Adolf Eigl

St. Barbara-Friedhof Linz – Grab von Adolf Eigl

Adolf Karl Eigl (* 14. Februar 1883 in St. Pölten; † 5. März 1958 in Linz) war erster Landeshauptmann des österreichischen Bundeslandes Oberösterreich nach dem Zweiten Weltkrieg. Er war parteilos und gehörte dem liberal-nationalen Lager an.

Leben

Adolf Eigl war ein Sohn des gleichnamigen Senats- und Landesgerichtspräsidenten Adolf Eigl und der Anna Eigl, geb. Hammernik.

Eibl absolvierte das Akademische Gymnasium Spittelwiese in Linz und studierte anschließend Rechtswissenschaften in Wien und Heidelberg. Während seines Studiums wurde er im Wintersemester 1902/03 Mitglied des Oberösterreichisch-akademischen Vereins Germania Wien im Waidhofener Verband (seit 1923 Akademischen Burschenschaft Oberösterreicher Germanen Wien). 1912 promovierte er zum Doktor der Rechtswissenschaften.

Er war in der k.u.k. Monarchie, der Ersten Republik, dem Ständestaat und dem Nationalsozialismus (Reichsstatthalter von Oberdonau) in unterschiedlichen Positionen in der Verwaltung des Bundeslandes tätig gewesen. 1907 war er in den politischen Verwaltungsdienst von Oberösterreich eingetreten und ab Januar 1919 Leiter des Präsidialbüros und Kanzleidirektor der oberösterreichischen Landesregierung. Ende Dezember 1922 wurde er Landesregierungsrat und 1931 zum Wirklichen Hofrat ernannt. Ab 1936 war er für zwei Jahre kommissarischer Leiter der Kammer für Handel, Gewerbe und Industrie. Am 15. März 1938 wurde er Regierungsdirektor Oberösterreichs, was er bis 1939 blieb. Im April 1940 folgte seine Ernennung zum Direktor des Oberversicherungsamtes.

Er beantragte 1938 die Aufnahme in die NSDAP, wurde aber wegen seiner Verbindungen zu anthroposophischen Gesellschaften abgelehnt. Er war mit Adolf Hitler persönlich bekannt, der sich 1938 bei seinem Aufenthalt in Linz bei Eigl nach dem Befinden von Bloch, dem Hausarzt von Hitlers Mutter, erkundigte.

Zur Gewährleistung der Kontinuität in der Verwaltung nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde Eigl von der amerikanischen Besatzungsmacht mit der Regierungsbildung beauftragt. Am 16. Mai 1945 an wurde er somit Landeshauptmann von Oberösterreich, bis er am 22. August 1945; im Oktober 1945 wurde Heinrich Gleißner Landeshauptmann; im Zuge seiner Entnazifizierung im amerikanischen Internierungslager Glasenbach bei Salzburg inhaftiert wurde, wo er bis Juni 1946 blieb. Nach der Rückkehr aus dem Internierungslager wurde er beurlaubt und zum 30. Juni 1948 pensioniert.

Eigl ist begraben am St. Barbara-Friedhof in Linz.

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Austria Kabinettsrat: Protokolle des Kabinettsrates der Provisorischen Regierung Karl Renner. Verlag Berger, 1995, ISBN 978-3-7046-1266-3, S. 511.
  2. ↑ https://e-gov.ooe.gv.at/bgdfiles/p92/Eigl_Adolf_Dr.pdf
Personendaten
NAME Eigl, Adolf
ALTERNATIVNAMEN Eigl, Adolf Karl (vollständiger Name)
KURZBESCHREIBUNG österreichischer Politiker
GEBURTSDATUM 14. Februar 1883
GEBURTSORT St. Pölten
STERBEDATUM 5. März 1958
STERBEORT Linz