
Albert Theodor Schaefer (* 1944 in Ennigerloh, Westfalen) ist ein deutscher Fotograf. Als Vertreter der künstlerischen Fotografie liegt der Schwerpunkt seiner Arbeit in der Theaterfotografie. Er lebt und arbeitet in Stuttgart.
Schaefer studierte Angewandte Malerei an der Werkkunstschule Hannover. Zu der künstlerischen Ausbildung gehörten neben der Malerei auch Fächer wie Fotografie, Kunstgeschichte und Innenarchitektur. 1968 erfolgte der Abschluss als Diplom-Designer (FH).
Zu Beginn seiner künstlerischen Tätigkeit setzte Schaefer einen Fokus auf die Verbindung von Text und Bild. Im Auftrag der Tageszeitung Neue Westfälische entstanden in den 1970er Jahren erste fotojournalistische Arbeiten, darunter circa 30 Reisereportagen. Für die Kulturzeitschrift Du gestaltete er eine gesamte Ausgabe, die im Juni 1998 unter dem Titel Friedrich Nietzsche. Wendepunkt der Moderne erschien.
Von 1973 bis 1991 arbeitete Schaefer als leitender Berater für Kunst und Design für die IBM Deutschland GmbH. Seine beratende Tätigkeit umfasste den Aufbau einer Sammlung und die Koordination und Präsentation der Kunstwerke in den Niederlassungen der IBM, wobei er als Kurator sein Augenmerk auf den Lokalbezug legte. So hingen beispielsweise Werke von Kurt Schwitters in Hannover sowie Arbeiten von Willi Baumeister und Max Ackermann in Stuttgart. Daneben wurden Gemälde, Plastiken, Grafiken und Fotografien von Künstlerinnen und Künstlern wie Thomas Schütte, Bernd und Hilla Becher, Heinz Mack, Gerhard Richter, Markus Lüpertz und Sigmar Polke erworben.
In Zusammenarbeit mit der EA-Generali Aktiengesellschaft, Direktion für Deutschland, entstanden 1991 bis 1997 Portfolios mit Cibachrome-Prints zum Thema Farbe und ein Portfolio mit dem Titel Markuslöwe.

Seit 1981 konzentriert sich sein künstlerisches Werk auf die Fotografie, in der Schaefer „Möglichkeiten entdeckte, sich authentischer mit dem Phänomen Farbe und ihrer Wahrnehmung auseinanderzusetzen, als dies die Malerei möglich machte.“ In der Ausstellung Licht leuchtet nur im Dunkel zeigte das Museum Ludwig in Köln 1991 seine Arbeiten der Abstrakten Fotografie und erwarb unter anderem das Lichtbild MP 29 von 1990.
Schaefer lotete die Grenzen des Mediums der Fotografie im Diskurs mit der Malerei aus, indem er Details über eine Vergrößerung des Dias herausarbeitete und die Motive mit Streifen aus Acrylfarbe als Bildrand begrenzte. Seine frühen Werke zeigen Tendenzen zur Konkreten Fotografie. Im Rahmen der Einzelausstellung Orte der Farbe. Arbeiten 1989–1996 stiftete Schaefer der Kunsthalle Bielefeld 14 fotografische Aufnahmen von „Gegenständen und Situationen des Alltags, in denen nicht die Wirklichkeit des Motivs zur Geltung kommt, sondern die Wirklichkeit des Fotos in höchster Präsenz und Präzision.“ Unter dem Titel A.T. Schaefer – Orte der Farbe war diese Ausstellung auch im Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg zu sehen, darunter frühe Aufnahmen aus den Jahren 1983 bis 1985, die Werkgruppe Metamorphosen von 1987 bis 1989, der Zyklus Kosmische Bilder und Orte der Farbe von 1989 bis 1996 sowie Bildkompositionen aus der szenischen Arbeit und den Aufführungen der Staatsoper Stuttgart.

