Abelsche Kategorie

Im mathematischen Teilgebiet der Algebra und angrenzenden Gebieten versteht man unter einer abelschen Kategorie eine Kategorie, die sich in einigen wesentlichen Aspekten wie die Kategorie der abelschen Gruppen verhält. In geringerem Umfang gilt dies auch für additive Kategorien.

Definition

Es sei 𝒞 eine Kategorie und für alle Objekte X,Y∈Ob⁡𝒞 existiere eine binäre Operation +XY auf der Morphismenmenge Hom𝒞(X,Y), sodass (Hom𝒞(X,Y),+XY) eine Abelsche Gruppe bilde.

Dann ist 𝒞 eine präadditive Kategorie, wenn folgende Bedingung erfüllt ist:

𝒞 ist eine additive Kategorie, wenn sie präadditiv ist und zusätzlich die folgenden Bedingungen erfüllt sind:

𝒞 ist eine abelsche Kategorie, wenn sie präadditiv ist und zusätzlich die folgenden (stärkeren) Bedingungen erfüllt sind:

Bedeutung

Abelsche Kategorien sind ein wichtiges Werkzeug, um Aussagen über abelsche Gruppen zu verallgemeinern; so gelten beispielsweise das Fünferlemma oder das Schlangenlemma in jeder abelschen Kategorie. Abelsche Kategorien sind auch der natürliche Kontext für die homologische Algebra.

Eigenschaften

Für abelsche Kategorien gilt:

Beispiele

Präadditive Kategorien:

Additiv ist:

Abelsch sind beispielsweise:

Einbettungssätze

Die enge Verwandtschaft zu den abelschen Gruppen geht so weit, dass man Objekte einer abelschen Kategorie mithilfe eines geeigneten Funktors als spezielle abelsche Gruppen auffassen kann (Einbettungssatz von Mitchell):

Geschichte

Erste Ansätze zur Definition des Begriffes „abelsche Kategorie“ stammen von S. Eilenberg und S. Mac Lane aus den frühen 50er Jahren. Der Durchbruch gelang jedoch erst mit A. Grothendiecks epochemachendem Artikel Sur quelques points d'algèbre homologique aus dem Jahre 1957.

Literatur