| Asteroid (601) Nerthus | |
|---|---|
| Berechnetes 3D-Modell von (601) Nerthus | |
| Eigenschaften des Orbits Animation | |
| Orbittyp | Äußerer Hauptgürtel |
| Große Halbachse | 3,136 AE |
| Exzentrizität | 0,107 |
| Perihel – Aphel | 2,800 AE – 3,472 AE |
| Neigung der Bahnebene | 16,2° |
| Länge des aufsteigenden Knotens | 169,2° |
| Argument der Periapsis | 161,8° |
| Zeitpunkt des Periheldurchgangs | 13. August 2023 |
| Siderische Umlaufperiode | 5 a 202 d |
| Mittlere Orbitalgeschwindigkeit | 16,77 km/s |
| Physikalische Eigenschaften | |
| Mittlerer Durchmesser | 75,5 km ± 0,5 km |
| Albedo | 0,04 |
| Rotationsperiode | 13 h 35 min |
| Absolute Helligkeit | 9,7 mag |
| Spektralklasse (nach Tholen) |
X |
| Spektralklasse (nach SMASSII) |
C |
| Geschichte | |
| Entdecker | Max Wolf |
| Datum der Entdeckung | 21. Juni 1906 |
| Vorläufige Bezeichnung | 1906 MC, 1934 NF1, 1940 RB1 |
| Quelle: Wenn nicht einzeln anders angegeben, stammen die Daten vom JPL Small-Body Database. Die Zugehörigkeit zu einer Asteroidenfamilie wird automatisch aus der AstDyS-2 Datenbank ermittelt. Bitte auch den Hinweis zu Asteroidenartikeln beachten. | |
(601) Nerthus ist ein Asteroid des äußeren Hauptgürtels, der am 21. Juni 1906 vom deutschen Astronomen Max Wolf an der Großherzoglichen Bergsternwarte in Heidelberg bei einer Helligkeit von 12,0 mag entdeckt wurde.
Der Asteroid ist benannt nach der germanischen Göttin Nerthus, der Frau des Himmelsgottes.
Aus Ergebnissen der IRAS Minor Planet Survey (IMPS) wurden 1992 Angaben zu Durchmesser und Albedo für zahlreiche Asteroiden abgeleitet, darunter auch (601) Nerthus, für die damals Werte von 73,3 km bzw. 0,05 erhalten wurden. Eine Auswertung von Beobachtungen durch das Projekt NEOWISE im nahen Infrarot führte 2011 zu vorläufigen Werten für den Durchmesser und die Albedo im sichtbaren Bereich von 79,1 km bzw. 0,04. Nach neuen Messungen mit NEOWISE wurden die Werte 2014 auf 75,5 km bzw. 0,04 korrigiert. Nach der Reaktivierung von NEOWISE im Jahr 2013 und Registrierung neuer Daten wurden die Werte 2015 mit 61,6 oder 68,9 km bzw. 0,06 oder 0,05 angegeben, diese Angaben beinhalten aber alle hohe Unsicherheiten.
Eine spektroskopische Untersuchung von 820 Asteroiden zwischen November 1996 und September 2001 am La-Silla-Observatorium in Chile ergab für (601) Nerthus eine taxonomische Klassifizierung als C- bzw. Cb-Typ.
Photometrische Messungen des Asteroiden fanden erstmals statt vom 4. bis 8. Juli 2006 am Santana Observatory und an der Goat Mountain Astronomical Research Station (GMARS) in Kalifornien. Aus der aufgezeichneten Lichtkurve wurde eine Rotationsperiode von 13,59 h bestimmt.
Eine Auswertung von archivierten Lichtkurven des United States Naval Observatory (USNO) in Arizona und der Catalina Sky Survey ermöglichte 2011 erstmals die Berechnung eines dreidimensionalen Gestaltmodells des Asteroiden für zwei alternative Rotationsachsen mit prograder Rotation und einer Periode von 13,5899 h.
Mit dem Weltraumteleskop Transiting Exoplanet Survey Satellite (TESS) konnten während dessen Durchmusterung des Südhimmels 2018 bis 2019 auch Objekte des Sonnensystems beobachtet werden. Dabei wurden auch die Lichtkurven von fast 10.000 Asteroiden aufgezeichnet. Für (601) Nerthus wurde aus Messungen etwa vom 19. bis 30. Oktober 2018 eine Rotationsperiode von 13,5936 h erhalten.
Zwischen 2012 und 2018 wurden mit der All-Sky Automated Survey for Supernovae (ASAS-SN) auch photometrische Daten von 20.000 Asteroiden aufgezeichnet. Auf mehr als 5000 davon konnte erfolgreich die Methode der konvexen Inversion angewendet werden, darunter auch (601) Nerthus, für die in einer Untersuchung von 2021 ein verbessertes dreidimensionales Gestaltmodell für zwei alternative Rotationsachsen mit prograder Rotation und einer Periode von 13,5898 h berechnet wurde.
Aus archivierten Daten des Asteroid Terrestrial-impact Last Alert System (ATLAS) aus dem Zeitraum 2015 bis 2018 konnte in einer Untersuchung von 2022 mit der Methode der konvexen Inversion eine Rotationsperiode von 13,5899 h bestimmt werden.