| Asteroid (804) Hispania | |
|---|---|
| Eigenschaften des Orbits Animation | |
| Orbittyp | Äußerer Hauptgürtel |
| Große Halbachse | 2,837 AE |
| Exzentrizität | 0,142 |
| Perihel – Aphel | 2,435 AE – 3,239 AE |
| Neigung der Bahnebene | 15,4° |
| Länge des aufsteigenden Knotens | 347,5° |
| Argument der Periapsis | 343,8° |
| Zeitpunkt des Periheldurchgangs | 23. März 2027 |
| Siderische Umlaufperiode | 4 a 284 d |
| Mittlere Orbitalgeschwindigkeit | 17,60 km/s |
| Physikalische Eigenschaften | |
| Mittlerer Durchmesser | 138,0 km ± 2,0 km |
| Albedo | 0,05 |
| Rotationsperiode | 14 h 51 min |
| Absolute Helligkeit | 8,0 mag |
| Spektralklasse (nach Tholen) |
PC |
| Spektralklasse (nach SMASSII) |
C |
| Geschichte | |
| Entdecker | Josep Comas i Solà |
| Datum der Entdeckung | 20. März 1915 |
| Vorläufige Bezeichnung | 1903 WA, 1915 FK, 1953 FU1 |
| Quelle: Wenn nicht einzeln anders angegeben, stammen die Daten vom JPL Small-Body Database. Die Zugehörigkeit zu einer Asteroidenfamilie wird automatisch aus der AstDyS-2 Datenbank ermittelt. Bitte auch den Hinweis zu Asteroidenartikeln beachten. | |
(804) Hispania ist ein Asteroid des äußeren Hauptgürtels, der am 20. März 1915 vom katalanischen Astronomen Josep Comas i Solà am Fabra-Observatorium in Barcelona bei einer Helligkeit von 11,8 mag entdeckt wurde. Es war seine erste von elf Asteroidenentdeckungen. Nachträglich konnte festgestellt werden, dass das Objekt bereits am 26. und 28. November 1903 am Tokyo Astronomical Observatory in Japan sowie am 24. und 26. September 1907 am Royal Greenwich Observatory in England fotografiert worden war.
Der Asteroid ist benannt mit dem lateinischen Namen Spaniens. Er ist der erste Asteroid, der in diesem Land entdeckt wurde.
Mit Daten radiometrischer Beobachtungen im Infraroten aus dem Jahr 1974 vom Cerro Tololo Inter-American Observatory (CTIO) in Chile wurden für (804) Hispania erstmals Werte für den Durchmesser und die Albedo von 141 km und 0,05 bestimmt. Aus Ergebnissen der IRAS Minor Planet Survey (IMPS) wurden 1992 Angaben zu Durchmesser und Albedo für zahlreiche Asteroiden abgeleitet, darunter auch (804) Hispania, für die damals Werte von 157,6 km bzw. 0,05 erhalten wurden. Eine Auswertung von Beobachtungen durch das Projekt NEOWISE im nahen Infrarot führte 2011 zu vorläufigen Werten für den Durchmesser und die Albedo im sichtbaren Bereich von 147,0 km bzw. 0,06. Nachdem die Werte nach neuen Messungen mit NEOWISE 2012 auf 138,0 km bzw. 0,07 geändert worden waren, wurden sie 2014 auf 149,7 km bzw. 0,05 korrigiert. Nach der Reaktivierung von NEOWISE im Jahr 2013 und Registrierung neuer Daten wurden die Werte 2015 zunächst mit 135,9 oder 163,7 km bzw. 0,05 oder 0,04 angegeben und dann 2016 korrigiert zu 125,2 km bzw. 0,07, diese Angaben beinhalten aber alle hohe Unsicherheiten.
Eine spektroskopische Untersuchung von 820 Asteroiden zwischen November 1996 und September 2001 am La-Silla-Observatorium in Chile ergab für (804) Hispania eine taxonomische Klassifizierung als C-Typ.
