| Asteroid (615) Roswitha | |
|---|---|
| Eigenschaften des Orbits Animation | |
| Orbittyp | Mittlerer Hauptgürtel |
| Große Halbachse | 2,631 AE |
| Exzentrizität | 0,111 |
| Perihel – Aphel | 2,340 AE – 2,922 AE |
| Neigung der Bahnebene | 2,8° |
| Länge des aufsteigenden Knotens | 13,4° |
| Argument der Periapsis | 246,4° |
| Zeitpunkt des Periheldurchgangs | 23. November 2024 |
| Siderische Umlaufperiode | 4 a 98 d |
| Mittlere Orbitalgeschwindigkeit | 18,31 km/s |
| Physikalische Eigenschaften | |
| Mittlerer Durchmesser | 48,6 km ± 0,3 km |
| Albedo | 0,06 |
| Rotationsperiode | 4 h 25 min |
| Absolute Helligkeit | 10,5 mag |
| Spektralklasse (nach Tholen) |
CX |
| Geschichte | |
| Entdecker | August Kopff |
| Datum der Entdeckung | 11. Oktober 1906 |
| Vorläufige Bezeichnung | 1902 WF, 1902 YA, 1906 TF, 1908 BA |
| Quelle: Wenn nicht einzeln anders angegeben, stammen die Daten vom JPL Small-Body Database. Die Zugehörigkeit zu einer Asteroidenfamilie wird automatisch aus der AstDyS-2 Datenbank ermittelt. Bitte auch den Hinweis zu Asteroidenartikeln beachten. | |
(615) Roswitha ist ein Asteroid des mittleren Hauptgürtels, der am 11. Oktober 1906 vom deutschen Astronomen August Kopff an der Großherzoglichen Bergsternwarte in Heidelberg bei einer Helligkeit von 13,0 mag entdeckt wurde. Nachträglich konnte festgestellt werden, dass er am gleichen Ort bereits am 21. November und 23. Dezember 1902 fotografiert worden war.
Der Asteroid ist benannt zu Ehren der deutschen Dichterin Roswitha von Gandersheim.
Aus Ergebnissen der IRAS Minor Planet Survey (IMPS) wurden 1992 Angaben zu Durchmesser und Albedo für zahlreiche Asteroiden abgeleitet, darunter auch (615) Roswitha, für die damals Werte von 47,9 km bzw. 0,06 erhalten wurden. Eine Auswertung von Beobachtungen durch das Projekt NEOWISE im nahen Infrarot führte 2011 zu vorläufigen Werten für den Durchmesser und die Albedo im sichtbaren Bereich von 51,6 km bzw. 0,05. Nachdem die Werte nach neuen Messungen mit NEOWISE 2012 auf 42,4 km bzw. 0,08 geändert worden waren, wurden sie 2014 auf 48,6 km bzw. 0,06 korrigiert. Nach der Reaktivierung von NEOWISE im Jahr 2013 und Registrierung neuer Daten wurden die Werte 2015 zunächst mit 41,0 oder 59,1 km bzw. 0,05 oder 0,04 angegeben und dann 2016 korrigiert zu 41,1 km bzw. 0,08, diese Angaben beinhalten aber alle hohe Unsicherheiten.
Photometrische Messungen des Asteroiden fanden erstmals statt vom 6. Oktober bis 17. November 2004 an der Außenstelle Tschuhujiw des Charkiw-Observatoriums in der Ukraine und am Krim-Observatorium in Simejis. Aus der während 14 Nächten aufgezeichneten Lichtkurve wurde eine Rotationsperiode von 4,422 h bestimmt. Weitere Beobachtungen erfolgten vom 5. Februar bis 4. März 2013 am Sopot Astronomical Observatory (SAO) in Serbien. Die während drei Nächten registrierte Lichtkurve zeigte nur eine geringe Veränderung, dennoch konnte eine Rotationsperiode von 4,3902 h daraus abgeleitet werden.