Albert Oetker

Albert Oetker (* 16. Mai 1865; † 17. März 1930) war ein deutscher Marmeladenfabrikant. Er war Gründer der Oetker Werke GmbH, einer der führenden deutschen Fabriken in der Obstkonserven und Marmeladenindustrie.

Leben

Albert Oetker kam im Jahre 1865 als Sohn von Bäckermeister August Adolph Oetker zur Welt. August Adolph und sein Bruder Louis Carl Oetker waren die Söhne des Mühlenbesitzers Heinrich Christian Oetker in Obernkirchen. 1884 übernahm Albert das von seinem am 10. März im Alter von 39 Jahren verstorbenen Onkel Louis Carl 1870 gegründete Konditoreigeschäft in Hamburg, in dem er seit 1881 Lehrling gewesen war.

Im Betrieb seines Onkels wurde er zunächst Prokurist, dann Teilhaber und schließlich alleiniger Inhaber.

Louis Carl hatte bereits erfolgreich begonnen, Marzipan zu modellieren, und 1876 eine erste kleine Dampf-Marzipanfabrik errichtet. Albert erweiterte 1896 den Betrieb zur „weltweit größten Dampf-Marzipanfabrik“ in Altona-Bahrenfeld mit eigenem Gleisanschluss zum Altonaer Bahnhof und zum Hafen. Zugleich entwickelten sich die L.C. Oetker-Werke (Albert hatte den eingeführten Firmennamen seines Onkels beibehalten) zum größten Importeur von Mandeln und Nusskernen im Reich. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts begann Albert auch noch Obst zu konservieren und Marmelade herzustellen. Die Oetker-Werke GmbH galten als eine der führenden deutschen Fabriken der Obstkonserven- und Marmeladenindustrie.

Die Berliner Börsenzeitung widmete ihm anlässlich seines Todes im Jahre 1930 einen Nachruf. Außerdem erhielt Oetker in weiten Teilen des Deutschen Reiches ehrende Nachrufe.

Albert Oetker betrieb in Altona die zu seiner Zeit weltweit größte Marzipanfabrik, die 1870 von seinem Onkel Louis Carl Oetker gegründet worden und von ihm 1884 übernommen worden war.

Oetker wurde auf dem Ohlsdorfer Friedhof im Beisein einer großen Trauergemeinde bestattet.

Literatur (Auswahl)

Einzelnachweise

  1. ↑ Jürgen Finger, Sven Keller, Andreas Wirsching: Dr. Oetker und der Nationalsozialismus: Geschichte eines Familienunternehmens 1933-1945. C.H.Beck, 2013, ISBN 978-3-406-64546-4, S. 420 (google.de [abgerufen am 13. Mai 2026]).
  2. ↑ Der deutsche Oekonomist. Band 48. Wilhelm Christians Verlag, Berlin 1930, S. 444.
  3. ↑ Jürgen Finger, Sven Keller, Andreas Wirsching: Dr. Oetker und der Nationalsozialismus. 1. Auflage. Verlag C.H.Beck, München 2013, ISBN 978-3-406-64545-7, S. 24 (pageplace.de [PDF]).
  4. ↑ Rheinisch-Westfälische Wirtschaftsbiographien. Aschendorff., 1991, ISBN 978-3-402-05589-2, S. 357.
  5. ↑ Dr. Oetker in Hamburg | Dr. Oetker Stories. Abgerufen am 13. Mai 2026 (global).
  6. ↑ Marzipan- und Marmeladenfabrik. Abgerufen am 13. Mai 2026.
  7. ↑ Hamburger Fremdenblatt, Abendausgabe - Deutsches Zeitungsportal. Abgerufen am 12. Mai 2026.
  8. ↑ Warendorfer Tageblatt : als Warendorfer Wochenblatt" gegründet im Jahre 1833 : seit 1896 verbunden mit der "Glocke" - Deutsches Zeitungsportal. Abgerufen am 12. Mai 2026.
  9. ↑ Berliner Börsen-Zeitung : Tageszeitung für Politik und Wirtschaft, für Wehrfragen, Kultur und Unterhaltung, Morgenausgabe - Deutsches Zeitungsportal. Abgerufen am 12. Mai 2026.
  10. ↑ Backpulver und Hafenromantik – Dr. Oetker in Hamburg: „Unter Alberts Führung entwickelt sich der Betrieb zur weltweit größten Marzipanfabrik.“
  11. ↑ Hamburger Fremdenblatt, Morgenausgabe - Deutsches Zeitungsportal. Abgerufen am 12. Mai 2026.