Erste Arbeiten von A.T. Schaefer im Bereich der Theaterfotografie entstanden 1991. Seitdem hielt er rund 140 Opern-, Schauspiel- und Tanzproduktionen sowie Konzertreihen in seinen künstlerischen Fotografien fest, unter anderem für die Staatsoper Stuttgart und das Schauspiel Stuttgart, das Deutsche SchauSpielHaus Hamburg, das Burgtheater Wien, Theater Basel, Opernhaus Zürich, Royal Opera House London, Deutsche Oper Berlin, De Nationale Opera Amsterdam, Oper Frankfurt, Opéra national du Rhin, Théâtre national de l’Opéra-Comique und Opéra National de Paris, Salzburger Festspiele, Wiener Festwochen, Luzerner Theater, Bühnen Bern, Hessisches Staatstheater Wiesbaden, Landestheater Detmold, Schleswig-Holsteinischen Landestheater, Staatstheater Augsburg, Staatsoper Hannover und das Forum Neues Musiktheater Stuttgart.
Eine langjährige Zusammenarbeit verbindet A.T. Schaefer mit den Staatstheatern Stuttgart – insbesondere unter der Intendanz von Klaus Zehelein in den Spielzeiten 1991 bis 2006 sowie unter der Intendanz von Jossi Wieler 2011 bis 2018 begleitete er die Neuproduktionen der Staatsoper Stuttgart. Entstanden sind die Fotokunstbände Oper in Stuttgart (Hamburg 1995), Der Stuttgarter Ring (Mönchengladbach 2000), Die Jahre der Oper – Die Oper des Jahres (Mönchengladbach 2001), Fünfzehn Spielzeiten ander(s). Staatsoper Stuttgart 1991–2006. Ein Arbeitsbericht (Stuttgart 2006) und OPER – Ein Bilder-Lese-Buch (Mönchengladbach 2011). Schaefers Bildkompositionen spiegeln die Stuttgarter Dramaturgie – von der Kulturkritik werden sie als ein eigenständiges künstlerisches Medium betrachtet, als „Kunst aus eigenem Recht“, „Momente der Berührung“ und „Bilder […], die […] nicht mehr nur die Szene dokumentieren und beschreiben, sondern Emotionen einer Szene unmittelbar in eine Farbkomposition umsetzen.“
Darüber hinaus arbeitete der Theaterfotograf A.T. Schaefer mit zahlreichen Regisseuren und Dramaturgen, darunter Ruth Berghaus, Calixto Bieito, Andrea Breth, Nicolas Brieger, Ludger Engels, Jan Philipp Gloger, Jürgen Gosch, Karin Henkel, Stefan Kimmig, Peter Konwitschny, Martin Kušej, Volker Lösch, Christoph Marthaler, Sergio Morabito, Andrea Moses, Peter Mussbach, Christof Nel, Hans Neuenfels, Luk Perceval, Johannes Schaaf, Kirill Serebrennikow, Margarethe von Trotta und Jossi Wieler.
„Den Orten in Bild und Wort nachspüren“ – mit diesem konzeptionellen Ansatz setzte A.T. Schaefer seine fotojournalistische Arbeit ab 1995 in der Zusammenarbeit mit weiteren Autorinnen und Autoren fort. Erschienen sind zahlreiche Fotokunstbände, darunter Das Waldhaus Sils-Maria (Mönchengladbach 1998), Kafka. Wort-Bild-Essay (Innsbruck 2000), Nietzsche. Süden (Innsbruck 2000), Richard Wagner – Schauplätze. Bilder und Briefe (Mönchengladbach 2013).
A.T. Schaefer realisiert Bildkonzepte und Fotoserien für Festivals, Hochschulen und Musik- und Tanzensembles wie etwa die Fotobände Passion für die Internationale Bachakademie Stuttgart, senza fine – aus der sicht der anderen mit Stücken des Choreografen und Regisseurs Joachim Schlömer, Das Logbuch und die Reportage Neckar aufwärts – New York voraus für das internationale Festival Theater der Welt 2005 in Stuttgart sowie Aufnahmen für das Theaterfestival steirischer herbst in Graz, veröffentlicht in dem Band Im spiegel. das herbstbuch der bilder 2000 bis 2005. Die Serie Wunderkammer Alte Musik: Die Schola Cantorum Basiliensis erschien 2008 als Fotoband und wurde im Musikmuseum des Historischen Museums Basel präsentiert.
