Albert Herold

Albert Herold (* 23. April 1894 in Pöhl; † 11. Februar 1974 in Dresden-Wachwitz) war ein deutscher Maler und Grafiker. Neben Bildern von seiner vogtländischen Heimat schuf er nach dem Zweiten Weltkrieg vor allem großformatige Arbeiten in Form von Mappen, die den Wiederaufbau sowie die Arbeit auf sozialistischen Großbaustellen und in sozialistischen Großbetrieben dokumentieren.

Biografie

Herold besuchte das Lehrerseminar in Plauen. Von 1914 bis zu seiner Verwundung nahm er am Ersten Weltkrieg teil. Von 1919 bis 1921 studierte er an der Staatlichen Akademie für Kunstgewerbe in Dresden. Zu seinen Kommilitonen zählten Hans Jüchser und Walter Nicolai. Danach arbeitete er bis 1945 als Kunsterzieher an der Dürerschule der Staatlichen Höheren Versuchsanstalt in Dresden. In Heft 9/29 der renommierten Fachzeitschrift für Kunstpädagogik "Kunst und Jugend" war zu lesen, „dass der Zeichen- und Kunstunterricht der Schule von unserem Amtsgenossen Albert Herold in vorbildlicher Weise geleitet wird.“ Das Adressbuch verzeichnete ihn u. a. 1943 als Studienrat in der Wachwitzer Hottenrothstraße 10, wo er seit 1929 wohnte.

Nach dem Ende des NS-Staats arbeitete Herold in Dresden als freischaffender Künstler. Er war Mitglied des Verbands Bildender Künstler der DDR. Bekannt wurde er vor allem durch seine dokumentarischen Holzschnitte, Linolschnitte und Pastelle von der Errichtung großer Bauwerke (Talsperren, Brücken, Kraftwerke, Fernsehturm Dresden) und von der Arbeit in Großbetrieben (Maxhütte, Werften).

Seine Werke wurden von der Druckerei Lutz Wolfram in Dresden gedruckt. Ausgeliefert wurden die Kunstwerke in hochwertigen Mappen mit eingestanzten Buchstaben. Titel war der Name der jeweiligen Baustelle oder des Ortes, an dem die Bilder entstanden. Enthalten waren sechs bis neun Holzschnitte im DIN-A3-Format auf extra-hartem Papier. Es gab zwei verschiedene Mappen. Eine war wie ein Buch gebunden, in der anderen waren die Bilder lose enthalten. Üblicherweise bestand erstere aus der stabilen Pappmappe selbst mit einem Deckblatt, auf dessen Rückseite ein Bildverzeichnis gedruckt war. Die Mappen mit den losen Bildern enthielten zusätzlich noch ein stabiles Papp-Deckblatt, und das normale Deckblatt lag wie die Zeichnungen lose in der Mappe. Alle Bände waren im DIN-A3-Format gefertigt und wurden zum Teil handsigniert. Die genauen Auflagen sind nicht bekannt. Das Schneiden und das Signieren übernahm der Künstler selbst. Es gab vermutlich auch Bilder ohne Mappe, die einzeln wie ein Poster verkauft wurden. Später erhielt Herold den Beinamen „Der Maler von Sosa“.

Werkbeispiele

Siehe auch

Bildindex der Kunst & Architektur

Deutsche Fotothek

Weitere Mappenwerke mit Originalgrafik

Ausstellungen (unvollständig)

Einzelausstellungen

Teilnahme an zentralen und wichtigen regionalen Ausstellungen in der Zeit der DDR

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Albert Herold: Dresden, Ernst-Thälmann-Str. im Aufbau (Pastell), 1956. SLUB / Deutsche Fotothek, 70025676, abgerufen am 16. September 2019.
  2. ↑ u. a. Kunst und Jugend, 6/26, S. 192
  3. ↑ Rainer Ehlich, Claudia Müller, Otto-R. Wenzel: Wachwitz – Geschichte eines Fischer- und Weindorfes. Elbhang-Kurier-Verlag, Dresden 2000, S. 150
  4. ↑ Bildindex der Kunst & Architektur - Startseite Bildindex. Abgerufen am 3. Juni 2026.
  5. ↑ Service Status - Proof-of-Work. Abgerufen am 3. Juni 2026.
  6. ↑ SKD | Online Collection. Abgerufen am 4. Februar 2022.
  7. ↑ Gerhard Pommeranz-Liedtke (Red.): Dritte Deutsche Kunstausstellung Dresden 1953, Ausstellungskatalog. VEB Verlag der Kunst, Dresden 1953, S. 5 und 10.
  8. ↑ Albert Herold: Sosa-Cranzahl (Linolschnitte). SLUB / Deutsche Fotothek, 30123934, abgerufen am 16. September 2019.
  9. ↑ Albert Herold: Eisenhüttenkombinat Ost (Holzschnitte). SLUB / Deutsche Fotothek, 30123935, abgerufen am 16. September 2019.
  10. ↑ Rudolph; Herold Kramer: Rostock. Neptun-Werft 'Thälmann-Pionier' auf der Helling. 1957, abgerufen am 4. Februar 2022.
  11. ↑ Rudolph; Herold Kramer: Rappodetalsperre V. 1957, abgerufen am 4. Februar 2022.
  12. ↑ Rudolph; Herold Kramer: Stalinstadt. Kraftwerk. 1958, abgerufen am 4. Februar 2022.
  13. ↑ Maren Kratschmer-Kroneck: Kunstsammlung Maxhütte seit 1945. Hrsg.: Stahlwerk Thüringen GmbH Unterwellenborn, Sparkassenstiftung Hessen-Thüringen. Druckerei Tischendorf, Greiz 2004, ISBN 978-3-00-015262-7, S. 140.
  14. ↑ Der Bildereinrahmer und Vergolder: Fach- u. Offertenbl. für Einrahmer u. Vergolder, Goldleistenfabriken, Buchbindereien .. (11.1925). Abgerufen am 4. Februar 2022.
Personendaten
NAME Herold, Albert
ALTERNATIVNAMEN Der Maler von Sosa
KURZBESCHREIBUNG deutscher Maler und Grafiker
GEBURTSDATUM 23. April 1894
GEBURTSORT Pöhl
STERBEDATUM 11. Februar 1974
STERBEORT Dresden-Wachwitz