

Die 69. Internationalen Filmfestspiele Berlin (Berlinale) fanden vom 7. bis 17. Februar 2019 statt. Sie wurden zum 18. und letzten Mal unter der Leitung von Dieter Kosslick veranstaltet, der 2020 von Carlo Chatrian und Mariette Rissenbeek abgelöst wurde.
Eröffnet wurde das Festival mit dem Ensemblefilm The Kindness of Strangers – Kleine Wunder unter Fremden von Lone Scherfig, der auch um den Goldenen Bären konkurrierte. Das endgültige Programm wurde offiziell am 29. Januar 2019 vorgestellt. Mit dem Hauptpreis des Festivals wurde die internationale Koproduktion Synonymes des israelischen Regisseurs Nadav Lapid ausgezeichnet.
Die britische Schauspielerin Charlotte Rampling wurde im Rahmen des Festivals mit dem Goldenen Ehrenbären für ihr Lebenswerk und einer Hommage geehrt.

Als Jury-Präsidentin wurde im Dezember 2018 Juliette Binoche präsentiert. Die französische Schauspielerin war in der Vergangenheit mehrfach mit Filmen auf der Berlinale vertreten, darunter im Wettbewerb (Die Nacht ist jung, 1987; Der englische Patient, 1997 – Darstellerpreis; Chocolat – Ein kleiner Biss genügt, 2001; In My Country, 2004; Camille Claudel 1915, 2013; Nobody Wants the Night, Eröffnungsfilm 2015), in den Sektionen Panorama (Das bessere Leben, 2012) und Forum (Die Liebenden von Pont-Neuf, 1992). 1993 wurde Binoche außerdem mit der Berlinale Kamera geehrt.
Der Jury-Präsidentin standen bei der Vergabe der Preise mehrere Jurymitglieder zur Seite, die bei der offiziellen Vorstellung des Programms am 29. Januar 2019 benannt worden waren:
| 2019 zum wiederholten Mal in den Wettbewerb um den Goldenen Bären eingeladen | ||
| Regisseur | Einladungen | |
|---|---|---|
| François Ozon, |
5 | |
| Isabel Coixet, Hans Petter Moland, Wang Quan’an |
4 | |
| Denis Côté, Agnieszka Holland, Wang Xiaoshuai |
3 | |
| Fatih Akin, Lone Scherfig |
2 | |
Die Filmauswahl im Wettbewerb um den Goldenen Bären wurde am 13. Dezember 2018, 10. und 17. Januar 2019 bekanntgegeben. Von den ursprünglich 17 Filmen im Wettbewerb konnte der chinesische Beitrag Eine Sekunde von Zhang Yimou vier Tage vor der Uraufführung offiziell aufgrund von technischen Problemen bei der Postproduktion nicht gezeigt werden.
Außer Konkurrenz:
In der Reihe Berlinale Shorts werden Spiel-, Dokumentar-, Experimental- und Animationsfilme mit einer Maximallänge von 30 Minuten (inkl. Abspann) gezeigt. Internationale Beiträge dürfen vor der Berlinale-Aufführung noch nicht außerhalb ihres Entstehungslandes gezeigt worden sein. Als Thema wurden „Unterschiedliche Dimensionen von Macht, Sichtbarkeit und Wissen“ im Zusammenspiel mit „der Frage nach Teilhabe“ genannt. Kuratorin der Berlinale Shorts ist seit 2007 die freie Autorin und Filmregisseurin Maike Mia Höhne.
Die Beiträge des Kurzfilmwettbewerbs – 24 Filme aus 17 Ländern – wurden am 14. Januar 2019 bekanntgegeben.
2019 gehören der Internationalen Kurzfilmjury der US-amerikanische Senior Curator bei Vimeo Jeffrey Bowers, die kroatische Leiterin der Akquise bei MUBI Vanja Kaludjercic und die künstlerische Leiterin sowie Gründerin der RAW Material Company aus Senegal Koyo Kouoh an. Neben dem Goldenen Bär für den besten Kurzfilm und dem Silbernen Bär vergibt die Jury die Nominierung für den Europäischen Kurzfilmpreis und den Audi Short Film Award.
