Adam Bielan

Adam Bielan (2023)

Adam Jerzy Bielan (* 12. September 1974 in Danzig) ist ein polnischer Politiker (AWS, SKL, PP, PiS, PJN, PR, Porozumienie, PR). Er war von 1996 bis 1998 Vorsitzender des Unabhängigen Studentenverbandes. Von 1997 bis 2004 gehörte er dem Sejm in dessen III. und IV. Wahlperiode an. Er war von 2004 bis 2014 und ist erneut seit 2019 Mitglied des Europaparlaments. Von 2015 bis 2019 gehörte er dem Senat der Republik Polen an. Seit 2026 ist er Vorsitzender der Partei Europäische Konservative und Reformer.

Leben und Beruf

Bielan studierte an der Szkoła Główna Handlowa w Warszawie Internationale Beziehungen, verließ die Hochschule jedoch ohne Abschluss. Er ist in zweiter Ehe verheiratet.

Politik

Bielan war von 1996 bis 1998 Vorsitzender des Unabhängigen Studentenverbandes (NZS). 1998/99 war er stellvertretender Vorsitzender der European Democrat Students.

Bei der Parlamentswahl 1997 wurde er für den NZS auf der Liste des Wahlbündnisses Akcja Wyborcza Solidarność in den Sejm gewählt. Zu dieser Zeit war er Vorsitzender der Jugendorganisation der AWS. Von 1998 bis 2001 war er Mitglied der Stronnictwo Konserwatywno-Ludowe und anschließend der Przymierze Prawicy (PP). Für die PP wurde er bei der Parlamentswahl 2001 auf der Liste der Prawo i Sprawiedliwość (PiS) erneut in den Sejm gewählt. Mit dem Beitritt der PP zur PiS wurde er 2002 deren Mitglied. Im selben Jahr wurde er Pressesprecher der PiS. Bei den Selbstverwaltungswahlen 2002 leitete er zusammen mit Michał Kamiński den erfolgreichen Wahlkampf von Lech Kaczyński für das Amt des Warschauer Stadtpräsidenten.

Bei der Europawahl 2004 wurde Bielan für die PiS in das Europaparlament gewählt. Von 2007 bis 2009 war er Vizepräsident des Europaparlaments. Bei der Europawahl 2009 wurde er wiedergewählt. Im November 2010 verließ er die PiS und gründete mit einigen weiteren Mitgliedern die Partei Polska Jest Najważniejsza. 2014 trat er der von Jarosław Gowin neugegründeten Partei Polska Razem bei. Für die PR kandidierte er bei der Europawahl 2014. Da diese jedoch mit 3,2 % der Stimmen an der 5-%-Hürde scheiterte, schied er aus dem Europaparlament aus. Dafür wurde er bei der Parlamentswahl 2015 als Vertreter der Polska Razem auf dem Wahlvorschlag der PiS im Wahlkreis Radom in den polnischen Senat gewählt. Anschließend wurde er zu dessen Vizemarschall gewählt. Nachdem sich die Polska Razem 2017 mit mehreren anderen konservativen Gruppierungen zur Porozumienie vereinigte, wurde er wurde Vorsitzender des Landeskonvents der Partei. Bei den Europawahlen 2019 wurde er auf der Liste des von der PiS geführten Wahlbündnisses Zjednoczona Prawica, an dem sich auch die Porozumienie beteiligte, erneut in das Europäische Parlament gewählt. Aus der Porozumienie wurde Bielan Anfang Februar 2021 nach einem innerparteilichen Streit ausgeschlossen.

Im Juni 2021 kündigte Bielan die Gründung der Partia Republikańska an. Im Dezember 2023 überführte er die von ihm geleitete Partia Republikańska in die PiS und wurde Mitglied von deren politischem Komitee. Bei der Europawahl 2024 wurde er für die PiS in das Europäische Parlament wiedergewählt. Er ist in der 10. Legislaturperiode (2024–2029) Mitglied im Ausschuss für auswärtige Angelegenheiten sowie stellvertretendes Mitglied im Ausschuss für Industrie, Forschung und Energie. Er ist zudem Vorsitzender der Delegation für die Beziehungen zu Japan, Delegierter für die Beziehungen zu den Ländern Südostasiens und zu ASEAN sowie stellvertretender Delegierter für die Beziehungen zu den Vereinigten Staaten. Im September 2026 wurde er als Nachfolger von Mateusz Morawiecki Vorsitzender der Partei Europäische Konservative und Reformer.

Ehrungen

2008 wurde Bielan mit dem ukrainischen Verdienstorden III. Klasse ausgezeichnet. Er gab die Auszeichnung im Juni 2026 zurück.

Commons: Adam Bielan – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ „Wrażliwy, cyniczny, bezwzględny, przyjemny - kim jest i jaki jest Adam Bielan“ auf natemat.pl, abgerufen am 15. September 2026.
  2. ↑ Ergebnis auf der Seite der Wahlkommission, abgerufen am 15. September 2026.
  3. ↑ „Posłowie III kadencji – Akcja Wyborcza Solidarność“ auf www.rzeczpospolita.pl, abgerufen am 15. September 2026.
  4. ↑ Ergebnis auf der Seite der Wahlkommission, abgerufen am 15. September 2025.
  5. ↑ Ergebnis in Dziennik Ustaw 2004, Nr. 137, S. 9628.
  6. ↑ Ergebnis auf der Seite der Wahlkommission, abgerufen am 15. September 2025.
  7. ↑ Ergebnis auf der Seite der Wahlkommission, abgerufen am 15. September 2025.
  8. ↑ Ergebnis auf der Seite der Wahlkommission, abgerufen am 15. September 2025.
  9. ↑ „Stanisław Karczewski marszałkiem Senatu“ auf www.tvn24.pl, abgerufen am 15. September 2025.
  10. ↑ Ergebnis auf der Seite der Wahlkommission, abgerufen am 15. September 2025.
  11. ↑ Radosław Opas: Adam Bielan ogłosił powstanie Partii Republikańskiej. Wsparł go Jarosław Kaczyński. 20. Juni 2021, abgerufen am 24. Juni 2021 (polnisch).
  12. ↑ „Zjednoczenie PiS z Partią Republikańską. Jarosław Kaczyński wspomniał o »zamachu na demokrację«“ auf www.wprost.pl, abgerufen am 15. September 2025.
  13. ↑ Ergebnis auf der Seite der Wahlkommission, abgerufen am 15. September 2025.
  14. ↑ Abgeordneten-Datenbank. In: Europäisches Parlament. Abgerufen am 1. September 2024.
  15. ↑ „Adam Bielan szefem europejskiej partii. Zastąpił Morawieckiego“ auf www.polsatnews.pl, abgerufen am 15. September 2025.
  16. ↑ „Про відзначення державними нагородами України громадян іноземних держав“ auf president.gov.ua, abgerufen am 15. September 2025.
  17. ↑ „Politycy PiS zwracają ukraińskie odznaczenia. Mocne słowa europosła“ auf www.wprost.pl, abgerufen am 15. September 2025.
Personendaten
NAME Bielan, Adam
ALTERNATIVNAMEN Bielan, Adam Jerzy (vollständiger Name)
KURZBESCHREIBUNG polnischer Politiker, Mitglied des Sejm, Senator, MdEP
GEBURTSDATUM 12. September 1974
GEBURTSORT Danzig, Polen