17 (Film)

Film
Titel 17
Produktionsland Nordmazedonien, Serbien, Slowenien
Originalsprache Mazedonisch
Erscheinungsjahr 2026
Länge 105 Minuten
Stab
Regie Kosara Mitic
Drehbuch Kosara Mitic, Ognjen Svilicic
Produktion Tomi Salkovski
Kamera Naum Doksevski
Schnitt Vladimir Pavlovski
Besetzung
  • Eva Kostic: Sara
  • Martina Danilovska: Lina
  • Dame Joveski: Filip
  • Eva Stojchevska: Nina
  • Petar Manic: Caki

17 ist das Spielfilmdebüt der nordmazedonischen Regisseurin Kosara Mitić aus dem Jahr 2026. Das Drama thematisiert das Schweigen junger Mädchen über sexualisierte Gewalt und zeigt die sozialen Mechanismen, die dieses Schweigen begünstigen, auf. Seine Weltpremiere erfolgte 2026 bei den Internationalen Filmfestspielen Berlin.

Inhalt

Sara und Lina sind beste Freundinnen und besuchen dieselbe Schulklasse. Gemeinsam fahren sie auf Klassenfahrt nach Griechenland, wo Lina ihren ersten alkoholischen Rausch erlebt. Die Jungen in der Klasse verhalten sich sehr dominant, und besonders Filip und Caki zeigen den Mädchen gegenüber grenzüberschreitendes Verhalten, indem sie sie beleidigen und auf ihre Körper reduzieren.

Sara zieht sich oft aus Situationen zurück, in denen ihr alles zu viel wird. Lina bemerkt das und spricht sie darauf an. In einem ruhigen Moment vertraut Sara ihr an, dass sie schwanger ist. Sie hat die Schwangerschaft unter weiter Kleidung bislang erfolgreich verbergen können. Auf Linas Frage nach dem Vater kann Sara kaum sprechen und gesteht, dass sie es nicht genau wisse, da sie von zwei Jungen aus der Klasse, Filip und Caki, vergewaltigt wurde. Sie fleht Lina an, niemandem davon zu erzählen.

Als sich die Klassenfahrt dem Ende neigt, feiern die Jugendlichen eine ausgelassene Party. Als Sara nach Lina sehen will, beobachtet sie entsetzt, wie Filip und Caki Lina vor den Augen ihrer Mitschülerinnen und Mitschüler vergewaltigen. Sara greift ein, zieht die völlig verstörte Lina aus der Situation, wird dabei jedoch von Filip geschlagen. Die beiden Mädchen rennen davon und wollen das Geschehene einfach nur vergessen.

Sara geht es zunehmend schlechter. Lina hilft ihr beim Anziehen und versucht, den runden Bauch unter einem Rock zu verbergen. Dann beginnt die Rückfahrt der Klasse. Während eines Zwischenstopps in einem Museum platzt Saras Fruchtblase. Sie versorgt sich allein auf der Museumstoilette und vertraut sich nur Lina an.

Später auf der Rückfahrt setzen die Wehen ein, und Sara hat große Mühe, die Schmerzen zu verbergen. Lina ist verzweifelt, da sie ihrer Freundin nicht helfen kann, ohne das Geheimnis zu verraten. Auf einer Raststätte bringt Sara auf der Toilette ein Mädchen zur Welt. Lina, die nach ihr gesucht hat, weil die Klasse weiterfahren möchte, findet sie dort. Sie schneidet die Nabelschnur durch. Als Lina fragt, warum das Baby nicht schreit, versorgt Sara sich notdürftig mit Klopapier und legt das Neugeborene in den Abfalleimer der Toilette. Als sie die Toilette verlassen, hören sie das Baby schreien; kurz darauf steigen die beiden Mädchen wieder in den Bus nach Hause.

Produktion und Hintergründe

Die 1987 in Skopje, heute Nordmazedonien, geborene Regisseurin und Drehbuchautorin machte zunächst mit mehreren international auf Festivals präsentierten Kurzfilmen auf sich aufmerksam. Diese Arbeiten wurden für ihre klare, präzise Erzählweise, ihre emotionale Zurückhaltung sowie ihren unverstellten Blick auf gesellschaftliche Wirklichkeiten gewürdigt. Als Alumna von Berlinale Talents gehört sie zu den geförderten Nachwuchsfilmschaffenden des Berliner Festivals. Mit ihrem Langfilmdebüt 17 widmet sie sich dem Schweigen junger Frauen über sexuelle Gewalt und rückt damit ein gesellschaftlich sensibles Thema in den Fokus.

Regisseurin und Drehbuchautorin Kosara Mitić beschreibt ihren Debütfilm 17 als eine Untersuchung der stillen Traumata und der unausgesprochenen Solidarität unter Frauen. Über die Herangehensweise an ihr Spielfilmdebüt, erklärte Mitić, dass sie bewusst auf dramaturgische Hinweise verzichtet habe, um den Realismus zu wahren: „Realismus entsteht durch Zurückhaltung. Ich habe bewusst auf dramatische Hinweise verzichtet, die den Zuschauern sagen würden, wie sie eine Szene interpretieren sollen.“

Das Drehbuch entstand in Zusammenarbeit mit Ognjen Sviličić. Für die Bildgestaltung zeichnete Naum Doksevski verantwortlich, den Schnitt übernahm Vladimir Pavlovski. Der internationale Vertrieb liegt bei Totem Films. Produziert wurde der Film von Black Cat Production in Koproduktion mit Art&Popcorn und December.

Veröffentlichung

Der Film feiert seine Weltpremiere am 18. Februar 2026 in der Sektion Perspektive der Internationale Filmfestspiele Berlin 2026.

Einzelnachweise

  1. 1 2 17. In: berlinale.de. Abgerufen am 20. Februar 2026.
  2. 1 2 Georg Szalai: ’17’ Director Kosara Mitic on Exploring the Silence of Trauma and Unspoken Female Solidarity in Her Debut (Exclusive Berlin Clip). In: The Hollywood Reporter. 14. Februar 2026, abgerufen am 20. Februar 2026 (amerikanisches Englisch).
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