24. November: Maximilian II. wird in Frankfurt am Main zum römisch-deutschen König gewählt. Bis 1792 wird der Frankfurter Dom Krönungsort der deutschen Könige und Römisch-deutschen Kaiser sein. Maximilian, der in seiner Jugend dem Protestantismus zugeneigt war, legt zwar ein Bekenntnis zum Katholizismus ab, verfolgt aber kirchenpolitisch wie sein Vater einen Kurs der Kompromisse mit dem Ziel einer friedlichen und dauerhaften Koexistenz von Luthertum und Katholizismus.
Frankreich
Im Edikt von Saint-Germain-en-Laye sichert am 17. Januar die französische Regentin Caterina de’ Medici dem hugenottischen Adel eingeschränkte Glaubensfreiheit im katholisch orientierten Königreich zu. Der auch als 1. Religionsedikt bezeichnete königliche Erlass erlaubt es, in Vorstädten oder draußen auf dem Land dem von der katholischen Gesinnung abweichenden Glauben nachzugehen. Das Parlement de Paris, wo es zu wochenlangen Debatten kommt, weigert sich zunächst, das Edikt zu registrieren. Erst am 6. März wird es nach mehreren königlichen Befehlen in Kraft gesetzt.
Das Blutbad von Wassy, kolorierter Kupferstich von Frans Hogenberg
Januar: Der katholische Adelige George Gordon, 4. Earl of Huntly, kritisiert die Politik der schottischen Königin Maria Stuart gegenüber den Katholiken und fällt deshalb bei ihr in Ungnade. Sie entzieht Huntly das Earldom of Moray und ernennt Anfang Februar ihren Halbbruder Lord James Stewart zum neuen Earl of Moray. Huntly wird geächtet und aufgefordert alle Geschütze des Huntly Castles an die Königin auszuliefern. Dieser beginnt daraufhin im Sommer mit seinen Söhnen einen Aufstand, der von der Königin und James Stewart bis November blutig niedergeschlagen wird.
Die Verserzählung Die tragische Geschichte von Romeus und Juliet von Arthur Brooke erscheint. Sie wird gut dreißig Jahre später William Shakespeare zu seiner berühmten Tragödie Romeo und Julia anregen.
12. Juli: Diego de Landa lässt als Inquisitor von Yucatán bei einem Autodafé Schriften, Bilder und Symbole der Maya verbrennen. Er will damit Indios zum christlichen Glauben bekehren. Nur vier Maya-Codices bleiben erhalten.
Die endgültige Fassung des Genfer Psalters, des zentralen reformierten Gesangbuches, wird in französischer Sprache herausgegeben.
Katastrophen
18. Oktober: Vor der spanischen Küste, nahe Málaga, gerät ein aus 28 Galeeren bestehendes spanisches Geschwader in einen starken Orkan. 25 Galeeren kentern und sinken in meterhohen Wellen, wobei rund 4.000 Seeleute, Seesoldaten und Rudersklaven ertrinken. Unter den Toten ist auch Don Juan de Mendoza, der Geschwaderchef. Nur drei Galeeren erreichen später den Hafen von Málaga.
Der Ausbruch des Vulkans auf Pico führt zu einer Auswanderungswelle von der Azoreninsel.