| Abidjan | ||
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| Basisdaten | ||
| Distrikt: | Abidjan | |
| Bürgermeister: | Robert Beugré Mambé (2011–2020) | |
| Koordinaten: | 5° 20′ N, 4° 2′ W | |
| Fläche: | 422 km² | |
| Einwohner: | 5.616.633 (Zensus 2021) | |
| Website: | www.abidjan.district.ci | |

Abidjan (, französisch , deutsch Abidschan) ist der größte städtische Ballungsraum der Elfenbeinküste, am Golf von Guinea gelegen. Abidjan war zwischen 1933 und 1983 die Hauptstadt des Landes. Im Jahre 2002 wurden die zehn Stadtkreise zu selbständigen Gemeinden aufgewertet und das Oberbürgermeisteramt abgeschafft. Diese Gemeinden werden als Abidjan Ville zusammengefasst und bilden mit vier Unterpräfekturen den Distrikt Abidjan. Die ehemalige Stadt wuchs rapide von 65.000 Einwohnern im Jahre 1950 zu einer Metropolregion mit 3.692.570 Einwohnern (Stand 1. Januar 2005). Laut Zensus von 2014 hat die Stadt 4.395.243 Einwohner. Beim Zensus von 2021 lag die Einwohnerzahl bei 5.616.633 Personen.
Abidjan befindet sich im Südosten der Elfenbeinküste etwa 100 km westlich der Grenze zu Ghana. Es liegt an der Ébrié-Lagune, einem langgestreckten Ästuar parallel zur Küste, in das die Flüsse Agnébi, Mé und Comoé münden.
Abidjan ist in folgende 10 Gemeinden oder Städte aufgeteilt, die jeweils über einen eigenen Stadtrat und Bürgermeister verfügen:
Außerdem gehören die drei Unterpräfekturen Anyama, Songon und die frühere Hauptstadt Bingerville (bis 1933) zum Bezirk Abidjan.
| Abidjan | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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| Klimadiagramm | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Abidjan
Quelle: wetterkontor.de | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||



Das Wachstum der 1886 gegründeten Stadt Abidjan begann nach der Eröffnung der Landungsbrücke im Jahre 1931. 1933 wurde Abidjan zur Hauptstadt der Elfenbeinküste innerhalb der Kolonie Französisch-Westafrika. Nach der Eröffnung des Vridi-Kanals wurde der Hafen zu einem bedeutenden Freihafen. Obwohl 1983 Yamoussoukro vom damaligen Staatspräsidenten Félix Houphouët-Boigny zur neuen Hauptstadt bestimmt wurde, befinden sich noch immer zahlreiche Regierungsbüros und Botschaften, ebenso wie die Nationalbibliothek und das Nationalmuseum in Abidjan. Am 9. August 2001 wurde beschlossen, die Stadt per 2002 in ihre zehn Kreise aufzuteilen und diese zu unabhängigen Gemeinwesen aufzuwerten. Seither ist Abidjan offiziell ein Bezirk mit einem Gouverneur und vereinigt diese zehn Städte mit drei weiteren.
Am 31. Dezember 2012 kamen bei einer Massenpanik während der zentralen Silvesterfeier und der Dankesfeier von Alassane Ouattara (für den vom Dezember 2010 bis April 2011 anhaltenden politischen Machtkampf mit rund 3000 getöteten Menschen) 61 Menschen ums Leben und mehr als 200 wurden verletzt.
Abidjan ist mit über sechs Millionen Einwohnern der größte Ballungsraum der Elfenbeinküste. Nach dem Zensus 2014 waren 77,5 % der Bevölkerung Ivorer, der restliche Teil der Bevölkerung verfügte über andere Staatsangehörigkeiten.
Die städtische Bevölkerung ist durch eine ausgeprägte sozioökonomische Schichtung gekennzeichnet. Wohlhabende Bevölkerungsgruppen konzentrieren sich in den Stadtteilen Cocody und Plateau, während wirtschaftlich benachteiligte Gemeinschaften überwiegend in Abobo leben.
