1975 heiratete er JoAnn Oxley. Er wohnt in Prescott, Arizona.
Werk
Seine erste Kurzgeschichte Some Notes Concerning a Green Box veröffentlichte er 1971 in August DerlethsArkham Collector. Es folgten weitere Erzählungen, die gesammelt in With Friends Like These (1977, deutsch Meine galaktischen Freunde) erschienen. Für seine Erzählung Our Lady of the Machine (1994) wurde Foster 1995 mit dem spanischen Premio Ignotus ausgezeichnet.
Sein erster Roman The Tar-Aiym Krang erschien 1972 und legte die Grundlagen für Fosters fiktives Universum des Humanx Commonwealth (im Deutschen Homanx-Commonwealth). Diese fiktive interstellare Föderation wird dominiert von den Menschen und den Thranx, einer hochintelligenten Insektenrasse. Die Romane und Erzählungen aus dem Humanx Commonwealth sind mehr oder minder stark miteinander verknüpft, dazu gehören mehrere über ihre Protagonisten oder Schauplätze zusammenhängende Romanzyklen, deren bekanntester die Geschichten um Pip und Flinx sind. Flinx ist ein empathisch begabter junger Mann namens Philip Lynx (alias Flinx) und Pip sein eigenwilliger Begleiter, ein alaspinischer Miniaturdrache. Fosters erster wie auch sein zweiter Roman Bloodhype (1973) gehören zu den Geschichten um Pip und Flinx.
Ein weiterer, lose mit dem Humanx Commonwealth verknüpfter Zyklus ist die Trilogie um die Eissegler auf dem Planeten Tran-Ky-Ky.
Von Fosters Fantasy-Romanen am bekanntesten ist der Bannsänger-Zyklus, die Geschichte eines Jura-Studenten, der in eine Parallelwelt versetzt wird.
Mit seinem dritten Roman Luana (1974) betrat Foster das Gebiet der Romanfassungen, für die er heute vor allem bekannt ist. Der dieser ersten Adaptionsarbeit zugrundeliegende Film ist allerdings kaum bekannt, ein italienisches B-Picture über eine Art Mädchen-Tarzan, der deutsche Titel ist Luana – Der Fluch des weißen Goldes.
Das sollte sich ändern, denn im gleichen Jahr folgte mit Dark Star die Romanfassung zu John CarpentersDark Star – Finsterer Stern, heute ein Kultfilm, damals ein kaum beachteter Erstling, immerhin konnte Foster zeigen, dass er den besonderen Anforderungen an Autoren von Romanfassungen gewachsen war. 1976 erfolgte dann der Durchbruch mit dem „Buch zum Film“ zu George Lucas’ Krieg der Sterne.
Es folgten weitere Romanfassungen zu großen Science-Fiction-Kinofilmen wie den ersten drei Alien-Filmen oder zu den Star-Trek-Filmen von J. J. Abrams. Neben Romanfassungen, darunter der ersten Romanfassung zu einem Computerspiel, schrieb Foster auch eine Reihe von Tie-ins, zum Beispiel zur Star-Trek-Reihe.
Es kann als Fosters Verdienst gelten, dem Schreiben von Romanfassungen wenigstens ein gewisses Ansehen verschafft zu haben. Dennoch sagt er:
„It’s always amusing to me, you take a book, say, To Kill a Mockingbird, throw away three quarters of it and win an Academy Award for best adapted screenplay. But if you take a screenplay and add three quarters of original material to it--which is a much, much more difficult piece of writing--well, that’s by definition ‘hackwork.’“
„Ich finde es immer wieder lustig, dass man einen Oscar für das „beste adaptierte Drehbuch“ bekommt, wenn man von einem Buch, zum Beispiel „Wer die Nachtigall stört“, drei Viertel wegschmeißt. Aber wenn man ein Drehbuch nimmt und es um das Dreifache mit Neuem erweitert – was wesentlich schwieriger ist, dann kann das nur als „Machwerk“ gelten.“
John Clute bemerkt zu Fosters Adaptionen, sie seien „sehr professionell und ohne Verachtung des Genres“ geschrieben.