| Filmtitel (Verweistitel) | Regie | Land | Länge (in min.) |
|---|---|---|---|
| All on a Mardi Gras Day | Michal Pietrzyk | USA | 22’ |
| Blue Boy | Manuel Abramovich | Argentinien, Deutschland | 19’ |
| Can’t You See Them? - Repeat. | Clarissa Thieme | Deutschland, Bosnien und Herzegowina | 9’ |
| Entropia | Flóra Anna Buda | Ungarn | 10’ |
| Flexible Bodies | Louis Fried | Deutschland | 19’ |
| Héctor | Victoria Giesen Carvajal | Chile | 19’ |
| How to Breathe in Kern County | Chris Filippone | USA | 9’ |
| It has to be lived once and dreamed twice | Rainer Kohlberger | Deutschland, Österreich | 28 |
| Kingdom | Tan Wei Keong | Singapur | 5’ |
| Leyenda dorada | Chema García Ibarra, Ion de Sosa |
Spanien | 11’ |
| Lidérc úr | Luca Tóth | Ungarn, Frankreich | 19’ |
| Mot Khu Dat Tot | Pham Ngoc Lan | Vietnam | 19’ |
| Në Mes | Samir Karahoda | Kosovo | 15’ |
| Omarska | Varun Sasindran | Frankreich | 19’ |
| Past Perfect | Jorge Jácome | Portugal | 23’ |
| Prendre feu | Michaël Soyez | Frankreich | 26’ |
| Rang Mahal | Prantik Basu | Indien | 27’ |
| Rise | Bárbara Wagner, Benjamin de Burca |
Brasilien, Kanada | 20’ |
| Shakti | Martín Rejtman | Argentinien, Chile | 19’ |
| The Spirit Keepers of Makuta’ay | Yen-Chao Lin | Kanada | 11’ |
| Splash | Shen Jie | VR China | 9’ |
| Suc de síndria | Irene Moray | Spanien | 22’ |
| Umbra | Florian Fischer, Johannes Krell |
Deutschland | 20’ |
| Welt an Bord | Eva Könnemann | Deutschland | 29’ |
Außer Konkurrenz:
Das Programm wurde am 18. Dezember 2018 und am 21. Januar 2019 bekanntgegeben. Insgesamt werden 45 Filme unter der Beteiligung von 38 Ländern präsentiert, darunter 34 Weltpremieren und 19 Erstlingswerke. Das Programm teilt sich in 29 Spiel- und 16 Dokumentarfilme.
| Filmtitel (Verweistitel) | Regie | Land | mit |
|---|---|---|---|
| La Arrancada (On the Starting Line) |
Aldemar Matias | Frankreich, Kuba, Brasilien | |
| Der Atem | Uli M Schueppel | Deutschland | |
| A Dog Called Money | Seamus Murphy | Irland, Großbritannien | PJ Harvey |
| Estou Me Guardando Para Quando O Carnaval Chegar (Waiting for the Carnival) |
Marcelo Gomes | Brasilien | |
| Lemebel | Joanna Reposi Garibaldi | Chile, Kolumbien | |
| Midnight Traveler | Hassan Fazili Emelie Mahdavian |
USA, Großbritannien, Katar, Kanada | |
| Normal | Adele Tulli | Italien, Schweden | |
| Schönheit & Vergänglichkeit | Annekatrin Hendel | Deutschland | |
| Searching Eva | Pia Hellenthal | Deutschland | |
| Selfie | Agostino Ferrente | Frankreich, Italien | |
| Serendipity | Prune Nourry | USA | |
| Shooting the Mafia | Kim Longinotto | Irland, USA | |
| Système K (System K) |
Renaud Barret | Frankreich | |
| Talking About Trees | Suhaib Gasmelbari | Frankreich, Sudan, Deutschland, Tschad, Katar | |
| Western Arabs | Omar Shargawi | Dänemark, Niederlande | |
| What She Said: The Art of Pauline Kael | Rob Garver | USA | Sarah Jessica Parker, Quentin Tarantino, Alec Baldwin, David O. Russell, Paul Schrader |
Die 49. Auflage des Forums soll 39 Filme im Hauptprogramm zeigen, darunter 31 Weltpremieren.