Wachstum der Bevölkerung von 1975 bis 2022:
| Jahr | Einwohnerzahl |
|---|---|
| 1975 (Zensus) | 951.216 |
| 1988 (Zensus) | 1.929.079 |
| 1998 (Zensus) | 2.877.948 |
| 2014 (Zensus) | 4.395.243 |
| 2021 (Zensus) | 5.616.633 |
Die Bevölkerung der Stadt wächst durch Landflucht rasant an. Für das Jahr 2050 wird eine Einwohnerzahl von 10,7 Millionen prognostiziert.
In Abidjan sind sowohl der Islam als auch das Christentum und der Katholizismus verbreitet. Abidjan ist eine der vier römisch-katholischen Erzdiözesen der Elfenbeinküste. Sitz der römisch-katholischen Erzdiözese Abidjan ist die Kathedrale Saint-Paul du Plateau. Die Kathedrale wurde 1980 errichtet und 2008 renoviert und ist eine der beliebtesten Touristenattraktionen der Stadt. Auch die evangelische Kirche, die Adventisten und Pfingstkirchen sind in der Stadt vertreten.
In der Agglomeration Abidjan finden sich auch zahlreiche Moscheen, wobei sich die bekanntesten und größten in Cocody, Treichville und Plateau befinden.
Bedeutende Industriezweige sind die Automobilfertigung sowie die Holz-, Chemie- und Textilindustrie. Über den Hafen von Abidjan werden Kaffee, Kakao, Holz und Ananas verschifft. So wurden 2010 42 Prozent aller Kakaobohnen weltweit hier umgeschlagen. In Abidjan befinden sich die Hauptquartiere der großen Hersteller Nestlé, Cargill, Archer Daniels Midland (ADM) und Barry Callebaut, sie kaufen fast die gesamte Kakaoernte der Elfenbeinküste.
Die Stadt ist Sitz der Bourse Régionale des Valeurs Mobilières (BRVM), der Regionalbörse der Westafrikanischen Wirtschafts- und Währungsunion Union (UEMOA).
In der Mercer-Rangliste der Städte nach ihrer Lebensqualität belegte Abidjan im Jahr 2018 den 208. Platz unter 231 untersuchten Städten weltweit.
Im Jahr 2026 soll in Abidjan das mit 421 Meter höchste Gebäude des afrikanischen Kontinents, das Tour F, mit 70 Etagen eröffnet werden.
Der Ort verfügt über eine Universität und mehrere technische Hochschulen sowie über eine internationale Schule. In der französisch geprägten Metropole sind auch heute noch viele Franzosen an wichtigen Stellen der Wirtschaft zu finden, insbesondere aber auch sehr viele Libanesen als Besitzer kleinerer Fabriken und vor allem im Handel. In der Stadt befindet sich auch ein Campus der HEC Paris, einer Wirtschaftshochschule.
Die Städte Abobo, Adjamé, Attécoubé, Cocody, Plateau und Yopougon liegen auf dem Festland nördlich der Ébrié-Lagune. Daher kommt auch die Bezeichnung «Abidjan Nord». Treichville, Koumassi, Marcory und Port-Bouët sind Teil von Abidjan Süd. Die beiden Teile der Metropole werden zwischen Treichville und Plateau durch zwei Brücken, den Pont Houphouët-Boigny (Eisenbahn und Straße) und den Pont Charles de Gaulle (nur Straße) verbunden. In den Hauptverkehrszeiten kommt es auf den Straßen täglich zu Staus. Der Bau einer dritten, zollpflichtigen Brücke (Pont Henri-Konan-Bédié) zwischen Marcory und Cocody wurde an ein französisch-geführtes Konsortium vergeben. Diese Brücke wurde 2014 eröffnet. Zu einigen Stadtteilen und zu entfernteren Orten an der Ébrié-Lagune bestehen Fähr- und Bootsverbindungen.
Abidjan besitzt einen Seehafen mit Containerterminal und den internationalen Flughafen Abidjan. Neben dem vorhandenen Containerterminal wird 2021 von der China Harbour Engineering Company ein weiterer Containerterminal (Côte d’Ivoire Terminal) mit einer Kailänge von 1100 Metern und einer jährlichen Kapazität von zunächst 1,2 Mio. TEU gebaut.
Die Stadt unterhält folgende Städtepartnerschaften:
| Stadt | Land | seit |
|---|---|---|
| Marseille | 1958 | |
| San Francisco | 1986 | |
| São Paulo | 1981 | |
| Tianjin | 1992 | |
| Viseu | 2011 | |