, stammen die Daten vom JPL Small-Body Database. Die Zugehörigkeit zu einer Asteroidenfamilie wird automatisch aus der AstDyS-2 Datenbank ermittelt. Bitte auch den Hinweis zu Asteroidenartikeln beachten. | |
(3290) Azabu ist ein Asteroid jenseits des äußeren Hauptgürtels. Am 19. September 1973 entdeckten ihn Cornelis Johannes van Houten und Ingrid van Houten-Groeneveld an der Universität Leiden auf Aufnahmen, die von Tom Gehrels am Palomar-Observatorium in Kalifornien gemacht worden waren. Nachträglich konnte festgestellt werden, dass das Objekt bereits am 8. April 1954 am Palomar-Observatorium fotografiert worden war.
Der Asteroid ist benannt nach Azabu, dem ehemaligen Standort des Astronomischen Observatoriums von Tokio. Das Recht zur Namensgebung wurde von Gehrels mit den japanischen Entdeckern des nachfolgend nummerierten Asteroiden (3291) Dunlap getauscht.
(3290) Azabu wird zwar zu den Hauptgürtelasteroiden gezählt, bewegt sich aber weit außerhalb der Hecuba-Lücke und ist ein Mitglied der Hilda-Gruppe. Diese bewegt sich in einer 3:2-Bahnresonanz mit dem Planeten Jupiter um die Sonne. Obwohl der gegenseitige Bahnabstand (Minimum orbit intersection distance, MOID) von Jupiter und (3290) Azabu immer wieder zwischen 0,44 und 0,51 AE schwankte, sind sich die beiden Himmelskörper durch die Bahnresonanz in den vergangenen 10.000 Jahren nie näher gekommen als bis auf etwa 1,93 AE (289 Mio. km).
Eine Auswertung von Beobachtungen durch das Projekt NEOWISE im nahen Infrarot speziell für Mitglieder der Hilda-Gruppe führte 2012 für (3290) Azabu zu vorläufigen Werten für den Durchmesser und die Albedo im sichtbaren Bereich von 10,2 km bzw. 0,32.
Photometrische Messungen des Asteroiden fanden erstmals statt am 4. Juni 1994 am La-Silla-Observatorium in Chile. Aus der nur während etwa drei Stunden aufgezeichneten Lichtkurve wurde auf eine Rotationsperiode von >12 h geschlossen. Weitere Beobachtungen erfolgten vom 16. bis 18. April 2017 am Center for Solar System Studies (CS3) in Colorado und Kalifornien. Die Lichtkurve wurde zu einer Periode von 7,670 h ausgewertet.
Aus archivierten Daten des Asteroid Terrestrial-impact Last Alert System (ATLAS) aus dem Zeitraum 2015 bis 2018 konnte in einer Untersuchung von 2022 mit der Methode der konvexen Inversion dagegen eine sehr viel längere Rotationsperiode von 168,4 h bestimmt werden.