| Aish | |
|---|---|
| Rechtsform | Vereinigung ohne Gewinnerzielungsabsicht |
| Gründung | 1974 |
| Gründer | Noah Weinberg |
| Sitz | Jerusalem, |
| Zweck | Religiöse Missionsarbeit und Bildung |
| Vorsitz | Yitzchak Berkovitz (Leiter der Jeschiwa) |
| Geschäftsführung | Steven Burg (CEO) |
| Umsatz | – |
| Website | aish.com, aish.co.il, aish.org.uk, aish.fr, aishlatino.com |
Aish (hebräisch für „Feuer“) ist eine ultraorthodoxe Bildungs- und Missions-Bewegung mit Sitz in Jerusalem. Sie wurde 1974 von Rabbiner Noah Weinberg gegründet mit dem Ziel, säkulare Juden zum orthodoxen Judentum zu bekehren. Die Organisation betreibt weltweit 33 Zweigstellen, überwiegend im anglophonen Raum, und die stark frequentierte Website Aish.com.
Aish ist bekannt für ihre Missionsarbeit an jungen Backpackern und Touristen sowie für ihre Bildungsprogramme, die moderne Naturwissenschaften mit orthodoxer Theologie verbinden. Die Ausbildung in der Jerusalemer Jeschiwa umfasst unter anderem das „Discovery Seminar“ mit Gottesbeweisen und einer Theorie zu Bibelcodes. Die Organisation wird wissenschaftlich teils aufgrund ihrer Rekrutierungsmethoden, ihres Fundamentalismus und ihres apokalyptischen Weltbilds als neue religiöse Bewegung eingeordnet, was jedoch umstritten ist.
Neben der religiösen Arbeit hat Aish mehrere politisch ausgerichtete Projekte gegründet oder ist eng mit ihnen verbunden, darunter sicher HonestReporting (Medienkritik) und die Hasbara Fellowships (Campus-Aktivismus) sowie wahrscheinlich das Clarion Project (Islamkritik); mutmaßlich auch Canary Mission (Online-Blacklisting). Diese Projekte werden von Kritikern als Teil pro-israelischer oder islamfeindlicher Advocacy-Netzwerke eingeordnet. Die Organisation selbst beschreibt sich als unpolitisch.

Die Ursprünge von Aish liegt in der Gründung der Jeschiwa „Aish HaTorah“ („Feuer der Tora“) durch Noah Weinberg in Jerusalem (Israel) um 1974. Weinberg, ein ultraorthodoxer Rabbiner aus den USA, war zur Überzeugung gelangt, die westliche Gesellschaft sei eine „kranke“ Gesellschaft und Juden begingen „spirituellen Selbstmord“, wenn sie nicht-Juden heirateten. In den 1960ern emigrierte er daher nach Israel mit dem vorgefassten Plan, dort eine Talmudschule zu gründen, die vom Judentum entfremdete Jugendliche wieder bekehren sollte.
Nach zwei gescheiterten Versuchen um 1967 und 1970 unternahm er 1972 gemeinsam mit weiteren Rabbinern einen dritten Anlauf mit der Jeschiwa Ohr Someyach, die wie später Aish HaTorah speziell für frisch eingewanderte Juden konzipiert war. Davon abgesehen jedoch beabsichtigten Weinbergs Kollegen, Ohr Someyach als reguläre Jeschiwa auszugestalten, wohingegen Weinberg gezielt „Revolutionäre“ ausbilden wollte, die für das Judentum „kämpfen“ würden. Aus diesem Grund verließ er 1974 Ohr Someyach und gründete mit Aish HaTorah seine vierte und letzte Jeschiwa.
Ein Jahr nach der Gründung gesellte sich der (später für seinen Bestseller Genesis and the Big Bang bekannte) Physiker Gerald Schroeder zu ihm, ursprünglich ein wenig spiritueller US-amerikanischer Jude, der jedoch beim Zünden einer Wasserstoffbombe ein Bekehrungserlebnis erfahren hatte und kurz darauf nach Israel emigriert war. Gemeinsam mit weiteren, die sich ihnen anschlossen, entwickelten sie ein Ausbildungsprogramm, das moderne Naturwissenschaften in die Talmudschule integrierte, Gottesbeweise und die Vereinbarkeit des jüdischen Glaubens mit der Wissenschaft betonte und wiederholt auf Albert Einstein als Vorbild verwies.
