Albert Hochheimer

Albert Hochheimer (Pseudonym: Bert Jorat, geboren 5. Mai 1900 in Steinheim/Westfalen; gestorben 28. September 1976 in Crocifisso/Tessin) war ein deutscher Autor von Kinder- und Jugendbüchern, historischen und Abenteuerromanen, Hörspielen und Zeitungsartikeln.

Leben

Albert Hochheimer, Sohn einer jüdischen Kaufmannsfamilie in Steinheim (Westfalen) (Schulbesuch: Rektoratsschule Steinheim, Privatschule Bad Meinberg, Gymnasium Höxter), wurde als Einjährig-Freiwilliger zum Heeresdienst einberufen. Nach Ende des Ersten Weltkriegs arbeitete er für längere Zeit bei der Warenhausgruppe Leonhard Tietz in Köln. Vermutlich in dieser Zeit holte er das Abitur nach und studierte von 1922 bis 1924 Volkswirtschaft an der Kölner Universität. Sein Geld verdiente er sich zunächst als Werkstudent und arbeitete später als Teppich- und Gardineneinkäufer bei einem Warenhauskonzern, ehe er Besitzer einer Lederwarenfabrik im hessischen Offenbach wurde.

1938 emigrierte Hochheimer mit seiner nicht-jüdischen Frau und der gemeinsamen Tochter Erika zunächst in die Niederlande und 1939 weiter nach Paris, wo er wiederum eine Lederwarenfabrik führte. Nach dem Überfall der deutschen Truppen auf Frankreich meldete er sich freiwillig zur französischen Fremdenlegion nach Nordafrika, um der Deportation in ein Internierungslager zu entgehen.

1942 gelang ihm die Flucht aus der Legion in die Schweiz, wo er Frau und Tochter wiedertraf, die kurzzeitig in einem Lager bei Lyon interniert gewesen waren. Das Ehepaar trennte sich jedoch später, und Albert Hochheimer heiratete wiederum eine Nichtjüdin (Tochter Doris). Nach Ende des Zweiten Weltkrieges lebte Albert Hochheimer abwechselnd in Paris und Lyon und seit 1950 als freier Schriftsteller im schweizerischen Tessin.

Er war Mitglied des PEN in London und des Schutzverbandes deutscher Schriftsteller und schrieb in den folgenden Jahrzehnten zahllose Zeitungsartikel und rund ein Dutzend Hörspiele für Radio Beromünster. Bekannt wurde er aber vor allem durch seine 47 Bücher, meist Abenteuer-, Kinder- und Jugendbücher (darunter für die damals bekannte Heftreihe der Lux-Lesebogen) sowie seine historischen Romane. Seine Werke wurden in viele europäische Sprachen übersetzt.

Selbständige Veröffentlichungen

Hörspiele: zahlr. Hörspiele für dt. und Schweizer Sender.

Literatur

Nachlass

Privatbesitz (J. Martinet, Hostun/Frankreich).