Karl Wilhelm Adolf Prüsmann (* 6. Januar 1854 in Hannover; † 8. Juni 1908 in St. Petersburg) war ein deutscher Architekt und Baumeister für Wasserwege und Wasserschutzanlagen. Er erwarb sich Verdienste um den Ausbau des Duisburger Hafens, des Dortmund-Ems-Kanals und des Ems-Weser-Kanals (heute Mittellandkanal).
Prüsmann entschied sich früh für eine Karriere im Wasserbau. Seine Ausbildung durchlief er in Minden bei dem Hannoverisch-Kgl. Baurat und Wasserbauinspektor Johannes Pietsch.
Nachdem er das erste Staatsexamen für Baumeister erfolgreich bestanden hatte, wirkte er auf der Insel Borkum und beaufsichtigte den Bau des dortigen Leuchtturms und der Uferbefestigungen. Danach war er Bauführer beim Bau des Ems-Jade-Kanals, der die Ems bei Emden in Ostfriesland mit dem Jadebusen bei Wilhelmshaven verbindet.
1883 legte er die Baumeisterprüfung ab (2. Staatsexamen). Danach wirkte er bei der Kanalisierung des Mains und später der Mosel mit.
Seine erste Großbaustelle war die Errichtung des Dortmund-Ems-Kanals. Ein großes Hindernis bei diesem geplanten Bau war die Kanalstufe bei Waltrop. Das preußische Ministerium der öffentlichen Arbeiten ließ im Jahr 1890 prüfen, ob besser eine Schleusentreppe oder ein Schiffshebewerk zu bauen sei. Als beauftragter Regierungsbaumeister entwickelte Prüsmann zusammen mit der Gutehoffnungshütte in Oberhausen ein Hebewerk auf fünf Schwimmern. Die Königliche Kanal-Kommission stellte sich hinter seine Entwicklung und zeigte 1892 während des fünften Internationalen Binnenschifffahrts-Kongresses in Paris ein großes Modell, das die Gutehoffnungshütte auf eigene Kosten hatte bauen lassen. Prüsmann erstellte zu dem Projekt eine eigene »Denkschrift über Herstellung von Schiffshebewerken auf mehreren gesteuerten Schwimmkörpern«, die sogar ins Englische und Französische übersetzt wurde. Aufgrund von Widerspruch musste ein großes Bieterverfahren eröffnet werden, aus dem am Ende im Januar 1894 das Unternehmen Haniel & Lueg in Düsseldorf-Grafenberg als Sieger hervorging und mit dem Bau des Schiffshebewerks bei Henrichenburg beauftragt wurde.
Nach Beendigung der Ausschreibung zur Errichtung des Schiffshebewerks Henrichenburg wurde Prüsmann mit der Bearbeitung der Entwürfe zur Errichtung des Ems-Weser-Kanals (heute Mittellandkanal) und er wurde zum Leiter der Wasserbauinspektion Ruhrort, heute eines Stadtteils von Duisburg, berufen. Eines seiner größeren Projekte während der fünfjährigen Tätigkeit in Ruhrort war der Ausbau des Hafens in Ruhrort durch Erweiterung der Hafenbecken A, B und C.
Von Ruhrort ging er für drei Jahre als technischer Attaché der deutschen Botschaft nach Wien. Von Wien aus wurde er zum 1. April 1906 zum Direktor der Kanalbaudirektion in Hannover berufen. Die Vollendung des Mittellandkanals konnte er nicht mehr miterleben, da er durch ein plötzlich eintretendes schweres Herzleiden am Rande des XI. Internationalen Schifffahrtskongresses in St. Petersburg starb. Prüsmann wurde nur 54 Jahre alt.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Prüsmann, Adolf |
| ALTERNATIVNAMEN | Prüsmann, Karl Wilhelm Adolf (vollständiger Name) |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Architekt und Baumeister für Wasserwege und Wasserschutzanlagen |
| GEBURTSDATUM | 6. Januar 1854 |
| GEBURTSORT | Hannover |
| STERBEDATUM | 8. Juni 1908 |
| STERBEORT | St. Petersburg |