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1765 | |
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nährt den Widerstand der amerikanischen Kolonien. | |
| 1765 in anderen Kalendern | |
| Armenischer Kalender | 1213/14 (Jahreswechsel Juli) |
| Äthiopischer Kalender | 1757/58 (Jahreswechsel 10./11. September) |
| Bengalischer Solarkalender | 1170/71 (Jahresbeginn 14. oder 15. April) |
| Buddhistische Zeitrechnung | 2308/09 (südlicher Buddhismus); 2307/08 (Alternativberechnung nach Buddhas Parinirvana) |
| Chinesischer Kalender | 74. (75.) Zyklus
Jahr des Holz-Hahns 乙酉 (am Beginn des Jahres Holz-Affe 甲申) |
| Chula Sakarat (Siam, Myanmar) / Dai-Kalender (Vietnam) | 1127/28 (Jahreswechsel April) |
| Dangun-Ära (Korea) | 4098/99 (2./3. Oktober) |
| Iranischer Kalender | 1143/44 (um den 21. März) |
| Islamischer Kalender | 1178/79 (19./20. Juni) |
| Jüdischer Kalender | 5525/26 (15./16. September) |
| Koptischer Kalender | 1481/82 (10./11. September) |
| Malayalam-Kalender | 940/941 |
| Seleukidische Ära | Babylon: 2075/76 (Jahreswechsel April)
Syrien: 2076/77 (Jahreswechsel Oktober) |
| Vikram Sambat (Nepalesischer Kalender) | 1821/22 (Jahreswechsel April) |
Im Jahr 1765 stirbt ganz überraschend Kaiser Franz I. Stephan von Lothringen an einem Schlaganfall oder Herzinfarkt. Sein ältester Sohn Joseph II., der bereits im Vorjahr als Mitregent zum römisch-deutschen König gekrönt worden ist, wird dadurch zum Kaiser des Heiligen Römischen Reichs und offizieller Mitregent seiner Mutter Maria Theresia in den erzherzöglichen Ländern. Das Großherzogtum Toskana geht als Sekundogenitur an den zweitgeborenen Sohn Leopold, mit dem eine Zeit der Reformen beginnt.

Am 23. Januar gibt der kaiserliche Thronfolger Joseph II. gegen seinen Willen auf Druck seiner Mutter Maria Theresia in zweiter Ehe der bayerischen Prinzessin Maria Josepha das Jawort. Sein Bruder, der zukünftige toskanische Großherzog Leopold heiratet am 5. August in Innsbruck die spanische Prinzessin Maria Ludovica, nachdem bereits am 16. Februar 1764 in Madrid eine Trauung per Stellvertreter stattgefunden hat. Anlässlich der Hochzeit wird in der Stadt die Triumphpforte errichtet.

Leopolds Vater Kaiser Franz I. Stephan von Lothringen, der sich nach der Hochzeit seines zweitältesten Sohnes noch in Innsbruck aufhält, stirbt am 18. August überraschend an einem Schlaganfall oder Herzinfarkt. Sein ältester Sohn Joseph II., der bereits im Vorjahr als Mitregent zum römisch-deutschen König gekrönt worden ist, wird dadurch zum Kaiser des Heiligen Römischen Reichs und offizieller Mitregent seiner Mutter Maria Theresia in den erzherzöglichen Ländern. Der Leichnam Franz Stephans wird nach mehrtägiger Aufbahrung nach Wien überstellt und dort am 31. August in der Kapuzinergruft beigesetzt.
Das Großherzogtum Toskana geht als Sekundogenitur an den zweitgeborenen Sohn Leopold, der bereits seit 1761 in die Verwaltung des Landes eingebunden ist. Die wirtschaftliche Lage des Großherzogtums ist zu diesem Zeitpunkt wegen einer großen Hungersnot und der Vernachlässigung durch die vorangegangenen Herrscher ausgesprochen schwierig. Unter den letzten Herrschern aus dem Haus Medici stagnierte die Entwicklung. Auch Leopolds Vater hat sich nicht intensiv um das Land gekümmert und es von Beauftragten verwalten lassen. Außerdem verlangt Leopolds Bruder Joseph II. die Herausgabe der „toskanischen Reservekasse“, was die Beziehung zwischen den Brüdern dauerhaft verschlechtert. Die Leitung der toskanischen Regierung geht unter Leopold von Antoniotto Botta Adorno auf Franz Xaver Wolfgang von Orsini-Rosenberg über, den Leopolds Mutter Maria Theresia auf Leopolds Bitte hin an den Hof von Florenz entsendet. Mit ihm beginnt die Zeit der großen Reformen im Großherzogtum.
Herzog Philipp von Parma, Piacenza und Guastalla stirbt am 18. Juli in Alessandria, während er seine jüngste Tochter Maria Luise auf dem Weg zu ihrer Hochzeit mit Prinz Karl von Asturien begleitet. Nachfolger wird sein 14-jähriger Sohn Ferdinand. Die Hochzeit zwischen Maria Luise und Karl findet am 4. September im Palast von La Granja statt.