Photometrische Messungen des Asteroiden fanden erstmals statt vom 29. September bis 28. Oktober 1979 am Table Mountain Observatory in Kalifornien. Aus der während sieben Nächten aufgezeichneten Lichtkurve wurde eine Rotationsperiode von 14,851 h bestimmt. Bei weiteren Beobachtungen vom 14. bis 16. März 1982 am La-Silla-Observatorium wurde jedoch auf eine etwa halb so lange Rotationsperiode von 7,42 h geschlossen. Neue Messungen am 4. und 5. März 1983 am La-Silla-Observatorium passten sowohl zu der längeren wie zu der kürzeren Periode.
Aus archivierten Daten aus dem Zeitraum 1979 bis 1987 bestimmte eine Untersuchung von 1992 erstmals eine Position der Rotationsachse und die Achsenverhältnisse eines dreiachsig-ellipsoidischen Gestaltmodells des Asteroiden. Eine Rotationsperiode und der Drehsinn konnten jedoch nicht abgeleitet werden, während Beobachtungen vom 18. bis 23. September 1998 am Observatorio del Teide auf Gran Canaria erneut zu einer kürzeren Periode von 7,405 h ausgewertet wurden.
Neue photometrische Messungen vom 7. bis 13. Oktober 2003 während fünf Nächten am Santana Observatory in Kalifornien ergaben jedoch wieder eine Rotationsperiode von 14,845 h und auch kurz darauf stattfindende Beobachtungen vom 9. bis 28. Dezember 2003 während vier Nächten am Carbuncle Hill Observatory in Rhode Island schienen zwar zuerst auf eine Periode von 7,462 h hinzudeuten, eine Revision der Daten führte dann aber doch zu einer Rotationsperiode von 14,64 h. Weitere Messungen vom 14. bis 21. November 2013 während vier Nächten am Center for Solar System Studies (CS3) in Kalifornien bestätigten dann noch einmal die längere Periode mit einem abgeleiteten Wert von 14,899 h.
Aus archivierten Daten des Asteroid Terrestrial-impact Last Alert System (ATLAS) aus dem Zeitraum 2015 bis 2018 wurde dann in einer Untersuchung von 2020 mit der Methode der konvexen Inversion erstmals ein dreidimensionales Gestaltmodell des Asteroiden für zwei alternative Rotationsachsen, eine nahezu in der Ebene der Ekliptik gelegen und die andere mit retrograder Rotation, sowie eine Periode von 14,8486 h berechnet.
Zwischen 2012 und 2018 wurden mit der All-Sky Automated Survey for Supernovae (ASAS-SN) auch photometrische Daten von 20.000 Asteroiden aufgezeichnet. Auf mehr als 5000 davon konnte erfolgreich die Methode der konvexen Inversion angewendet werden, darunter auch (804) Hispania, für die in einer Untersuchung von 2021 ein verbessertes dreidimensionales Gestaltmodell für zwei alternative Rotationsachsen mit retrograder Rotation und einer Periode von 14,8476 h berechnet wurde. Aus den Daten von ATLAS konnte in einer Untersuchung von 2022 mit der Methode der konvexen Inversion noch einmal eine Rotationsperiode von 14,849 h bestimmt werden.
Durch die astrometrische Auswertung einer nahen Begegnung von (804) Hispania mit dem Asteroiden (1002) Olbersia am 23. März 1982 bis auf einen geringen Abstand von nur etwa 700.000 km bei einer Relativgeschwindigkeit von etwa 1,3 km/s konnte eine Untersuchung von 2011 ihre Masse auf 3,48·1018 kg mit einer Unsicherheit von ±23 % bestimmen. Abschätzungen von Masse und Dichte für den Asteroiden (804) Hispania aufgrund von gravitativen Beeinflussungen auf Testkörper führten in einer Untersuchung von 2012 zu einer Masse von etwa 5,00·1018 kg und mit einem angenommenen Durchmesser von etwa 148 km zu einer Dichte von 2,93 g/cm³ bei keiner Porosität. Die Werte besitzen eine Unsicherheit im Bereich von ±36 %. Eine weitere Untersuchung von 2017 bestimmte die Masse des Asteroiden zu etwa 3,76·1018 kg mit einer Unsicherheit von ±32 %.