Fosters Interesse für ökologische Themen, fremde Länder und Kulturen bildet sich in seinen Werken immer wieder ab, wenn Menschen mit ganz fremdartigen Welten und Umwelten und daran angepassten Kulturen konfrontiert sind, zum Beispiel mit den Walen der Wasserwelt von Cachalot, in den Bewuchsebenen der gigantischen Bäume von Midworld (deutsch „Die denkenden Wälder“) oder der arktischen Eiswelt von Tran-Ky-Ky.
Quofum. Bastei-Lübbe, 2011, Übersetzerin Kerstin Fricke, ISBN 3-404-20509-X.
The Founding of the Commonwealth / Der frühe Homanx-Zyklus
Thema dieser drei Romane ist die Gründung des Homanx-Commonwealth. Sie setzen thematisch die Erzählung des wesentlich früher erschienenen Nor Crystal Tears fort. Gemein ist allen, dass es sich um jeweils abgeschlossene Geschichten handelt.
Vol. 1: Phylogenesis (1999)
Band 1: Die Außenseiter. Bastei-Lübbe, 2004, Übersetzer Ruggero Leò, ISBN 3-404-24327-7.
Vol. 2: Dirge (2000)
Band 2: Klagelied der Sterne. Bastei-Lübbe, 2005, Übersetzer Ruggero Leò, ISBN 3-404-24333-1.
Vol. 3: Diuturnity’s Dawn (2002)
Band 3: Das Dorn-Projekt. Bastei-Lübbe, 2005, Übersetzerin Beke Ritgen, ISBN 3-404-24340-4.
Long Tunnel. Heyne, 1990, Übersetzer Michael Kubiak, ISBN 3-453-03924-6.
Mid-Flinx (1995)
Der grüne Tod. Bastei-Lübbe, 2008, Übersetzer Michael Neuhaus, ISBN 3-404-24367-6.
Reunion (2001)
Die Echsenwelt. Bastei-Lübbe, 2008, Übersetzer Michael Neuhaus, ISBN 3-404-24375-7.
Flinx’s Folly (2003)
Die Stimme des Nichts. Bastei-Lübbe, 2008, Übersetzerin Angela Koonen, ISBN 3-404-24378-1.
Sliding Scales (2004)
Flucht ins Chaos. Bastei-Lübbe, 2009, Übersetzer Michael Kubiak und Kerstin Fricke, ISBN 3-404-24384-6.
Running from the Deity (2005)
Sternengötter. Bastei-Lübbe, 2009, Übersetzerin Kerstin Fricke, ISBN 3-404-24387-0.
Trouble Magnet (2006)
Nichts als Ärger. Bastei-Lübbe, 2010, Übersetzerin Kerstin Fricke, ISBN 3-404-23347-6.
Patrimony (2007)
Patrimonium. Bastei-Lübbe, 2010, Übersetzerin Kerstin Fricke, ISBN 3-404-24394-3.
Flinx Transcendent (2009)
Die Spur der Tar-Aiym. Bastei-Lübbe, Übersetzerin Kerstin Fricke, 2011, ISBN 3-404-20077-2.
Strange Music (2017)
Die ersten drei bei Heyne erschienenen Romane mit Flinx als Hauptfigur (Das Tar-Aiym-Krang, Der Waisenstern und Der Kollapsar) sind auch als Sammlerausgabe erschienen:
Wegen der Beliebtheit der Romane um Flinx erschien sogar eine Sonderausgabe, die neben den oben genannten drei Romanen (die frühe Homanx-Trilogie) zusätzlich noch den Roman Flinx enthält:
Pip-und-Flinx-Kurzgeschichten:
Snake Eyes (Schlangenaugen) erschien im Erzählungsband Who Needs Enemies?, die Geschichte Sideshow im Band Impossible Places und die Geschichte Growth im Band Exceptions To Reality.
Eissegler-Trilogie
Diese Trilogie spielt zeitlich parallel zu den Büchern The Tar-Aiym Krang, Orphan Star und For Love of Mother-Not. Die Verbindungen bleiben dabei jedoch beschränkt auf ein Videogespräch von Ethan Frome Fortune mit seinem Chef Maxim Malaika in The Deluge Drivers, wobei Flinx kurz, wenngleich nicht namentlich erwähnt wird. Außerdem reist Skua September nach den Ereignissen dieser Trilogie nach Alaspin, wo er in The End of the Matter Flinx trifft.
Icerigger (1974)
Die Eissegler von Tran-Ky-Ky. Heyne, 1978, Übersetzer Heinz Nagel, ISBN 3-453-30497-7.
