
Aert Schouman (* 4. März 1710 in Dordrecht; † 5. Juli 1792 in Den Haag) war ein niederländischer Maler, Grafiker, Zeichner, Glasschneider, Kunstsammler und Zeichenlehrer des 18. Jahrhunderts. Er zählte zu den bedeutendsten niederländischen Künstlern seiner Zeit und arbeitete in den Bereichen Porträt-, Historien-, Tier- und Stilllebenmalerei sowie in der Druckgrafik und Glasgravur.

Aert Schouman wurde 1710 in Dordrecht geboren. Von 1725 bis 1733 war er Schüler des Malers Adriaan van der Burg. Gleichzeitig lernte er bei Cornelis Greenwood bzw. dessen Vater die Kunst des Glasschneidens und der Glasgravur. Ab dem 16. Oktober 1733 führte Schouman über zwanzig Jahre hinweg bis zum 16. November 1753 ein ausführliches Tagebuch über seine künstlerische Tätigkeit. Schouman war eng in das kulturelle und gesellschaftliche Leben von Dordrecht eingebunden. So gründete er im Jahr 1736 nach dem Vorbild der Haager Confrerie Pictura einen Zusammenschluss von Kunstliebhabern in Dordrecht und Umgebung, dessen Vorsitz er von 1752 bis 1762 innehatte. Von 1742 bis 1792 war er Dekan der Dordrechter Malergilde. Zudem war er 1751 Vorsitzender der Zeichenakademie in Den Haag und bekleidete dort weitere leitende Funktionen innerhalb der Künstlervereinigung Pictura. Er erhielt Aufträge in Dordrecht, Den Haag und Middelburg und unternahm zwei Reisen nach England. Ab 1733 unterrichtete er zahlreiche Schüler in Dordrecht und Den Haag, darunter Wouter Dam, Jan van Os und seinen Großneffen Martinus Schouman. Neben seiner Tätigkeit als Künstler war er auch als Kunsthändler und Kunstsammler aktiv. Aert Schouman starb 1792 in Den Haag.

Sein Werk umfasst Gemälde, Zeichnungen, Aquarelle, Druckgrafiken, Glasgravuren und dekorative Arbeiten. Als Maler schuf er Stillleben, Genreszenen, mythologische und biblische Historienbilder, Porträts sowie topografische Ansichten. Viele seiner Werke sind heute nur noch durch Auktionskataloge oder schriftliche Quellen bekannt. Zu seinen bekannten Historienbildern zählt Juno stellt Argus als Hüter von Io an aus dem Jahr 1738, das sich im Dordrechts Museum befindet. Seine Porträts zeigen sowohl verstorbene historische Persönlichkeiten als auch Zeitgenossen. Mehrere Selbstbildnisse sind überliefert, darunter das Selbstbildnis an der Staffelei von 1787, das sich im Rijksmuseum Amsterdam befindet. Besondere Bedeutung besitzen seine Tierdarstellungen und Naturstudien. Im Auftrag von Prinz Willem V. schuf Schouman eine Serie von fünf Gemälden mit einheimischen und exotischen Vögeln zur Ausstattung von Huis ten Bosch in Den Haag. Diese Arbeiten sollten eine idealisierte Menagerie darstellen. Für das Rathaus am Groenmarkt in Den Haag fertigte er zudem eine Deckenmalerei mit Vogeldarstellungen an.
Seine Zeichnungen zeigen Ansichten von Dordrecht und Umgebung sowie Eindrücke seiner Englandreisen. Ebenfalls bedeutend sind seine Naturstudien von Flora und Fauna. Darüber hinaus fertigte er Aquarellkopien nach Alten Meistern an, die als Vorlagen für Kupferstiche des Verlegers Isaac Tirion dienten und bei Sammlern sehr geschätzt wurden.
Neben der Malerei arbeitete Schouman als Radierer, Schabkünstler und Glasschneider. Er bemalte Fächer, Uhrgehäuse und Schnupftabakdosen und entwarf kirchliche Ausstattungsgegenstände. Seine Werke befinden sich unter anderem im Rijksmuseum Amsterdam, im Dordrechts Museum und in den Historischen Sammlungen des Hauses Oranien-Nassau in Den Haag sowie in weiteren niederländischen und internationalen Museen. Im 19. Jahrhundert geriet Schouman weitgehend in Vergessenheit. Seit der Mitte des 20. Jahrhunderts wird sein Werk jedoch erneut wissenschaftlich untersucht und gewürdigt.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Schouman, Aert |
| KURZBESCHREIBUNG | niederländischer Maler, Grafiker, Zeichner, Glasschneider, Kunstsammler und Zeichenlehrer |
| GEBURTSDATUM | 4. März 1710 |
| GEBURTSORT | Dordrecht |
| STERBEDATUM | 5. Juli 1792 |
| STERBEORT | Den Haag |