| Asteroid (802) Epyaxa | |
|---|---|
| Berechnetes 3D-Modell von (802) Epyaxa | |
| Eigenschaften des Orbits Animation | |
| Orbittyp | Innerer Hauptgürtel |
| Große Halbachse | 2,196 AE |
| Exzentrizität | 0,079 |
| Perihel – Aphel | 2,022 AE – 2,369 AE |
| Neigung der Bahnebene | 5,2° |
| Länge des aufsteigenden Knotens | 7,7° |
| Argument der Periapsis | 115,9° |
| Zeitpunkt des Periheldurchgangs | 7. Juni 2025 |
| Siderische Umlaufperiode | 3 a 93 d |
| Mittlere Orbitalgeschwindigkeit | 20,07 km/s |
| Physikalische Eigenschaften | |
| Mittlerer Durchmesser | 7,4 km ± 0,2 km |
| Albedo | 0,29 |
| Rotationsperiode | 4 h 24 min |
| Absolute Helligkeit | 12,9 mag |
| Geschichte | |
| Entdecker | Max Wolf |
| Datum der Entdeckung | 20. März 1915 |
| Vorläufige Bezeichnung | 1915 FJ, 1930 YK, 1931 AX, 1970 AM1, 1972 XW, 1977 FG3 |
| Quelle: Wenn nicht einzeln anders angegeben, stammen die Daten vom JPL Small-Body Database. Die Zugehörigkeit zu einer Asteroidenfamilie wird automatisch aus der AstDyS-2 Datenbank ermittelt. Bitte auch den Hinweis zu Asteroidenartikeln beachten. | |
(802) Epyaxa ist ein Asteroid des inneren Hauptgürtels, der am 20. März 1915 vom deutschen Astronomen Max Wolf an der Großherzoglichen Bergsternwarte in Heidelberg bei einer Helligkeit von 13,2 mag entdeckt wurde.
Der Asteroid ist benannt nach Epyaxa (um 400 v. Chr.), der Königin von Kilikien an der anatolischen Küste nordöstlich von Zypern. Sie war mit Syennesis III. verheiratet. Das Paar unterstützte den Aufstand von Kyros dem Jüngeren gegen seinen Bruder Artaxerxes II. (Mnemon), wie Xenophon in seiner Anabasis beschreibt. Epyaxa verfügte über ein eigenes Heer und ein beträchtliches Budget. Nach der Niederlage von Kyros bei Kunaxa verschlechterte sich die Lage für Syennesis und Epyaxa, und Kilikien verkam zu einer gewöhnlichen Satrapie.
Eine Auswertung von Beobachtungen durch das Projekt NEOWISE im nahen Infrarot führte 2011 für (802) Epyaxa zu vorläufigen Werten für den Durchmesser und die Albedo im sichtbaren Bereich von 7,4 km bzw. 0,29.
Photometrische Messungen des Asteroiden fanden statt vom 15. bis 18. November 2008 am Bennefeld’s Observatory in Missouri. Aus der während drei Nächten aufgezeichneten Lichtkurve wurde eine Rotationsperiode von 4,389 h bestimmt. Auch kurz darauf stattfindende Beobachtungen am 13. und 14. Januar 2009 am Palmer Divide Observatory (PDO) des Space Science Institute in Colorado konnten dieses Ergebnis mit einer abgeleiteten Periode von 4,392 h bestätigen.
Weitere Messungen erfolgten im Februar/März 2006, Januar 2009 und April 2010 am Observatorium Borówiec in Polen, am Observatorium auf dem Pic du Midi in Frankreich und am South African Astronomical Observatory (SAAO) in Südafrika. Die Lichtkurven wurden zu einer Rotationsperiode von 4,392 h ausgewertet. Beobachtungen am 27. und 28. November 2011 am PDO ergaben eine Rotationsperiode von 4,394 h, während Messungen am 7. und 8. November 2014 am Center for Solar System Studies (CS3) in Kalifornien zu einer Rotationsperiode von 4,389 h führten.
Eine photometrische Durchmusterung im Rahmen der Palomar Transient Factory (PTF) am Palomar-Observatorium in Kalifornien ab 2009 ergab in einer Untersuchung von 2015 für die Rotationsperiode von (802) Epyaxa einen Wert von 4,3902 h. Aus thermischen Infrarot-Daten wurde außerdem ein Durchmesser von 7,4 ± 0,2 km abgeleitet. An der Außenstelle in Rehoboth (New Mexico) des Calvin College in Grand Rapids (Michigan) wurde vom 19. November 2008 bis 27. Februar 2009 eine photometrische Beobachtungsreihe durchgeführt, aus der in einer Untersuchung von 2016 eine Rotationsperiode des Asteroiden von 4,390 h bestimmt wurde.
Im Jahr 2016 führte die Auswertung von archivierten Lichtkurven des United States Naval Observatory (USNO) in Arizona und der Catalina Sky Survey dann erstmals zur Erstellung eines dreidimensionalen Gestaltmodells des Asteroiden für eine Rotationsachse mit retrograder Rotation und einer Periode von 4,39012 h. Eine Revision dieser Daten in Verbindung mit den Beobachtungen von 2008 bis 2014 ergab in einer Untersuchung von 2018 ein verbessertes dreidimensionalen Gestaltmodell ebenfalls mit retrograder Rotation und einer Periode von 4,39012 h. Für dieses Modell konnten mit einer thermophysikalischen Modellierung der WISE-Daten Werte für den volumenäquivalenten Durchmesser und die Albedo von 7,2 ± 0,5 km bzw. 0,27 abgeleitet werden.
Eine Auswertung der Daten des Asteroid Terrestrial-impact Last Alert System (ATLAS) aus den Jahren 2015 bis 2018 bestätigte die Rotationsperiode in einer Untersuchung von 2020 mit 4,390 h, darüber hinaus konnte eine taxonomische Zuordnung mit einer Wahrscheinlichkeit von 12 % für einen C-Typ und 88 % für einen S-Typ angegeben werden.
Zwischen 2012 und 2018 wurden mit der All-Sky Automated Survey for Supernovae (ASAS-SN) auch photometrische Daten von 20.000 Asteroiden aufgezeichnet. Auf mehr als 5000 davon konnte erfolgreich die Methode der konvexen Inversion angewendet werden, darunter auch (802) Epyaxa, für die in einer Untersuchung von 2021 ein verbessertes dreidimensionales Gestaltmodell für eine Rotationsachse mit retrograder Rotation und einer Periode von 4,39012 h berechnet wurde.
Aus den Daten von ATLAS konnte in einer Untersuchung von 2022 mit der Methode der konvexen Inversion noch einmal eine Rotationsperiode von 4,39013 h bestimmt werden. Neue photometrische Beobachtungen des Asteroiden vom 7. bis 9. Dezember 2024 durch eine Gruppe von Amateurastronomen in Spanien bestätigten erneut die Periode mit einem abgeleiteten Wert von 4,392 h.