Einen weiteren Schwerpunkt der Arbeiten von A.T. Schaefer bilden die Architekturfotografie und die Gestaltung von Räumen mit fotografischen Arbeiten. Entstanden sind unter anderem Fotoarbeiten für das Universitätsklinik Ulm und Wandtafeln für die Foyers im Opernhaus der Staatstheater Stuttgart und im Prinzregententheater in München – ein Auftrag der Bayerischen Theaterakademie August Everding. Zudem stattete er den Konferenzbereich im Hotel Waldhaus in Sils-Maria mit Wandtafeln aus seinem Fotoband sowie mit Aufnahmen der Serie Ortszeit 16 Uhr. I sei cieli di Nietzsche aus.
In der Rauminstallation AugenEchos für die Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart bezog er 2016 erstmals Projektionen digitaler Bilder in das Konzept ein. „Für die Jubiläumsausstellung #meinMuseum hat A.T. Schaefer die Staatsgalerie zu seiner Bühne gemacht. Seine Fotoserie BilderEchos spielt mit der Interaktion von Architektur, Licht, Kunstwerk und Betrachter. Mit einem Augenzwinkern inszeniert er Begegnungen zwischen diesen 'Akteuren'.“ Anlässlich des Jubiläumsausstellung 175 Jahre Staatsgalerie wurde BilderEcho auch in der Landesvertretung Baden-Württemberg in Berlin gezeigt.
Das fotografische Werk von A.T. Schaefer ist in renommierten Kunst- und Fotosammlungen vertreten, so in der Fotostiftung Schweiz in Winterthur, dem Kunsthaus Zürich, der Helmut-Gernsheim-Sammlung zeitgenössischer Fotografie im Forum Internationale Photographie in Mannheim, dem Museum Ludwig in Köln, dem Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, der Stiftung F. C. Gundlach in Hamburg, der Staatsgalerie Stuttgart, der Kunsthalle Bielefeld, dem Museum für Konkrete Kunst in Ingolstadt, dem Brandenburgischen Landesmuseum für moderne Kunst in Cottbus, dem Staatliches Museum Schwerin und dem Augustinermuseum in Freiburg im Breisgau. Zudem befinden sich Werke in der UBS Art Collection und in der Kunstsammlung der IBM Deutschland GmbH.
2025 wurde das theaterfotografische Werk von A.T. Schaefer als Vorlass an die Fotosammlung des Deutschen Theatermuseums München übergeben. Es umfasst rund 200.000 Fotografien, darunter 130.000 digitale Aufnahmen.
Im Sommersemester 2000 übernahm der Fotograf A.T. Schaefer eine Lehrtätigkeit an der HGKK, der Hochschule für Gestaltung, Kunst und Konservierung in Bern (heute: Hochschule der Künste Bern), unter anderem ein Seminar zu Der Ästhetik der Zeit – Farbe der Zeit, Orte der Farbe.
A.T. Schaefer ist Mitglied in der Deutschen Fotografischen Akademie (DFA) sowie der Deutschen Gesellschaft für Photographie e. V. (DGPH).
Preise und Auszeichnungen erhielt A.T. Schaefer für seine Publikationen und Fotokunstkalender, darunter den Kodak Fotobuchpreis für Oper in Stuttgart (Hamburg 1995), 1998 den Sonderpreis der Jury des Japan Calendar Award für Zum Sehen geboren, ein Auftrag der Felix Schoeller Papierfabriken, 1985 den Kodak Kalenderpreis für die Fotokunstkalender Venedig sowie 2000 für Staatsoper Stuttgart. Die Fachzeitschrift Opernwelt nominierte den Band Richard Wagner – Schau-Plätze. Bilder und Briefe (Mönchengladbach 2013) als Opernbuch des Jahres 2013.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Schaefer, A. T. |
| ALTERNATIVNAMEN | Schaefer, Albert Theodor (vollständiger Name) |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Fotograf |
| GEBURTSDATUM | 1944 |
| GEBURTSORT | Ennigerloh, Westfalen |