Mission to Moulokin (1979)
Die Moulokin-Mission. Heyne, 1981, Übersetzer Heinz Nagel, ISBN 3-453-30678-3.
The Deluge Drivers (1987)
Die Fahrt der Slanderscree. Heyne, 1989, Übersetzer Ralph Tegtmeier, ISBN 3-453-03489-9.
Die Trilogie ist zusätzlich als Sammelband erschienen:
Die Glockenbäume. In: Meine galaktischen Freunde. Heyne, 1984.
Wolfstroker (1977)
Wolfsmusik. In: Meine galaktischen Freunde. Heyne, 1984, und in Ikarus 2002, hrsg. v. W. Jeschke, Heyne, 2002
Bystander (1978)
Der Beobachter. In: Schlangenaugen. Heyne, 1997.
Snake Eyes (1978)
Schlangenaugen. In: Schlangenaugen. Heyne, 1997.
The Chair (1979, mit Jane Cozart)
Der Stuhl. In: Der Metrognom. Heyne, 1998.
Gift of a Useless Man (1979)
Das Geschenk eines Taugenichts. In: Isaac Asimovs Science Fiction Magazin 9. Folge. Heyne, 1981.
Das Geschenk eines nutzlosen Mannes. In: Schlangenaugen. Heyne, 1997.
The Metrognome (1979)
Der Metrognom. In: Der Metrognom. Heyne, 1998.
Thrust (1979)
Schub. In: Der Metrognom. Heyne, 1998.
Why Johnny Can’t Speed (1979) [graphic format]
What Do the Simple Folk Do …? (1979)
Was treibt das einfache Volk?. In: Schlangenaugen. Heyne, 1997.
The Inheritance (1981)
Das Erbe. In: Der Metrognom. Heyne, 1998.
Communication (1981)
The Dark Light Girl (1981)
Die strahlende Schönheit. In: Isaac Asimovs Science Fiction Magazin 16. Folge. Heyne, 1982.
Surfeit (1982)
Das Ungeheuer. In: Isaac Asimov, Alice Laurance (Hrsg.): Spekulationen. Heyne SF&F #4274, 1986, ISBN 3-453-31254-6.
Monströs. In: Schlangenaugen. Heyne, 1997.
The Last Run (1982)
Das letzte Rennen. In: Schlangenaugen. Heyne, 1997.
Wu-Ling’s Folly (1982)
Wu-Lings Torheit. In: Josh Pachter (Hrsg.): Top Fantasy. Heyne SF&F #4353, 1987, ISBN 3-453-00433-7.
Instant With Loud Voices (1982)
Village of the Chosen (1983)
Stadt der Erwählten. In: Schlangenaugen. Heyne, 1997.
Witchen Woes (1983)
Running (1983)
Laufen. In: Der Metrognom. Heyne, 1998.
Thunder Mother (1983, auch als Mother Thunder, 1983)
Mutter Donner. In: Der Metrognom. Heyne, 1998.
Operator Assisted Calls Are Charged at a Higher Rate (1983)
Für handvermittelte Telefonverbindungen gelten höhere Gebühren. In: Der Metrognom. Heyne, 1998.
Unamusing (1984)
Langweilig. In: Der Metrognom. Heyne, 1998.
Ferrohippus (1984)
Collectible (1985)
Sammlung. In: Der Metrognom. Heyne, 1998.
Batrachian (1985)
Frosch. In: Der Metrognom. Heyne, 1998.
Pleistosport (1986)
Pleistosport. In: Der Metrognom. Heyne, 1998.
The Thunderer (1987)
Der Donnerer. In: Der Metrognom. Heyne, 1998.
Norg Gleeble Gop (1987)
Norg glieble gop. In: Der Metrognom. Heyne, 1998.
Sanctuary (1988, als James Lawson)
Dance on a Forgotten Shore (1988, mit Sally McBride)
Tanz auf einsamem Strand. Ronald M. Hahn (Hrsg.): In Video Veritas. Heyne SF&F #4621, 1989, ISBN 3-453-03492-9.
Jackalope (1989)
The Chrome Comanche (1990)
The Tessellated Tetrahexahedral Yellow Rose of Texas (1990)
Die tessellierte terahexaedrische Gelbe Rose von Texas. In: Der Metrognom. Heyne, 1998.