Mit der Unterzeichnung der Burloer Konvention im Kloster Mariengarden wird am 19. Oktober die seit Jahrhunderten strittige Staatsgrenze zwischen dem Herzogtum Geldern als Provinz der Vereinigten Niederlande und dem Hochstift Münster endgültig festgelegt. Die getroffenen Regelungen haben im Wesentlichen bis heute Bestand.
Die 1763 errichtete russische Festung Mosdok im Kaukasus, Teil der Kaukasischen Linie, erhält das Stadtrecht. Um die Festung entbrennt ein Konflikt mit dem Volk der Kabardiner.

Der von der Regierung unter Premierminister George Grenville beschlossene britische Stamp Act vom 22. März nährt den Widerstand der Sons of Liberty in den amerikanischen Kolonien. Das Gesetz, das im November in Kraft tritt, bestimmt, dass jedes offizielle Schriftstück und Dokument, aber auch Zeitungen, Karten- und Würfelspiele in den nordamerikanischen Kolonien mit Steuermarken versehen werden müssen. Der Steuer- oder Zollstempel auf Spielkarten hat dabei auf dem Pik-Ass zu sein. Der Hintergrund der ersten direkten Steuer für die Kolonien sind finanzielle Probleme Großbritanniens durch den Siebenjährigen Krieg. Zusätzlich verschlingt die Stationierung von Truppen an der Grenze zum Indianergebiet, die nötig ist, um weitere Konflikte zwischen Siedlern und Indianern zu verhindern, ebenfalls Geld. An diesen Kosten sollen die Kolonien nun beteiligt werden. Aus Sicht der Kolonisten, insbesondere der neu gegründeten Sons of Liberty, handelt es sich hingegen um den Höhepunkt einer Ausbeutungspolitik durch das britische Mutterland. Eine erste Reaktion auf den Stamp Act sind fünf von Patrick Henry eingebrachte Virginia Resolves, die am 30. Mai vom House of Burgesses der Colony of Virginia – wenn auch zum Teil mit sehr knappen Mehrheiten – beschlossen werden.
Weiteren Zündstoff erhält der Konflikt durch den vom britischen Parlament am 24. März beschlossenen und von König George III. am 15. Mai unterschriebenen Quartering Act, mit dem bestimmt wird, dass alle nordamerikanischen Kolonisten britische Soldaten bei sich einzuquartieren haben. Vom 7. bis zum 25. Oktober versammeln sich 27 Delegierte aus neun der dreizehn Kolonien in New York, um über eine gemeinsame Vorgangsweise gegen die Gesetze zu beraten.

