Villa Meissenburg, Zug, 1869–1870. Bauherr: Hans von Meiss-von Muralt. Architekten: Adolph und Fritz Brunner, Zürich. Herrschaftliche Sommerresidenz.
Adolph und Fritz Brunner war ein ZürcherArchitekturbüro des Historismus, das von 1865 bis 1886 bestand. Es wurde gemeinsam von den Brüdern Adolph (1837–1909) und Fritz (1839–1886) geführt.
Werk
Die Brüder, Söhne eines Zimmermannsmeisters aus Riesbach, durchliefen zeitversetzt eine beinahe parallele Schul- und Berufsausbildung. Ihre Bauten sind, neben der Neorenaissance-Prägung durch Semper, vor allem durch die französische akademische Tradition gekennzeichnet, durch die sie bei Hans Rychner und vor allem Émile Boeswillwald beeinflusst wurden.
Das Büro gehörte seinerzeit zu den meistbeschäftigten Architekturbüros Zürichs und hatte seinen regionalen Schwerpunkt in Zürich, Bern und Zug. Neben Villen war es während der grossen Bauperiode mit einer Reihe von Geschäftshäusern vor allem auch am Ausbau der unteren Bahnhofstrasse, dem Neubau des Kratzquartiers in Zürich, beteiligt, unter anderem an den geschlossenen Blockbebauungen des Kappelerhofs und des Zentralhofs.
Werke (Auswahl)
Zum Schneggen, Zürich 1864–1866, (Innenausbau des von Leonhard Zeugheer und Georg Lasius geplanten Zunfthauses unter Verwendung von Teilen der vorherigen Gesellschaftshäuser)
Haus Kirchhofer, St. Gallen 1876–1879, heute Museum im Kirchhoferhaus
Wohnhaus Zur Perle, St. Gallen 1876–1878
Haus Zum Steg, St. Gallen 1876–1879
Mehrfamilienhäuser Lendi & Eberhard, Zürich 1877
Haus Blattner, Zürich 1878
Wohn- und Geschäftshaus Hardmeier, Zürich 1879
Gasthaus auf Uto-Kulm, Zürich 1879, umfassend umgebaut
Kappelerhof, Zürich 1878–1888, Blockbebauung nach Konzept von Adolph und Fritz Brunner, Ausführung durch verschiedene Architekten, darunter Fraumünsterstr. 17 durch Brunner
Anne Nagel: Brunner, Adolph und Fritz. In: Isabelle Rucki, Dorothee Huber (Hrsg.): Architektenlexikon der Schweiz – 19./20. Jahrhundert. Birkhäuser, Basel 1998, ISBN 3-7643-5261-2, S. 100.