Es gibt die Gemarkungen Adelschlag, Möckenlohe, Ochsenfeld und Pietenfeld.
Prielhof wurde 1186 als „Brule“ (nach ahd. bruil = Sumpfwiese) erstmals urkundlich erwähnt.
Geschichte
Bis zum 19. Jahrhundert
Ortsplan Adelschlag von 1813
Im Jahre 893 erfolgte die erste urkundliche Erwähnung des Ortes unter dem Namen Adeloltesloh in der „Vita S. Walburgis“ des Eichstätter Domklerikers Wolfhard von Herrieden. Der Name ist zusammengesetzt aus dem althochdeutschen lōh für Hain und dem Personennamen Adelolt. Im 12. Jahrhundert erfolgten Erwähnungen als Adelesloch und Adalsloch, im 14. Jahrhundert als Adelsloh. Seit 1544 überwiegt die Bezeichnung Adelschlag. Das Kirchdorf – 1313 war das Patronatsrecht von Fürstbischof Philipp von Rathsamhausen dem Augustinerchorherrenstift Rebdorf übergeben worden – war ein Amt des Hochstiftes Eichstätt, das seit 1500 im Fränkischen Reichskreis lag.
Mit der Gebietsreform erfolgte am 1. April 1971 die Zusammenlegung von Adelschlag, Möckenlohe und Ochsenfeld zur Einheitsgemeinde mit Gemeindesitz in Adelschlag. Pietenfeld kam am 1. Mai 1978 hinzu.
Einwohnerentwicklung
Zwischen 1988 und 2018 wuchs die Gemeinde von 2340 auf 3006 um 666 Einwohner bzw. um 28,5%.
Ort Adelschlag und Gemeinde bis 1970
Jahr
1800
1821
1840
1861
1885
1900
1925
1950
1961
1970
1987
2006
2015
Einwohner Gemeinde Adelschlag
256
265
338
337
426
599
516
503
Einwohner Ort Adelschlag
200
210
245
324
317
395
567
509
494
508
630
660
Gebiet der heutigen Gemeinde Adelschlag
Bevölkerungsentwicklung
Jahr
1961
1970
1987
1991
1995
2000
2005
2010
2015
2020
Einwohner
2010
2051
2280
2460
2553
2604
2752
2784
2948
3051
Einwohneraufteilung (Stand 30. November 2020):
Einwohner
Adelschlag
679
Möckenlohe
654
Ochsenfeld
748
Pietenfeld
970
Politik
Gemeinderat
Der Gemeinderat besteht aus dem Ersten Bürgermeister und 14 Mitgliedern. Folgendes Ergebnis ergaben die Gemeinderatswahlen in 2020:
Erster Bürgermeister ist seit dem 1. Mai 2014 Andreas Birzer (CSU). Dieser wurde am 15. März 2020 bei einem Mitbewerber mit 80,42% der Stimmen im Amt bestätigt.
Wappen
Blasonierung: „In Gold ein durchgehendes, eingebogenes rotes Tatzenkreuz, beseitet von vier roten Blüten, belegt mit einem roten Schild, darin die silberne Krümme eines Bischofsstabes.“
Wappenführung seit 1984
Bau- und Bodendenkmäler in Adelschlag
Katholische Filialkirche St. Andreas in Adelschlag; Ansicht von Osten
Die katholische Filialkirche St. Andreas, im Mittelalter Pfarrkirche, wurde 1707 nach Plänen des Eichstätter Hofbaumeisters Jakob Engel durch dessen ParlierJohann Baptist Camesino unter Wiederverwendung älterer Mauerteile neu erbaut. Die Barockaltäre wurden 1717–1718 errichtet; der Sebastiansaltar stammt vom Eichstätter Bildhauer Christian Handschuher. Der Kirchturm, dessen Untergeschosse aus der Romanik stammen, war mit seiner laternenbekrönten Kuppel mit Schindeln gedeckt. Die Barockkirche wurde unter Beibehaltung des Turmes 1972 abgerissen und im Jahr darauf von dem Architekten Karljosef Schattner neu erbaut. Teile der barocken Ausstattung wurden übernommen, so die Altäre und die Stuckkanzel von Franz Xaver Horneis (Horniß) von 1737. Auch wurde das 1893 gemalte Hauptaltarbild von Joseph Kiener wieder angebracht. Eine Rosenkranzmadonna ist eine Barockschöpfung von 1700.
Südlich von Adelschlag am Ortsrand von Möckenlohe wurde ein ehemaliger römischer Gutshof (Villa rustica) gefunden und zum Museum wiederaufgebaut. Im Osten des Dorfes hat sich eine Römerstraße in Resten erhalten.
Wirtschaft und Infrastruktur
Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft
Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 2023 insgesamt 3.238.000 Euro, davon betrugen die Gewerbesteuereinnahmen (netto) 251.000 Euro.
Es gab im Jahr 2023 nach der amtlichen Statistik im produzierenden Gewerbe 83 und im Bereich Handel und Verkehr acht sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. Bei öffentlichen und privaten Dienstleistern waren 49 Personen am Arbeitsort beschäftigt. 31 Personen waren arbeitslos. Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 1.344. Im verarbeitenden Gewerbe gab es keine, im Bauhauptgewerbe zwei Betriebe mit mehr als 20 Beschäftigten. Zudem bestanden im Jahr 2020 51 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 2.187 ha. Davon waren 1.955ha Ackerfläche und 232ha Dauergrünfläche.
Grundschule Adelschlag
Bildung
Es gibt folgende Einrichtungen:
3 Kindertagesstätten: 189 Betreuungsplätze, 159 betreute Kinder (Stand: 2022)
Grundschule Adelschlag: 141 Schülerinnen und Schüler (Schuljahr 2024/25)
Sonstiges
1880 gründete sich in Adelschlag eine Freiwillige Feuerwehr.
Der größte Verein der Gemeinde ist die DJK Pietenfeld-Adelschlag, der über 600 Mitglieder zählt und über Tischtennis, Fußball, Gymnastik, Kinderturnen und Badminton verfügt.
Die Gemeinde ist von einem weiten Netz von Radwegen überzogen.
Im Gemeindeteil Möckenlohe ist in Verbindung mit einem römischen Haustierpark eine wiederaufgebaute römische Villa, genannt „Villa rustica“, zu besichtigen.
Archenbrunn ist ein abgegangener Ort im Gemeindebereich.
Felix Mader (Bearbeiter): Die Kunstdenkmäler von Bayern. Mittelfranken. II. Bezirksamt Eichstätt, München 1928 (Nachdruck München und Wien 1982), S. 23–25
Zur Geschichte von Adelschlag, in: Heimgarten 20 (1949), Nr. 4
Theodor Neuhofer: Beiträge zur Kunstgeschichte des Landkreises Eichstätt, in: Sammelblatt des Historischen Vereins Eichstätt 59 (1961/62), S. 54 f.
Der Eichstätter Raum in Geschichte und Gegenwart, Eichstätt: 2. verbesserte Auflage 1984, S. 149 (dort ausführliche Bibliographie)
12Zahlen und Fakten.Gemeinde Adelschlag,30.November 2020,abgerufen am 5.Dezember 2020(Die Aufteilung erfolgte vermutlich entsprechend den Gemarkungen innerhalb der Gemeinde, nicht entsprechend den Gemeindeteilen).