
Agnes Mathilda Kalibata (* 20. Jahrhundert in Ruanda) ist eine ruandische Agrarwissenschaftlerin und Politikerin. Sie war von 2008 bis 2014 Minister of Agriculture and Animal Resources und Präsidentin der Alliance for a Green Revolution in Africa (AGRA).
Kalibata ist die Tochter von Kleinbauern, die während des Unabhängigkeitskampfes Anfang der 1960er Jahre vertrieben wurden. Sie wuchs in einem Flüchtlingslager in Uganda auf, wo ihre Eltern Bohnen und Mais anbauten und Kühe hielten. Ihre Ausbildung und die ihrer Geschwister wurde durch das Einkommen der Familie aus der Landwirtschaft finanziert, was ihr ein Studium der Entomologie und Biochemie an der Makerere-Universität ermöglichte. Sie erwarb dort einen Bachelor-Abschluss und einen Master-Abschluss in Landwirtschaft. 2005 promovierte sie in Entomologie an der University of Massachusetts Amherst. Nach ihrer Promotion forschte sie am Kawanda Agricultural Research Institute in Zusammenarbeit mit dem International Institute of Tropical Agriculture, der Makerere-Universität in Uganda und der University of Massachusetts.
Als sie nach Ruanda zurückkam, übernahm sie von 2008 bis 2014 das Amt der Ministerin für Landwirtschaft und Tierressourcen (MINAGRI). Während ihrer Amtszeit setzte sie wissenschaftlich fundierte Ansätze in der Landwirtschaft um, wodurch die Nahrungsmittelproduktion deutlich gesteigert und die Ernährungssicherheit in Ruanda verbessert wurde. 2008 wurde sie Mitglied des IFDC-Vorstands, leitete den Afrika-Ausschuss und war Mitglied des Exekutiv- und des Prüfungsausschusses.
Von 2014 bis 2025 war Kalibata Präsidentin der Alliance for a Green Revolution in Africa (AGRA), wo sie gemeinsam mit öffentlichen und privaten Partnern die Bemühungen der Organisation leitete, durch schnelles und nachhaltiges landwirtschaftliches Wachstum ein ernährungssicheres Afrika zu gewährleisten und die Produktivität und Lebensgrundlagen von Millionen von Kleinbauern in Afrika zu verbessern.
Am 16. Oktober 2019 verkündete der UN-Generalsekretär António Guterres eine Welternährungskonferenz für September 2021 einzuberufen. Von 2019 bis 2021 war Kalibata Sondergesandte des UN-Generalsekretärs für den Food Systems Summit 2021, um einen Prozess zur Verbesserung der Lebensmittelsysteme auf der ganzen Welt anzustoßen, um die Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs) und das Übereinkommen von Paris zu erreichen. Der von ihr in Gang gesetzte Prozess sorgte in 166 Mitgliedsstaaten für Zustimmung und soll 3,5 Milliarden Menschen erreicht haben.
2023 wurde Kalibata in den Beratungsausschuss der 28. Sitzung der Konferenz der Vertragsparteien (COP28) des Rahmenübereinkommens der Vereinten Nationen über Klimaänderungen (UNFCCC) berufen. Als Mitglied des Präsidentenbeirats der COP28 spielte sie eine wichtige Rolle dabei, sicherzustellen, dass das Abschlussdokument Landwirtschaft und Ernährung in Zusammenhang mit dem Klimawandel stellt, was zur von 159 Ländern unterzeichneten Erklärung der VAE zu Lebensmittelsystemen und Klimawandel führte.
Kalibata gründete 2025 C4Impact und leitet diese Sozialunternehmen gemeinsam mit einem Team weiblicher Führungskräfte. C4Impact arbeitet mit Regierungen, Entwicklungsorganisationen und der Privatwirtschaft zusammen, um Ressourcen in konkrete Ergebnisse umzuwandeln und inklusives Wachstum, Resilienz und Ernährungssicherheit voranzutreiben.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Kalibata, Agnes |
| ALTERNATIVNAMEN | Kalibata, Agnes Mathilda |
| KURZBESCHREIBUNG | ruandische Agrarwissenschaftlerin und Politikerin |
| GEBURTSDATUM | 20. Jahrhundert |
| GEBURTSORT | Ruanda |