| Indosinosuchus | ||||||||||||
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Schädel von Indosinosuchus potamosiamensis. Maßstabsleiste = 10 cm. | ||||||||||||
| Zeitliches Auftreten | ||||||||||||
| Mitteljura? bis Oberjura? | ||||||||||||
| 165,3 bis 143,1 Mio. Jahre | ||||||||||||
| Fundorte | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Indosinosuchus | ||||||||||||
| Martin et al., 2018 | ||||||||||||
| Arten | ||||||||||||
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Indosinosuchus, benannt nach der indochinesischen Mikroplatte, von der die aktuell bekannten Fossilien stammen, ist eine Gattung ausgestorbener Krokdodilartiger aus dem Mittel- oder Oberjura von Thailand. Das genaue geologische Alter der Fossilien von Indosinosuchus ist nicht bekannt. Im Gegensatz zu seinen meeresbewohnenden Verwandten ist die Art Indosinosuchus potamosiamensis außerdem eines der wenigen bekannten Mitglieder der Thalattosuchia, das innerhalb von Süßwasserablagerungen gefunden wurde. Der Gattung werden aktuell mindestens zwei Arten zugeordnet.


Indosinosuchus ist anhand mehrerer Exemplare überliefert, insbesondere deren Schädel. Die Gattung glich im Grunde anderen Mitgliedern der Familie Teleosauridae. Wesentliche Unterschiede zu anderen Arten der Überfamilie Teleosauroidea sind die Position der Zahnreihen und des Kiefergelenks im Verhältnis zum Hinterhaupt, gemeinsam mit einer kaum vorhandenen Ornamentierung des Oberkieferknochens sowie einer Anzahl von etwa 60 Zähnen im Unterkiefer. Die Typusart I. potamosiamensis zeichnet sich außerdem durch Charakteristika des Nasenbeins und der Anordnung der Zähne im vorderen Oberkiefer aus. Die Art I. peninsularensis lässt sich unter anderem durch Merkmale des Zwischenkieferbeins und der Ausdehnung des Nasenbeins definieren.
Indosinosuchus zeigt außerdem Gemeinsamkeiten mit Arten, die mittlerweile der verwandten Familie Machimosauridae zugeordnet werden, darunter die kurze Schnauze sowie die oberen Schläfenfenster, die etwa doppelt so lang wie breit waren.
Die Wissenschaftler um Martin et al. (2018) hatten anhand mehrerer Exemplare aus dem thailändischen Phu Noi ursprünglich nur die Art Indosinosuchus potamosiamensis benannt (von altgr. ποταμóς für "Fluss" und Siam).
Im Jahr 2020 argumentierten Johnson et al., dass einer der Schädel aufgrund der Ausdehnung des Zwischenkieferbeins und einem teilweise verdickten Postorbitale eine eigene Art darstellt, die sie Indosinosuchus kalasinensis nennen (benannt nach der Provinz Kalasin). Lauprasert et al. (2026) zeigten nach einer weiteren Präparation und mittels Computertomographie des Fossils allerdings, dass sich die besagten Unterschiede nicht bestätigen lassen und die Art als Juniorsynonym von I. potamosiamensis zu sehen ist.
Dieselben Autoren haben anhand eines Exemplars aus dem thailändischen Ban Nam Pun die Art Indosinosuchus peninsularensis benannt (bezugnehmend auf die thailändische Halbinsel).
Indosinosuchus wird der Familie Teleosauridae zugeordnet. Innerhalb dieser steht er der europäischen Gattung Mystriosaurus und noch unbenannten Funden aus China, die ursprünglich der Gattung Peipehsuchus zugeordnet wurden, am nächsten.
Kladogramm nach Young et al. (2024):
| Teleosauroidea |
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Die Fossilien der Typusart Indosinosuchus potamosiamensis wurden im Liegenden der Phu Kradung-Formation geborgen, die als Ablagerungsraum einer von Seen dominierten Auenlandschaft mit komplexen Flussläufen interpretiert wird. Die Reste stammen dabei aus einem einzelnen Horizont, der wohl in einem Altarm abgelagert wurde. Die Art teilte sich ihren Lebensraum unter anderem mit hybodontiformen Knorpelfischen, Knochenganoiden, Lungenfischen, Temnospondyliern, Schildkröten, Pterosauriern, aber auch Dinosauriern wie zum Beispiel Minimocursor. Die Kadaver der bekannten Exemplare lagen dabei während einer damaligen Trockenphase offenbar für längere Zeit an der freien Luft. Darauf deuten Trockenrisse im Sediment sowie Spuren an den Knochen hin, die Speckkäfern oder anderen aasfressenden Insekten zugeschrieben werden.
I. potamosiamensis hat sich wohl für längere Zeit in diesen Süßgewässern aufgehalten. Dafür sprechen die Verhältnisse der Strontiumisotopen in den Zähnen der Tiere. Ob es deren dauerhafter Lebensraum war, ob die Tiere nur zeitweise dorthin migriert sind, lässt sich aktuell nicht bestimmen. Die Art Indosinosuchus peninsularensis hingegen stammt aus den Schichten der Khlong Min-Formation, die wahrscheinlich innerhalb einer Lagune abgelagert wurden.
Indosinosuchus weichte mit seinen kürzeren und kräftigeren Kiefern von anderen bekannten Teleosauriden ab und glich bezüglich seiner biomechanischen Anpassungen eher den verwandten Machimosauriden.