Angeboten wurden in der Jeschiwa verschiedene Kurse, darunter ein einmonatiger Einsteigerkurs, bei dem man zu jedem Zeitpunkt beginnen konnte, und am Ende ein Ausbildungskurs zum Rabbiner, zu dem man zugelassen werden konnte, nachdem man mehrere Jahre an der Jeschiwa verbracht hatte. Außerdem in das Ausbildungsprogramm integriert wurde 1983 das besonders stark nachgefragte „Discovery Seminar“, ein ursprünglich von zwei Chemikern entwickeltes Seminar, das die Existenz Gottes beweisen soll. In dieses wiederum integriert wurde die Theorie der Bibelcodes, auf die Weinberg ebenfalls in den 80ern gestoßen war – eine Theorie, laut der sich mit der Technik der Dekodierung von Intervallcodes geheime Botschaften in der hebräischen Bibel entdecken lassen. Mit dieser Theorie sollte erstens gezeigt werden, dass orthodoxes Judentum rational sei, und zweitens, dass man dieses an Aish HaTorah auf rationale Weise vermittelt bekomme. Eine weitere Spezialität von Aish sind die „48 Wege“, eine Text-Serie Weinbergs über 48 Haltungen, die dazu führen sollen, „in jeder Facette des Lebens erfolgreich zu sein“.

Zielgruppe von Aish HaTorah sind Backpacker, Touristen und „wurzellose junge Männer mit Interesse an neuen Erfahrungen, keine religiösen Suchenden“. Diese werden (typischerweise an der Klagemauer) zunächst zu einer Mahlzeit oder einer kostenfreien Übernachtung eingeladen, dort dann eingeladen, für eine längere Zeit zum Studieren zu bleiben, und schließlich mit Nachdruck zum noch längeren Bleiben gebracht:
„Aish HaTorah zwingt keinen seiner Studierenden, im Programm der Jeschiwa zu bleiben. Studierende werden allerdings aggressiv ermutigt, in Aish HaTorah zu bleiben und davon abzusehen, in die ‚säkulare Welt‘ zurückzukehren – auch, wenn dies bedeutete, zu einer akkreditierten US-amerikanischen Universität zurückzukehren. Aish HaTorah-Lehrer versuchen, Studierende dazu zu überreden, nicht zu gehen, und wenn auch sicher nicht mit physischer Gewalt gedroht wird, kommen doch oft moralische Argumente zum Einsatz und großer Druck wird ausgeübt, bei der Herde zu bleiben. Studierende werden oft daran erinnert, dass ein ‚spiritueller Holocaust‘ an der jüdischen Gemeinschaft [=die Heirat von nicht-Juden] stattfindet, und darauf hingewiesen, Aish HaTorah zu verlassen würde zu diesem Problem beitragen.“
Der Ausbildungskurs für Rabbiner legt seinen Schwerpunkt untypischerweise nicht auf Bibel und jüdische Religionswissenschaft, sondern auf Öffentlichkeits- und Missionsarbeit. Fertig ausgebildete Aish-Rabbiner bleiben für gewöhnlich entweder an der Jerusalemer Jeschiwa, wechseln an eine weitere Einrichtung von Aish (siehe unten) oder gründen eine neue Einrichtung.

An weiteren für Aish HaTorah charakteristischen Überzeugungen zählt der Judaist Aaron H. Tapper auf:
Weil Aish-Studierende außerdem in der Regel einen kommunalen Lebensstil pflegen und (günstig oder kostenfrei) in der Jeschiwa schlafen und essen, betrachten Tapper und andere Aish HaTorah als neue religiöse Bewegung. Diese Interpretation wird nicht von allen geteilt: Steven Bayme vom American Jewish Committee wendet ein, Aish HaTorah eigneten nicht die für neue religiöse Gemeinschaften typischen Charakteristika eines Personenkults (den Tapper ebenfalls festzustellen glaubt), der Gehirnwäsche und der Unfreiheit, die Einrichtung verlassen zu können.

