Agathe Israel (* 1949 in Hildburghausen als Agathe Köhler) ist eine deutsche Psychiaterin, Psychoanalytikerin und Autorin. Ihr Schwerpunkt in Forschung und Publikationen ist die Psychologie von Frühgeborenen, Säuglingen und der Eltern-Kind-Beziehung.
Agathe Israel wuchs in der DDR auf und studierte Medizin in Jena. Anfang der 1970er beteiligte sie sich als Ärztin an der Sozialpsychiatriereform in Leipzig. So initiierte sie die Anwendung der im staatlichen Gesundheitswesen der DDR weitverbreiteten Intendierten Dynamischen Gruppenpsychotherapie aufs Jugendalter und setzte diese gemeinsam mit ihrem Leipziger Team um. 1986 promovierte sie an der medizinischen Fakultät der Universität Leipzig mit einer Dissertation zum Thema Die neuropsychiatrische Versorgung im Kindes- und Jugendalter im Bezirk Leipzig. 1988 wurde Israel für die Kinder- und Jugendpsychotherapie im Fachkrankenhaus für Neurologie und Psychiatrie Berlin-Lichtenberg (1992 fusioniert zum Evangelischen Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge, kurz KEH) gewonnen und mit der Bildung eines Bereichs für Psychotherapie im Kindes- und Jugendalter mit 50 Behandlungsplätzen beauftragt. Sie wurde Leiterin der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie im KEH Berlin.
Israel ist Fachärztin für Neurologie/Psychiatrie, für Kinder- und Jugendpsychiatrie sowie für Psychotherapeutische Medizin, ferner Psychoanalytikerin für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Sie ist Lehranalytikerin der DGPT. Nach langer Tätigkeit in der stationären Kinder- und Jugendpsychiatrie arbeitete sie in eigener Praxis mit dem Schwerpunkt Säuglings-Kleinkind-Eltern-Psychotherapie (SKEPT) in Neuenhagen bei Berlin. Sie gehört der Vereinigung Analytischer Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapeuten in Deutschland e. V. (VAKJP) an und ist dort Ansprechpartnerin für die neuen Bundesländer.
Sie ist Mitbegründerin und Vorstand des Institut für Analytische Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapie in Berlin (IAKJP), heute mit dem Zusatz Esther Bick.
Agathe Israel illustrierte die von ihrem Ehemann Jürgen Israel 1978 herausgegebene Werkauswahl Der Regenengel von Christine Busta sowie das 2013 veröffentlichte Werk Eine Auswahl aus den Gedichten von Jürgen Israel mit Grafiken. Beide leben und arbeiten in Neuenhagen bei Berlin.
Israel hat die psychischen Folgen der öffentlichen Früherziehung in der DDR untersucht und aus psychologischer Sicht die wesentlichen Merkmale der Abwertung von kindlicher Entwicklungslangsamkeit in der von ihr so genannten „Erziehungsdiktatur“ DDR geprägt. Ihre Untersuchungen wurden von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur gefördert. Sie beschreibt eine sehr frühzeitige Herauslösung aus der Familie: „Frühkindliche Deprivation, also Beraubung der wesentlichsten Erfahrung ‚Geborgenheit‘ waren die Folge.“
Die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur sieht in der von Israel gemeinsam mit Ingrid Kerz-Rühling herausgegebenen Studie Krippen-Kinder in der DDR „einen wegweisenden Beitrag zur aktuellen Diskussion um Kleinkinderbetreuung in Deutschland“. Die Studie basiert „auf umfangreichen qualitativen Interviews mit 20 ehemaligen Krippenkindern, die heute eigene Kinder in frühkindlichen Erziehungseinrichtungen untergebracht haben“.
Israel befasst sich ferner mit der Erforschung frühen Erlebens und mit Frühgeborenen- und Säuglingsbeobachtung.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Israel, Agathe |
| ALTERNATIVNAMEN | Köhler, Agathe (Geburtsname) |
| KURZBESCHREIBUNG | deutsche Psychiaterin, Psychoanalytikerin und Autorin |
| GEBURTSDATUM | 1949 |
| GEBURTSORT | Hildburghausen |