Diese Berlinale-Sektion zeigt für Kinder und Jugendliche geeignete internationale Filmproduktionen. Zugelassen waren Langfilme mit einer Laufzeit von mindestens 60 Minuten und Kurzfilme mit maximal 20 Minuten Spieldauer, die innerhalb von zwölf Monaten vor Festivalbeginn fertiggestellt wurden. Ausländische Produktionen dürfen vorab auf einem außereuropäischen Festival gezeigt, im Ursprungsland im Fernsehen ausgestrahlt oder über Video-on-Demand vertrieben werden. Europäischen Filmen (ausgenommen deutschen Produktionen) ist es vorab erlaubt, im Ursprungsland, auf einem nationalen Festival bzw. expliziten Kinder- bzw. Jugendfilmfestival veröffentlicht oder eine nationale Kinoauswertung erfahren zu haben. Sektionsleiterin ist Maryanne Redpath. Die ersten Beitrage wurden im Dezember 2018 veröffentlicht.
Als Auszeichnung wird je ein Gläserner Bär von einer Kinder- (elf Berliner Kinder im Alter von 11 bis 14 Jahren) und Jugendjury (sieben Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren) an einen Spielfilm und einen Dokumentarfilm vergeben. Separat existiert eine internationale Generation-Kplus-Jury, die vom Deutschen Kinderhilfswerk gestiftete Geldpreise für den besten Lang- und Kurzfilm vergibt. Eine weitere internationale Jury vergibt im Auftrag der Bundeszentrale für politische Bildung ebenfalls einen Großen Preis für den besten Langfilm und einen Spezialpreis für den besten Kurzfilm.
Langfilme:
Kurzfilme:
Langfilme:
Kurzfilme:
Sondervorführungen
Zum 30-jährigen Bestehen der Jerusalem Sam Spiegel Film School (JSFS) wurden folgende Kurzfilme als herausragende Werke der Filmhochschule gezeigt:
Die auf Anregung von Dieter Kosslick 2002 entstandene Sektion Perspektive Deutsches Kino präsentiert sowohl kurze als auch lange Spiel-, Dokumentar- und Experimentalfilme von deutschen Nachwuchsfilmemachern mit einer Mindestlänge von 20 Minuten. Sie richtet sich an talentierte Regisseure, die am Beginn ihrer Laufbahn stehen. Eine vorherige Teilnahme der Beiträge an einem Filmfestival war kein Ausschlusskriterium. Sektionsleiterin ist Linda Söffker.
Unter den Beiträgen wird der Kompass-Perspektive-Preis (dotiert mit 5.000 Euro), „Kompagnon“-Förderpreis (Stipendium von 5000 Euro / 2500 Euro für Kurzfilme), der GWFF Preis Bester Erstlingsfilm (dotiert mit 50.000 Euro) und der Glashütte Original Dokumentarfilmpreis (dotiert mit 50.000 Euro) vergeben.
Die bislang bekanntgegebenen Beiträge (exkl. der Preisträgerfilm des Spielfilmwettbewerbs des Max Ophüls Preis 2019):
Dokumentarfilme:
Spielfilme:
Seit 1977 werden in Zusammenarbeit mit der Deutschen Kinemathek filmhistorische Retrospektiven auf der Berlinale veranstaltet. 2019 widmete sich die Retrospektive unter dem Titel „Selbstbestimmt. Perspektiven von Filmemacherinnen“ dem Filmschaffen von Regisseurinnen in der Zeit von 1968 bis 1999. Dabei sollte ein Bogen von May Spils’ Zur Sache, Schätzchen (1968), Im Innern des Wals (1985) von Doris Dörrie bis hin zum Dokumentarfilm Mit Haut und Haar (1999) von Martina Döcker und Crescentia Dünßer gespannt werden. Ergänzend wurden ca. 20 kurze und mittellange Filme in Einzelprogrammen als Vorfilme ins Programm aufgenommen. Die Retrospektive schloss thematisch an die Berlinale 2016 an, deren Retrospektive „Deutschland 1966 – Filmische Perspektiven in Ost und West“ an den Beginn der Karrieren westdeutscher Regisseurinnen erinnerte. Zu Gesprächen wurden u. a. die Regisseurinnen Katja von Garnier, Iris Gusner, Jeanine Meerapfel, Helke Misselwitz, Helke Sander, Evelyn Schmidt, Ula Stöckl und Margarethe von Trotta eingeladen.
Internationaler Wettbewerb
Berlinale Shorts
Dokumentarfilm
Erstlingsfilm
Unabhängige Jurys