Mit der Zeit wuchs Aish HaTorah und expandierte unter dem Namen „Aish“. Laut Jahresbericht sollen 2024 allein in der Jerusalemer Zentrale 54.000 Studierende an Aish-Bildungsprogrammen teilgenommen haben. Fertig ausgebildete Rabbiner gründeten neue Einrichtungen („outreach centers“) vor allem im anglophonen Sprachraum, beginnend 1979 mit St. Louis (Missouri). Stand 2025 hat Aish nach eigenen Angaben insgesamt 33 Stellen, nämlich neben der Zentrale in Jerusalem und einer weiteren Zweigstelle in Tel Aviv
In diesen werden ebenfalls Einsteigerkurse angeboten; von diesen aus gestalten Aish-Rabbiner ihre Öffentlichkeits- und Missionsarbeit, außerdem veranstalten Zweigstellen einmalige Veranstaltungen namens „shabbatonim“.
Aish.com ist die zentrale Internetpräsenz der gesamten Bewegung. Bereits im Jahr 2000 gegründet, entwickelte sie sich zu einer der am stärksten frequentierten Websites mit Informationen über das Judentum. Laut dem Jahresbericht 2024 verzeichnet sie rund 14,7 Millionen Seitenaufrufe jährlich. Die meisten Redakteure von Aish.com sind ausgebildete Aish-Rabbiner; auch für spontane religiöse und ethische Fragen steht in der Sektion „Ask the Rabbi“ ein Team von Rabbinern bereit, das eigens für den Betrieb der Seite abgestellt wurde und so über die Jahre eine umfangreiche Knowledge Base an Aish-Interpretationen religiöser und moralischer Fragen aufgebaut hat. Zielgruppe sind (auch aus theologischen Gründen) nicht orthodoxe Juden, sondern konfessionslose Juden, die von den Inhalten beeinflusst und für das Judentum begeistert werden sollen.
Nach eigenen Angaben vermeidet Aish.com politische Themen strikt, da es sich nicht um eine politische Organisation handle. Tatsächlich finden sich auf der Website jedoch regelmäßig Beiträge zu politischen Fragen. So verfügt „Ask the Rabbi“ über eine eigene Kategorie zum Nahostkonflikt; zudem existiert mit „Issues“ eine Rubrik, in der wiederholt auch internationale politische Themen kommentiert werden. Die Medienwissenschaftlerin Ruth Tsuria kommt nach einer Analyse der Website zu dem Schluss, dass die digitale Arbeit der „stark pro-israelischen Organisation“ Aish wesentlich von der Vision geprägt sei, Israel zu unterstützen und Juden dem Judentum und Israel anzunähern.
HonestReporting (HR) wurde um 2000 von drei führenden Mitgliedern von Aish und einem Mitarbeiter der israelischen Botschaft gestartet. Die Organisation beschreibt sich als Medienmonitoring-Projekt, das „Wahrheit, Integrität und Fairness gewährleisten und ideologische Voreingenommenheit im Journalismus bekämpfen“ will, soweit diese Israel betrifft.
HR koordiniert Medienkritik durch umfangreiche Mailinglisten und Social-Media-Kanäle und ruft Empfänger und Follower auf, nach als israelkritisch empfundener Berichterstattung Redaktionen mit Beschwerden zu kontaktieren. Die Organisation verzeichnete bereits früh Erfolge wie etwa 2001 die Änderung der BBC-Terminologie von „Ermordung“ zu „gezielter Tötung“ von Palästinensern und CNNs Verzicht auf die Bezeichnung von Gilo als „Siedlung“. Die zweite Führungsgeneration von HR und HonestReporting Canada ist enger mit dem israelischen Staat als mit Aish verbunden.
Während manche Kritiken von HR als berechtigt eingeschätzt werden, beschreiben Kritiker die Organisation als Lobby-Gruppe, die durch koordinierte Kampagnen eine ausgewogene Darstellung des Nahostkonflikts in den Medien verhindere. Besonders kontrovers war HRs unbelegter Vorwurf im November 2023, palästinensische Journalisten hätten im Voraus vom Terrorangriff vom 7. Oktober gewusst, der von israelischen Politikern aufgegriffen wurde und zur Gefährdung der betroffenen Journalisten führte.
Die Hasbara Fellowships wurden 2001 unter Leitung des Aish-Studenten Elliott Mathias gemeinsam von Aish und dem israelischen Außenministerium gegründet. Das Projekt entstand im Kontext verstärkter Israelkritik an US-Universitäten nach der Zweiten Intifada und schloss sich mit weiteren Organisationen zur Israel on Campus Coalition zusammen, die bis 2009 auf 33 Mitgliedsorganisationen anwuchs.
