Afraid of Sunlight Tour

Afraid of Sunlight Tour
von Marillion
Präsentationsalbum Afraid of Sunlight
Anfang der Tournee 2. August 1995
Ende der Tournee 21. November 1995

Konzerte insgesamt
(nach Kontinent)

Konzerte insgesamt 40
Chronologie
Brave Tour
(1994)
Afraid of Sunlight Tour This Strange Tour
(1997)

Die Afraid of Sunlight Tour war eine weltweite Konzerttournee der britischen Neo-Prog-Band Marillion. Sie unterstützte mit dieser Tour ihr 1995 veröffentlichtes und namensgebendes Studioalbum Afraid of Sunlight.

Hintergrund

Marillion starteten ihre Afraid of Sunlight Tour am 2. August 1995 in Washington, D.C. und beendeten sie am 21. November des gleichen Jahres in Krakau. Sie umfasste insgesamt 40 Auftritte in Europa und Nordamerika. Die Kürze der Tournee war durch eine schweren Krise zwischen der Band und ihrer Plattenfirma EMI begründet (verursacht durch den kommerziellen Misserfolg des Vorgängeralbums Brave und der dazugehörigen, ambitionierten Tournee) und stand ganz im Zeichen des drohenden und letztlich vollzogenen Bruchs. Statt Energie in eine lange Tour für ein Major-Label zu stecken, das sie nicht mehr unterstützte, konzentrierten sich Marillion darauf, die Tour zügig zu beenden, um sich aus den vertraglichen Fesseln zu lösen und ihre Zukunft als unabhängige Band vorzubereiten. EMI hatte im Grunde bereits mit der Band abgeschlossen und investierte kaum noch Geld oder Mühe in das Marketing für Tournee und Album. Marillion-Sänger Steve Hogarth kommentierte diese Misere folgendermaßen: „Afraid of Sunlight ist eher entkommen als veröffentlicht worden.“

Da Afraid of Sunlight unter großem Zeitdruck entstand und sich textlich stark mit den Schattenseiten von Ruhm, selbstzerstörerischen Ikonen und dem harten Musikbusiness auseinandersetzt, spiegelte sich dies im minimalistischen Set-Design wider. Die Band verzichtete auf opulente Requisiten und die Show verließ sich primär auf ein atmosphärisches, oft düsteres und reduziertes Lichtdesign, das die Melancholie der neuen Songs untermalen sollte. Eine visuelle Besonderheit, die auf dieser Tournee etabliert wurde und die Band bis heute bei Konzerten begleitet, betrifft die Live-Aufführung des damals neuen Titels King. Während des sich steigernden Schlussteils wurden auf einer Leinwand im Hintergrund Porträts von verunglückten, jung verstorbenen oder tragisch geendeten Ikonen der Rockmusik-Geschichte wie Kurt Cobain, Elvis Presley, Jimi Hendrix oder John Lennon eingeblendet.

Die logistische Entscheidung, die reguläre Bühnenshow für die Tournee reduziert zu halten, führte zu einer bis heute anhaltenden Besonderheit: Um vor allem die Kosten für die Nordamerika-Tour zu senken, spielten Steve Hogarth, Steve Rothery und Pete Trewavas im Vorfeld ausgewählter Konzerte (so beispielsweise in Pittsburgh und Poughkeepsie) ihre ersten akustischen Mini-Gigs unter dem Namen „Los Trios Marillos“. Diese komplett reduzierten Akustik-Auftritte feierten auf dieser Tournee ihre Premiere und entwickelten sich später zu einer festen Institution bei den Fan-Conventions der Band.

Liveaufnahmen

Ausgewählte Aufnahmen des Auftritts in Rotterdam am 29. September 1995 wurden für Marillions drittes Livealbum Made Again (1996) verwendet. Eine Aufnahme des vollständigen Konzertes erschien 2019 im Rahmen der Veröffentlichung der Deluxe-Edition des Albums Afraid of Sunlight.

Setlist

Beispiel-Setlist

Zugaben:

Tourdaten

Nr. Datum Stadt Land Veranstaltungsort
Leg 1 – Nordamerika
1 2. August 1995 Washington, D.C. Vereinigte Staaten The Bayou
2 3. August 1995 Philadelphia Theatre of Living Arts
3 4. August 1995 Boston Paradise Rock Club
4 5. August 1995 Toronto The Warehouse
5 7. August 1995 New Haven Vereinigte Staaten Toad’s Place
6 8. August 1995 New York City Tramps
7 9. August 1995 South Amboy Club Bene
8 11. August 1995 Cleveland The Odeon
9 12. August 1995 Pittsburgh Graffiti
10 13. August 1995 Columbus Newport Music Hall
11 14. August 1995 Grand Rapids Orbit Room
12 15. August 1995 Chicago Park West
13 17. August 1995 Montréal Le Spectrum
14 18. August 1995 Quebec City Salle Albert-Rousseau
15 19. August 1995 Poughkeepsie Vereinigte Staaten The Chance
Leg 2 – Europa
16 15. September 1995 Oxford England New Theatre
17 16. September 1995 London The Forum
18 17. September 1995 Cambridge Corn Exchange
19 19. September 1995 Wolverhampton Civic Hall
20 20. September 1995 Manchester Apollo Theatre
21 21. September 1995 Leeds Town and Country Club
22 23. September 1995 Glasgow Barrowland Ballroom
23 24. September 1995 Nottingham England Royal Concert Hall
24 25. September 1995 Cardiff St David’s Hall
25 27. September 1995 London England Shepherd’s Bush Empire
26 29. September 1995 Amsterdam Niederlande Sportpaleis Ahoy’
27 30. September 1995 Düdelingen Centre Sportif
28 1. Oktober 1995 Hamburg Deutschland Große Freiheit 36
29 2. Oktober 1995
30 4. Oktober 1995 Paris Frankreich Le Zénith
31 5. Oktober 1995 Saarbrücken Deutschland Kulturfabrik
32 6. Oktober 1995 Bonn Biskuithalle
33 7. Oktober 1995 Hannover Capitol
34 9. Oktober 1995 Bielefeld PC69
35 10. Oktober 1995 Neu-Isenburg Hugenottenhalle
36 11. Oktober 1995 Filderstadt FILharmonie
Leg 3 – Europa
37 17. November 1995 Leipzig Deutschland Haus Auensee
38 19. November 1995 Posen Hala Arena
39 20. November 1995 Warschau Koloseum
40 21. November 1995 Krakau Stadion Korona

Band

Einzelnachweise

  1. ↑ Robert Schlegel: Marillion - Afraid Of Sunlight | Surround Sound Mix. In: surroundmixe.de. 30. Januar 2020, abgerufen am 2. Oktober 2026.
  2. ↑ Grant Moon: Marillion - Afraid Of Sunlight Deluxe Edition review. 1. November 2019, abgerufen am 2. Oktober 2026 (englisch).
  3. ↑ Philip Wilding1994's Brave set Marillion on a collision course with their record label, EMI A. year later, they went out on a high with Afraid of Sunlight This is the story: “Afraid Of Sunlight escaped more than it was released." How Marillion's eighth album brought the curtain down on their time at EMI and set the band up for the rest of their career... 26. Juni 2026, abgerufen am 2. Oktober 2026 (englisch).
  4. ↑ Marillion – The Web Germany. Abgerufen am 2. Oktober 2026.
  5. ↑ marillion.com | The Official Website. Abgerufen am 2. Oktober 2026 (englisch).