William Tryon wird am 10. Juli als Nachfolger des am 28. März verstorbenen Arthur Dobbs zum Gouverneur der Province of North Carolina ernannt und macht die 1710 gegründete Hafenstadt New Bern zur Hauptstadt der britischen Kolonie. Tryon weigert sich bis Ende des Jahres, Sitzungen des Kolonialrats zu genehmigen und verhindert so eine Teilnahme North Carolinas am Stamp Act Congress in New York.

Charles Watson-Wentworth, 2. Marquess of Rockingham, löst im Juli auf Empfehlung von William Augustus, Duke of Cumberland, George Grenville als Premierminister von Großbritannien ab, nachdem letzterer bei König George III. in Ungnade gefallen ist. Rockingham, ein erklärter Gegner des Stamp Act, bemüht sich gemeinsam mit Lordsiegelbewahrer Thomas Pelham-Holles und Außenminister Augustus FitzRoy um eine Verbesserung der Beziehungen mit den Kolonien.
Vor Inkrafttreten des Stamp Act im November müssen alle kolonialen Gouverneure einen Eid leisten, das Gesetz tatsächlich umzusetzen. Samuel Ward, der erst in diesem Jahr seinen langjährigen Konkurrenten Stephen Hopkins bei der Wahl in der Colony of Rhode Island and Providence Plantations geschlagen hat, ist der einzige Gouverneur, der sich weigert, diesen Eid zu leisten.

Der britische Admiral John Byron läuft auf seiner im Vorjahr begonnenen Weltumsegelung vom patagonischen Hafen Puerto Deseado aus, landet auf Saunders Island bei Westfalkland, gründet Port Egmont und nimmt die gesamte Inselgruppe der Falklandinseln für die britische Krone in Besitz, ohne zu wissen, dass sich zu diesem Zeitpunkt bereits eine im Vorjahr von Louis Antoine de Bougainville gegründete französische Siedlung auf den Inseln befindet.
Anschließend segelt die aus den beiden Schiffen Dolphin und Tamar bestehende kleine Flotte durch die Magellanstraße in den Pazifik und läuft als erstes die Insel Mas Afuera an – eine der Juan-Fernández-Inseln. Mit nordwestlichem Kurs geht es nach Takaroa, wo Byron trotz unfreundlichem Empfang landet, um sich mit frischem Proviant zu versorgen. Nachdem man westwärts durch verschiedene Inselgruppen gesegelt ist, und dabei als erste Europäer die Tokelau-Insel Duke of York’s Island (4. Juni) und einige Gilbert-Inseln gesichtet hat, landet Byron am 30. Juni auf Tinian (Nördliche Marianen), wo die Expedition neun Wochen bleibt, bevor sie sich in westlicher Richtung auf den Heimweg macht.
Großbritannien gründet die Kronkolonie Senegambia als erste Kolonie in Westafrika. Das Königreich Großbritannien hat das Gebiet 1763 nach dem Siebenjährigen Krieg von Frankreich übernommen.
Im Siamesisch-Birmanischen Krieg nimmt der birmanische Herrscher Hsinbyushin aus der Konbaung-Dynastie das siamesische Königreich Ayutthaya unter Ekathat von Norden und Westen in die Zange und seine Einheiten rücken dabei rasch auf die Hauptstadt Ayutthaya vor. Im gleichen Jahr verlegt Hsinbyushin seine Hauptstadt von Sagaing nach Ava.
Abd al-Aziz ibn Muhammad wird nach dem Tod seines Vaters Muhammad ibn Saud zweiter Imam der saudischen Dynastie.



Mit der Päpstlichen Bulle Apostolicum pascendi bestätigt Papst Clemens XIII. trotz großen politischen Widerständen den Orden der Jesuiten.
Als Bestandteil des 1745 errichteten Olivetanerklosters Santa Maria dello Spasimo in Palermo wird auf den Grundmauern einer frühchristlichen Kirche des 4. Jahrhunderts die Kirche San Giorgio in Kemonia in ihrer heutigen Form erbaut.
Das buddhistische Tsanggar-Kloster in der tibetischen Kulturregion Amdo wird gegründet.