Das Programm richtet sich an bereits engagierte Studierende und umfasst eine 16-tägige Schulungsreise nach Israel. Nach der Reise werden Teilnehmern Gebühren zurückerstattet, wenn sie dokumentierte pro-israelische Aktivitäten durchführen. Hasbara Fellowships organisiert überregionale Kampagnen und dokumentiert in Jahresberichten Aktivitäten gegen die BDS-Bewegung.
2020 wurde bekannt, dass das Projekt vom israelischen Ministerium für strategische Angelegenheiten finanziert wird, das die Gegenkampagne zur BDS-Bewegung koordiniert. Der Aktivist Ali Abunimah und die Lobbyforscher Hil Aked und Grant F. Smith rechnen Hasbara Fellowships auch wegen ihrer Aktivitäten zur Israel-Lobby.
2025 berichtete ein Vertreter der Organisation Israel Ambassadors, dass sie und Hasbara Fellowships seit 2023 kooperierten und jüdischen Aktivismus an amerikanischen Universitäten neu aufstellen wollten.
Das Clarion Project beschreibt sich selbst als „Nonprofit-Organisation, die sich der Aufdeckung und Eindämmung der Bedrohungen durch Extremisten widmet, welche die Sicherheit der USA gefährden“. Es wurde 2006 als „Clarion Fund“ gegründet, um Dokumentarfilme über den Islam zu produzieren. Das Projekt wird häufig eingeordnet als eine zentrale Organisation der „Islamophobie-Industrie“ oder des „Islamophobie-Netzwerks“; in einer Netzwerkanalyse von 970 „islamfeindlichen“ Akteuren durch den Soziologen Oliver Wäckerlig belegte das Clarion Project hinsichtlich der Vernetzungsdichte mit anderen Akteuren den siebten Rang. Im Beirat der Organisation sitzen unter anderem Daniel Pipes (der Gründer des Middle East Forum), Zuhdi Jasser (der Gründer des American Islamic Forum for Democracy) sowie Frank Gaffney, Clare Lopez und Paul E. Valley vom Center for Security Policy, denen ebenfalls häufig eine zentrale Rolle im „Islamophobie-Netzwerk“ zugeschrieben wird.
Aish HaTorah bestreitet Verbindungen zum Clarion Project, da es sich bei Aish HaTorah um eine „Wohlfahrtsorganisation, die unpolitisch bleiben muss“, handle; ebenso weisen umgekehrt Vertreter des Clarion Projects von sich, mit Aish verbunden zu sein. Nachdem jedoch 2008 in den Medien für Aufruhr sorgte, dass die mehrheitlich negativ beurteilte Clarion-Dokumentation Obsession: Radical Islam’s War Against the West an mehrere Millionen US-Haushalte verteilt worden war, wurden nach und nach diverse Querbeziehungen zwischen dem Clarion Project und Aish HaTorah aufgedeckt. Dazu zählen insbesondere:
Weitere Recherchen identifizierten zusätzliche Überschneidungen. Mehrere Autoren beschreiben das Clarion Project daher nicht als „Spinoff“, sondern schreiben vorsichtiger davon, es habe „(enge) Verbindungen zu Aish“ oder sei „personell eng verflochten mit Aish“. Weniger vorsichtige Autoren beschreiben das Clarion Project als eine Frontorganisation, mithilfe derer Aish seine Beteiligung an den Unternehmungen derselben verschleiert.
Stand 2025 listet das Clarion Project neben Obsession sieben weitere Filme, darunter fünf zum Thema „radikaler Islam“.
Ein weiteres Projekt von Raphael Shore war AishCafe.com, ein 2007 gestartetes Onlineportal mit Filmen und Quizzen über das Judentum. Nach Absolvierung des gesamten Programms erhielt man zwischen 250 und 300 $ Subvention für eine Reise nach Israel. Integriert war außerdem unter anderem ein Kurs über „Positive Psychologie und Judentum“ von Tal Ben-Shahar, dessen Absolvierung man sich an US-Universitäten anrechnen lassen konnte.
