| Aeolodon | ||||||||||||
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Fossil von Aeolodon priscus. | ||||||||||||
| Zeitliches Auftreten | ||||||||||||
| Oberjura (unteres Tithonium) | ||||||||||||
| 149,2 bis 143,1 Mio. Jahre | ||||||||||||
| Fundorte | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Aeolodon | ||||||||||||
| von Meyer, 1832 | ||||||||||||
| Arten | ||||||||||||
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Aeolodon (von altgr. aiólos = "wechselhaft" und dónti = "Zahn") ist eine Gattung ausgestorbener Meereskrokodile aus dem Oberjura von Deutschland und Frankreich. Die einzige bekannte Art ist Aeolodon priscus. Selbiger war 1814 das erste Mitglied der Teleosauroidea, das einen wissenschaftlichen Namen erhielt.

Von Aeolodon priscus sind zwei nahezu vollständige Skelette bekannt. Die Schnauze war relativ lang und am hinteren Ende "eingeschnürt". Die Nasenöffnung war von vorne gesehen 8-förmig. Die oberen Schläfenfenster waren beinahe rechteckig. Ähnlich Bathysuchus hatte Aeolodon priscus im Vergleich zu anderen Teleosauroidea kleinere und dünne Osteoderme.
Die Art lässt sich von anderen Teleosauroidea außerdem unter anderem durch flache elliptische Grübchen auf dem Stirnbein, der Form der Ansatzstelle des Musculus pterygoideus posterior am Unterkiefer, den Proportionen der mittleren Halswirbel, einer im Vergleich zum Oberarmknochen stark verkürzten Elle und Speiche und der Form der Rückenosteoderme unterscheiden.

Das erste Fossil, geborgen aus den oberjurassischen Schichten der Mörnsheim-Formation, wurde im Jahr 1814 erstmals von Samuel Thomas von Soemmering als Crocodilus priscus benannt und allgemein für einen Vertreter der Gaviale gehalten. Das Fossil selbst erhielt von Soemmering von dem in Monheim ansässigen Grafen Johann Adam Reisach.
Hermann von Meyer hat im Jahr 1830 für C. priscus den Gattungsnamen Aeolodon eingeführt. 1832 folgte durch denselben Autor eine detaillierte Beschreibung der Art. Von Meyer stimmte einer allgemeinen Ähnlichkeit zu den Gavialen zu, betonte aber auch die zahlreichen Unterschiede, darunter die Schnauzenlänge, die Form der Schädelknochen, die Bezahnung, die Anzahl der Wirbel oder Proportionen der Beine. Lydekker (1888) vermutete, dass ein schlecht erhaltener Schädel aus Solnhofen ebenfalls zu Aeolodon gehören könnte.
Aeolodon priscus wurde im Verlauf des 19. und 20. Jahrhunderts von verschiedenen Autoren teilweise anderen Gattungen zugeordnet, wie z. B. Teleosaurus, Mystriosaurus, Steneosaurus oder Gavialis. Mittlerweile herrscht ein Konsens, dass es sich bei Aeolodon tatsächlich um eine eigenständige Gattung handelt.
Johnson et al. (2020) ordnen neben dem von Soemmering (1814) beschriebenem Exemplar ein weiteres Fossil aus dem französischen Canjuers Aeolodon zu.
Aeolodon wird innerhalb der Thalattosuchia der Familie Teleosauridae zugeordnet. Innerhalb dieser fungiert die Gattung als Namensgeber der Unterfamilie Aeolodontinae bzw. der Tribus Aeolodontini.
Kladogramm nach Young et al. (2024):
| Teleosauroidea |
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Aeolodon wird gemeinsam mit anderen Mitgliedern der Aeolodontini (namentlich Sericodon und Bathysuchus) als Generalist interpretiert, der mehr an eine pelagische Lebensweise angepasst war als die meisten anderen Teleosauroidea. Dafür sprechen die nur gering ornamentierten Schädelknochen und die reduzierten Osteoderme. Ein ähnlicher Trend lässt sich in den rein pelagischen Metriorhynchiden beobachten, wobei argumentiert wird, dass diese Arten aufgrund ihrer Lebensweise weniger auf ein Sonnenbad als semiaquatische Arten angewiesen waren und deshalb weniger stark von Blutgefäßen durchsetzte, ornamentierte Knochen ausgebildet haben. Auch das verkürzte Schienbein und die insgesamt kurzen, eher paddelartigen Vorderbeine von Aeolodon sprechen für eine pelagische Lebensweise.
Neben Aeolodon wurde in der Typlokalität bei Daiting eine hohe Diversität an weiteren Meereskrokodilen entdeckt. So stammen von dort ebenfalls Fossilien der Metriorhynchiden Geosaurus, Cricosaurus und Rhacheosaurus. Die Koexistenz mehrerer Thalattosuchia-Arten in den süddeutschen Lagunen des Oberjura kann mit einem Phänomen namens „niche partioning“ erklärt werden. Trotz ihrer nahen evolutionären Verwandtschaft unterschieden sich die hier gefundenen Arten deutlich in Schädelform, Bezahnung und allgemeinem Körperbau.