| Asteroid (456) Abnoba | |
|---|---|
| Eigenschaften des Orbits Animation | |
| Orbittyp | Mittlerer Hauptgürtel |
| Große Halbachse | 2,783 AE |
| Exzentrizität | 0,183 |
| Perihel – Aphel | 2,273 AE – 3,294 AE |
| Neigung der Bahnebene | 14,5° |
| Länge des aufsteigenden Knotens | 229,0° |
| Argument der Periapsis | 7,8° |
| Zeitpunkt des Periheldurchgangs | 18. November 2025 |
| Siderische Umlaufperiode | 4 a 235 d |
| Mittlere Orbitalgeschwindigkeit | 17,70 km/s |
| Physikalische Eigenschaften | |
| Mittlerer Durchmesser | 37,7 km ± 0,9 km |
| Albedo | 0,29 |
| Rotationsperiode | 18 h 17 min |
| Absolute Helligkeit | 9,1 mag |
| Spektralklasse (nach SMASSII) |
S |
| Geschichte | |
| Entdecker | Max Wolf, Arnold Schwassmann |
| Datum der Entdeckung | 4. Juni 1900 |
| Vorläufige Bezeichnung | 1900 LA, 1952 YF |
| Quelle: Wenn nicht einzeln anders angegeben, stammen die Daten vom JPL Small-Body Database. Die Zugehörigkeit zu einer Asteroidenfamilie wird automatisch aus der AstDyS-2 Datenbank ermittelt. Bitte auch den Hinweis zu Asteroidenartikeln beachten. | |
(456) Abnoba ist ein Asteroid des mittleren Hauptgürtels, der am 4. Juni 1900 von den deutschen Astronomen Max Wolf und Arnold Schwassmann an der Großherzoglichen Bergsternwarte in Heidelberg bei einer Helligkeit von 11,5 mag entdeckt wurde.
Der Asteroid ist nach einem Begriff benannt, den die römischen Legionen von Germania superior im heutigen Süddeutschland für die Bergregion des Schwarzwalds verwendeten. „Diana Abnoba“ war die keltisch-römische Gottheit des Schwarzwalds, wie aus alten Inschriften hervorgeht.
Aus Ergebnissen der IRAS Minor Planet Survey (IMPS) wurden 1992 Angaben zu Durchmesser und Albedo für zahlreiche Asteroiden abgeleitet, darunter auch (456) Abnoba, für die damals Werte von 39,8 km bzw. 0,23 erhalten wurden. Mit dem Satelliten Midcourse Space Experiment (MSX) wurden 1996 bis 1997 im Rahmen der Infrared Minor Planet Survey (MIMPS) Daten gewonnen, aus denen Werte für den mittleren Durchmesser und die Albedo von 38,0 km bzw. 0,26 bestimmt wurden. Eine Auswertung von Beobachtungen durch das Projekt NEOWISE im nahen Infrarot führte 2011 zu vorläufigen Werten für den Durchmesser und die Albedo im sichtbaren Bereich von 50,5 km bzw. 0,15. Nachdem die Werte nach neuen Messungen mit NEOWISE 2012 auf 37,6 km bzw. 0,29 geändert worden waren, wurden sie 2014 auf 37,7 km bzw. 0,26 korrigiert.
Photometrische Messungen des Asteroiden fanden statt vom 1. bis 8. Januar 2010 am Palmer Divide Observatory/Space Science Institute in Colorado. Aus der aufgezeichneten Lichtkurve wurde eine Rotationsperiode von 18,273 h bestimmt. Weitere Beobachtungen vom 29. Juli bis 24. August 2012 während sieben Nächten am Bigmuskie Observatory in Italien wurden zu einer Rotationsperiode von 18,281 h ausgewertet.
Aus archivierten Daten des Asteroid Terrestrial-impact Last Alert System (ATLAS) aus dem Zeitraum 2015 bis 2018 wurde in einer Untersuchung von 2020 mit der Methode der konvexen Inversion erstmals ein dreidimensionales Gestaltmodell des Asteroiden für eine Rotationsachse mit prograder Rotation und einer Periode von 18,2791 h berechnet.
Zwischen 2012 und 2018 wurden mit der All-Sky Automated Survey for Supernovae (ASAS-SN) auch photometrische Daten von 20.000 Asteroiden aufgezeichnet. Auf mehr als 5000 davon konnte erfolgreich die Methode der konvexen Inversion angewendet werden, darunter auch (456) Abnoba, für die in einer Untersuchung von 2021 ein verbessertes dreidimensionales Gestaltmodell für eine Rotationsachse mit prograder Rotation und einer Periode von 18,2787 h berechnet wurde. Aus den Daten von ATLAS konnte in einer Untersuchung von 2022 mit der Methode der konvexen Inversion noch einmal eine Rotationsperiode von 18,279 h bestimmt werden.