Bereits AishCafe.com war online als „erste jüdische Online-Universität“ vermarktet worden. Im Frühling 2009 trennte sich Shore von Aish, blieb aber weiter verantwortlich für AishCafe.com, das zur selben Zeit umgebaut wurde zu „JerusalemOnlineUniversity.com“ (und kurz nach dem Umbau noch einmal umbenannt wurde zu „Jerusalem Online U“). Für dieses neue Projekt tat Shore sich zusammen mit dem Touro College; das Kursangebot bestand teilweise aus den alten Materialien von AishCafe.com wie dem Kurs über Positive Psychologie, teilweise aus den neuen Kursen „Judaism 101“, „Cinema: the Jewish Lens“ und „Israel Inside/Out“. Für letzteren zeichneten die Jerusalem Online U und das Touro College gemeinsam verantwortlich. Er wurde von Wissenschaftlern als deutlich pro-israelisch eingeschätzt; darüber hinaus unterschied sich die Variante des Kurses an der Jerusalem Online U unter anderem darin von der am Touro College, dass ein zusätzliches Modul über „pro-israelische Interessenvertretung“ („Israel Advocacy“) Teil des Programms war. Hasbara Fellowships, ein anderes Projekt von Aish, setzten ihn als „innovativen Kurs zur Israel-Bildung und zum Training in pro-israelischem Aktivismus“ zur Advocacy-Fortbildung ein. Auch er konnte an US-Universitäten angerechnet werden.
2013 wurde das Projekt noch einmal umbenannt in „Jerusalem U“; im selben Jahr ins Angebot integriert wurde das „Gap Year Program“, das zuvor durchgeführt worden war vom David Project (einem Zusammenschluss von pro-israelischen Aktivisten, der von außerhalb von US-Universitäten auf den universitären Kontext einwirkte) und das jährlich mehrere hundert US-amerikanische Studierende erreichte und in Israel auf pro-israelischen Aktivismus vorbereiten sollte. Das letzte Mal Angaben zur Reichweite gemacht werden im Jahresbericht 2017; danach sollen in diesem Jahr 1160 Studierende Jerusalem U-Kurse absolviert und mehr als 550 Studierende am Gap Year-Programm teilgenommen haben.
2019 schließlich startete Jerusalem U – weiterhin unter Führung von Raphael Shore – mit „Unpacked“ ein weiteres Projekt und benannte sich selbst um zu „OpenDorMedia“. Beim neu produzierten Content handelt es sich großenteils um kürzere Videos und Texte über Judentum und Israel, die auf YouTube und die Website von Unpacked eingestellt werden und sich an junge Juden zwischen 13 und 34 richten. Mit diesem Wechsel der Strategie hin zum informellen Lernen soll laut eigenen Angaben auf die veränderten Bedürfnisse der Zielgruppe reagiert werden. Darüber hinaus wird mit dem Programm „Unpacked for Educators“ weiterhin Content für das formale Bildungssystem produziert, das nun aber von jüdischen Lehrern in Klassenzimmern multipliziert werden soll. Mitarbeiter von Unpacked ordnen den Content als „pro-zionistisch“ ein. Nach eigenen Angaben hatten im Jahr 2022 1811 Institutionen Unpacked-Content verwendet und waren YouTube-Videos von Unpacked 9 Mio. Male angesehen worden. Eine wissenschaftliche Analyse des Unpacked-Contents liegt bislang nicht vor.
Möglicherweise ebenfalls ein Aish-Spinoff ist Canary Mission, ein 2015 gestartetes anonymes Online-Projekt, das Dossiers über Personen veröffentlicht, die nach Ansicht der Betreiber „Hass gegen die USA, Israel und Juden an amerikanischen Universitäten“ verbreiten. Die Betreiber sind anonym, jedoch deuten laut mehreren Autoren enge personelle Überschneidungen auf Verbindungen zu Aish hin. Wie beim Clarion Project wird dies auch in diesem Fall von Aish-Vertretern bestritten.
Stand 2025 enthält die Datenbank über 5000 Dossiers, überwiegend zu US-amerikanischen Studierenden und Akademikern. Kritiker bezeichnen Canary Mission als Blacklisting-Projekt, das aus politischen Motiven durch „verleumderische Rufmorde“ Karrieren zerstöre. Dokumentiert ist, dass israelische Grenzbehörden und US-Behörden auf die Datenbank zurückgreifen.