| Asteroid (908) Buda | |
|---|---|
| Berechnetes 3D-Modell von (908) Buda | |
| Eigenschaften des Orbits Animation | |
| Orbittyp | Innerer Hauptgürtel |
| Große Halbachse | 2,474 AE |
| Exzentrizität | 0,146 |
| Perihel – Aphel | 2,111 AE – 2,836 AE |
| Neigung der Bahnebene | 13,4° |
| Länge des aufsteigenden Knotens | 85,5° |
| Argument der Periapsis | 23,2° |
| Zeitpunkt des Periheldurchgangs | 29. April 2024 |
| Siderische Umlaufperiode | 3 a 325 d |
| Mittlere Orbitalgeschwindigkeit | 18,84 km/s |
| Physikalische Eigenschaften | |
| Mittlerer Durchmesser | 30,7 km ± 0,5 km |
| Albedo | 0,09 |
| Rotationsperiode | 14 h 34 min |
| Absolute Helligkeit | 10,7 mag |
| Spektralklasse (nach SMASSII) |
L |
| Geschichte | |
| Entdecker | Max Wolf |
| Datum der Entdeckung | 30. November 1918 |
| Vorläufige Bezeichnung | 1918 WD, 1963 ME |
| Quelle: Wenn nicht einzeln anders angegeben, stammen die Daten vom JPL Small-Body Database. Die Zugehörigkeit zu einer Asteroidenfamilie wird automatisch aus der AstDyS-2 Datenbank ermittelt. Bitte auch den Hinweis zu Asteroidenartikeln beachten. | |
(908) Buda ist ein Asteroid des inneren Hauptgürtels, der am 30. November 1918 vom deutschen Astronomen Max Wolf an der Großherzoglichen Bergsternwarte in Heidelberg bei einer Helligkeit von 12,5 mag entdeckt wurde.
Der Asteroid ist benannt nach Buda, dem westlich der Donau liegenden Stadtteil der ungarischen Hauptstadt Budapest.
Aus Ergebnissen der IRAS Minor Planet Survey (IMPS) wurden 1992 erstmals Angaben zu Durchmesser und Albedo für zahlreiche Asteroiden abgeleitet, darunter auch (908) Buda, für die damals Werte von 24,4 km bzw. 0,16 erhalten wurden. Eine Auswertung von Beobachtungen durch das Projekt NEOWISE im nahen Infrarot führte 2011 zu vorläufigen Werten für den Durchmesser und die Albedo im sichtbaren Bereich von 30,7 km bzw. 0,09. Nach der Reaktivierung von NEOWISE im Jahr 2013 und Registrierung neuer Daten wurden die Werte 2016 angegeben mit 29,7 km bzw. 0,10, diese Angaben beinhalten aber hohe Unsicherheiten.
Spektroskopische Beobachtungen mit der Infrared Telescope Facility (IRTF) am Mauna-Kea-Observatorium auf Hawaiʻi am 27. Mai 2009 zeigten ein Spektrum, das auf eine Oberflächenzusammensetzung von (908) Buda aus Metallen mit Olivin hinweist.
Photometrische Messungen des Asteroiden fanden erstmals statt vom 27. Oktober bis 1. November 1984 am McDonald-Observatorium in Texas. Aus der aufgezeichneten Lichtkurve mit geringer Amplitude wurde zunächst eine Rotationsperiode von 18,20 h abgeleitet. Aus weiteren Beobachtungen vom 9. bis 15. März 2009 am Palmer Divide Observatory (PDO) des Space Science Institute in Colorado wurde dann jedoch eine deutlich kürzere Rotationsperiode von 14,572 h bestimmt.
Um mehr Daten zur Berechnung eines Gestaltmodells für den Asteroiden zu liefern, erfolgten weitere Beobachtungen vom 29. August bis 30. Oktober 2015 während elf Nächten und vom 10. bis 31. Dezember 2015 während sechs Nächten im Rahmen einer Zusammenarbeit zwischen dem Blue Mountains Observatory und dem Darling Range Observatory in Australien. Dabei wurden Rotationsperioden von 14,576 bzw. 14,604 h bestimmt.
Im Jahr 2016 führte dann die Auswertung von archivierten Lichtkurven der Lowell Photometric Database und der Beobachtung aus 2009 erstmals zur Erstellung eines dreidimensionalen Gestaltmodells des Asteroiden für zwei alternative Rotationsachsen mit prograder Rotation und einer Periode von 14,57498 h.
Zwischen 2012 und 2018 wurden mit der All-Sky Automated Survey for Supernovae (ASAS-SN) auch photometrische Daten von 20.000 Asteroiden aufgezeichnet. Auf mehr als 5000 davon konnte erfolgreich die Methode der konvexen Inversion angewendet werden, darunter auch (908) Buda, für die in einer Untersuchung von 2021 ein verbessertes dreidimensionales Gestaltmodell für zwei alternative Rotationsachsen mit prograder Rotation und einer Periode von 14,5744 h berechnet wurde. Aus archivierten Daten des Asteroid Terrestrial-impact Last Alert System (ATLAS) aus dem Zeitraum 2015 bis 2018 konnte in einer Untersuchung von 2022 mit der Methode der konvexen Inversion eine Rotationsperiode von 14,574 h bestimmt werden.