Diesel Dream (1991)
Agrarian Deform (1991)
Heartwired (1992, als James Lawson)
Lay Your Head on My Pilose (1992)
Having Words (1992)
Lethal Perspective (1992)
What You See … (1992)
Gagrito (1993, als James Lawson)
Laying Veneer (1993)
We Three Kings (1993)
Hellado (1993, als James Lawson)
Betcha Can’t Eat Just One (1993)
Our Lady of the Machine (1994, auch als NASA Sending Addicts to Mars!, 1994)
The Kiss (1995)
Empowered (1995)
The Purl of the Pacific (1995)
The Impossible Place (1996)
Neither a Borrower Be … (1996)
Silent Songs in Stone (1997)
The Boy Who Was a Sea (1997)
Undying Iron (1997)
The Kindness of Strangers (1998)
The Question (1998)
Procrastinator (1998)
Pein bek Longpela Telimpon (1999)
Suzy Q (1999)
The Little Bits That Count (1999)
The Muffin Migration (2000)
Chauna (2000)
At Sea (2000)
The Short, Laboured Breath of Time (2001)
The Killing of Bad Bull (2001)
Wait-a-While (2001)
A Fatal Exception Has Occurred At … (2002)
Fitting Time (2002)
Sideshow (2002)
Basted (2002)
The White Hotel (2004)
Redundancy (2004)
Appendix: Historians’ Note on Pre-Necroism (2004)
Panhandler (2004)
Serenade (2004)
Two Cents Worth (2004)
The Frog and the Mantas (2005)
Ali Babette (2005)
The Last Akialoa (2005)
The Man Who Knew Too Much (2006)
Perception (2006)
Venting (2006)
Chilling (2006)
Mid-Death (2006)
Mr. Death Goes to Washington (2006)
Food Fight (2006)
The Eccentric (2007)
Unnatural (2007)
Dark Blue (2007)
Consigned (2007)
Overcast (2008)
Growth (2008)
Rate of Exchange (2008)
Ah, Yehz (2008)
Cold Fire (2008)
Pardon Our Conquest (2009)
Free Elections (2010)
Pike’s Peak (2011)
Ghost Wind (2011)
Box of Oxen (2011)
That Creeping Sensation (2011)
The Steel Princess (2011)
Claim Blame (2012)
Rural Singularity (2013)
Kabu Kabu (2013, mit Nnedi Okorafor)
Seasoning (2014)
Holy Jingle: A Mad Amos Malone Tale (2014)
Green They Were, and Golden-Eyed (2014)
Bait (2015)
Castleweep (2016)
Our Specialty Is Xenogeology (2017)
The Treefold Problem (2017)
A Mountain Man and a Cat Walk into a Bar (2017)
Ten and Ten (2018)
Stuck (2018)
Pressure (2018)
Fetched (2019)
Valentin Scharffen and the Code of Doom (2019)
Leftovers (2020)
Exchange of Perspective (2020)
The Treasure of the Lugar Morto (2020)
Evacuation (2020)
Update: F-2 (2020)
Among the Cannibals (2022)
Literatur
Aufsätze
Michael C. Goodwin: Alan Dean Fosters Homanx-Universum. Die Commonwealth-Konkordanz. In: Wolfgang Jeschke (Hrsg.): Das Science Fiction Magazin # 12, Heyne, München 1985, ISBN 3-453-31125-6, S. 171–251.
Jens H. Altmann: Am Ende paßt alles zusammen. Ein Gespräch mit Alan Dean Foster, In: Wolfgang Jeschke (Hrsg.): Das Science Fiction Jahr 1998, Heyne, München, ISBN 3-453-13313-7, S. 565–573.
Uwe Neuhold: Genom. In: Das Science Fiction Jahr 2013. Herausgegeben von Sascha Mamczak, Sebastian Pirling und Wolfgang Jeschke. Heyne, München 2013, ISBN 978-3-453-53444-5, S. 376–378.
Hans Joachim Alpers, Werner Fuchs, Ronald M. Hahn, Wolfgang Jeschke: Lexikon der Science Fiction Literatur. Heyne, München 1991, ISBN 3-453-02453-2, S.446–448.
John I. Lawson: Foster, Alan Dean. In: Noelle Watson, Paul E. Schellinger: Twentieth-Century Science-Fiction Writers. St. James Press, Chicago 1991, ISBN 1-55862-111-3, S.287–289.