| Strukturformel | ||||||||||||||||
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| Allgemeines | ||||||||||||||||
| Freiname | Aficamten | |||||||||||||||
| Andere Namen |
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| Summenformel | C18H9N5O2 | |||||||||||||||
| Externe Identifikatoren/Datenbanken | ||||||||||||||||
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| Arzneistoffangaben | ||||||||||||||||
| Wirkstoffklasse |
Herztherapeutikum | |||||||||||||||
| Wirkmechanismus | ||||||||||||||||
| Eigenschaften | ||||||||||||||||
| Molare Masse | 337,38 g·mol−1 | |||||||||||||||
| Aggregatzustand |
fest | |||||||||||||||
| Löslichkeit |
löslich in DMSO | |||||||||||||||
| Sicherheitshinweise | ||||||||||||||||
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| Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa). | ||||||||||||||||
| Pharmakologische Daten | |
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| Verabreichungsweg | Oral (Einnahme) |
| Plasmaeiweißbindung | 90 % |
| Maximaler Plasmaspiegel | nach 1,5 Stunden, Zeit bis zum Steady-State ca. 17 Tage |
| Halbwertszeit | 80 Stunden |
| Metabolisierung | Hepatisch, vorwiegend CYP2C9, CYP3A und CYP2D6 |
| Ausscheidung | Urin, Fäzes |
Aficamten ist ein Arzneistoff aus der Gruppe der kardialen Myosininhibitoren (CMI). Unter dem Namen Myqorzo (Hersteller: Cytokinetics) wurde er im Februar 2026 in der Europäischen Union zugelassen zur Behandlung der obstruktiven hypertrophen Kardiomyopathie (HOCM), einer seltenen Erbkrankheit des Herzens, bei der es zu lebensbedrohlichen Herzereignissen kommen kann.
Die Anwendung erfolgt oral (Einnahme).
Wie das bereits verfügbare Mavacamten hemmt Aficamten die Bildung von Myosin-Aktin-Querbrücken, indem es reversibel an die Motordomäne des kardialen Myosins bindet und den Eintritt in den kraftproduzierenden Zustand verhindert. In der Folge wird die Kontraktilität des Herzmuskels reduziert.
Pharmakokinetisch unterscheidet sich Aficamten durch eine kürzere Halbwertszeit und rascheres Erreichen der Steady-State-Konzentration von Mavacamten. Im Vergleich zu Mavacamten hat es eine flachere Dosis-Wirkungs-Beziehung, was bedeutet, dass bei einer Dosiserhöhung die linksventrikuläre Auswurffraktion vergleichsweise weniger abnimmt.

Das zugelassene Anwendungsgebiet umfasst die Behandlung der symptomatischen (New York Heart Association NYHA Klasse II-III) hypertrophen obstruktiven Kardiomyopathie bei erwachsenen Patienten.
Die Zulassung basiert auf den Ergebnissen der multizentrischen Studie SEQUOIA-HCM an 282 Erwachsene mit symptomatischer HOCM, die über 24 Wochen mit Aficamten oder Placebo behandelt wurden.
Die Studienteilnehmer zeigten unter Aficamten im Vergleich zu Placebo eine stärkere Verbesserung der maximalen Sauerstoffaufnahme (pVO2, primärer Endpunkt). Es kam zu einer signifikanten Verbesserung des Gradienten im linksventrikulären Ausflusstrakt (LVOT-G). Bei 59 Prozent der Teilnehmer verbesserte sich die körperliche Aktivitätseinschränkung (Verbesserung um ≥ 1 NYHA-Klasse) im Vergleich zu 24 Prozent bei den Placebo-Empfängern.
Die am häufigsten berichteten Nebenwirkungen waren Schwindelgefühl, systolische Dysfunktion (definiert als linksventrikuläre Ejektionsfraktion (LVEF) < 50 %), Herzstolpern (Palpitationen) und Hypertonie. Nicht angewendet werden darf Aficamten gleichzeitig mit bestimmten CYP2C9-, CYP2D6- und CYP3A4-Induktoren (z. B. Adagrasib, Fluconazol, Rifampicin, Johanniskraut), da dies die Verstoffwechselung (Abbau) von Aficamten hemmt und es zur erhöhten Exposition kommt.
Da Aficamten die kardiale Kontraktilität und die LVEF verringert, kann es zu einer systolischen Dysfunktion mit Herzversagen kommen. Daher muss bei Patienten während der Therapie ein Monitoring der Herzfunktion erfolgen.
Die Zulassung erfolgte unter dem Namen Myqorzo 2025 in den USA und 2026 für den EWR.
In den USA wurde der Status Breakthrough Therapy und Orphan-Arzneimittel zuerteilt.