Albrecht Kottmann

Albrecht Friedrich Kottmann (* 24. Januar 1929 in Calw; † 25. März 2014) war ein deutscher Ingenieur, Lehrbeauftragter und Honorarprofessor. Er war Inhaber mehrerer Patente und Autor zahlreicher Veröffentlichungen, insbesondere auf dem Gebiet der Gas- und Wasserversorgung, des Rohrleitungsbaus sowie der Archäologie und der Architektur.

Leben

Albrecht Kottmann wurde als Sohn des Bahnoberinspektors Alois Kottmann und seiner Ehefrau Julie geb. Nonnenmacher am 24. Januar 1929 in Calw geboren. Von 1936 bis 1940 besuchte er die Volksschule in Calw. Anschließend wechselte er auf die Höhere Schule, zunächst in Stuttgart und ab 1943 in Calw, wo er an der Oberschule für Jungen 1949 das Abitur ablegte. Von 1950 bis 1955 studierte Albrecht Kottmann Bauingenieurwesen an der Universität Stuttgart und schloss das Studium als Diplomingenieur ab. Anschließend war er für drei Jahre beim Tiefbauamt der Stadt Stuttgart als Baureferendar tätig und legte 1958 die Zweite Staatsprüfung ab.

Von 1958 bis 1992 arbeitete Albrecht Kottmann bei den Technischen Werken der Stadt Stuttgart (TWS), zunächst als Bauleiter bei verschiedenen Großleitungsbauten. 1961 wurde er Leiter der Rohrnetzplanung und 1965 Leiter der Hauptabteilung für die Gas-, Wasser- und Fernwärmeverteilung. 1978 promovierte er an der Universität Stuttgart mit dem Thema Über die Ursachen von Rohrbrüchen in Versorgungsleitungen – Auswertungen und Langzeitbeobachtungen in einem großstädtischen Rohrnetz zum Doktoringenieur.

Albrecht Kottmann erwarb sich besondere Verdienste bei der Erweiterung der Erdgas-Versorgungsnetze der TWS weit über die Stadtgrenzen Stuttgarts hinaus. Das sogenannte TWS-Fernversorgungsgebiet umfasste die Landkreise Böblingen, Ludwigsburg, den Rems-Murr-Kreis sowie Teile der Landkreise Calw, Esslingen und Freudenstadt. Dabei setzte er sich intensiv für die Einführung von Kunststoffrohrleitungen aus Polyethylen ein und war an dem Nachweis ihrer werkstofftechnischen und betrieblichen Eignung wesentlich beteiligt.

Zudem war Albrecht Kottmann Obmann des DVGW-Fachausschusses Rohre und Rohrverbindungen und Mitglied verschiedener anderer DVGW- und DIN-Normenausschüsse. Als Anerkennung für seine tatkräftige und erfolgreiche Arbeit zur Förderung des Gas- und Wasserfaches wurde ihm 1970 der DVGW-Ehrenring verliehen.

An der Fachhochschule für Technik Esslingen vertrat Albrecht Kottmann im Fachbereich Versorgungstechnik die Lehrgebiete Wasserversorgung und Rohrleitungsbau; daneben brachte er seine Kenntnisse in den Bereich der Gastechnik ein. Für seine Verdienste wurde ihm 1988 die Würde eines Honorarprofessors zuerkannt.

Albrecht Kottmann hatte vielseitige Interessen und führte auch zahlreiche baukundliche Untersuchungen an bedeutenden archäologischen Stätten und historischen Gebäuden durch. Deren Ergebnisse veröffentlichte er in vielzähligen Fachaufsätzen und in einer Reihe von Fachbüchern. Albrecht Kottmann war verheiratet und hatte einen Sohn. Seine Ehefrau Gudrun geb. Bohnenberger wirkte bei mehreren Veröffentlichungen als Co-Autorin mit.

Patentanmeldungen (Auswahl)

Veröffentlichungen (Auswahl)

Gas- und Wasserversorgung sowie Rohrleitungsbau

Archäologie, Architektur und baukundliche Untersuchungen

Einzelnachweise

  1. ↑ Lebenslauf von Albrecht Kottmann. In: Albrecht Kottmann: Über die Ursachen von Rohrbrüchen in Versorgungsleitungen. Auswertungen und Langzeitbeobachtungen in einem großstädtischen Rohrnetz. Universität Stuttgart, Fachbereich Konstruktiver Ingenieurbau, Dissertation 1978.
  2. ↑ TWS Schriftenreihe Energieversorgungskonzepte: Die Erschließung des TWS-Fernversorgungsgebietes mit Gas. Vergangenheit und Perspektiven. Technische Werke der Stadt Stuttgart (Hrsg.), Stuttgart 1986.
  3. ↑ Hochschule Esslingen: Prof. Dr.-Ing. Kottmann verstorben. GU-Berichte, Fakultät Gebäude Energie Umwelt, Ausgabe 34/2014.
Personendaten
NAME Kottmann, Albrecht
ALTERNATIVNAMEN Kottmann Albrecht Friedrich (vollständiger Name)
KURZBESCHREIBUNG deutscher Ingenieur
GEBURTSDATUM 24. Januar 1929
GEBURTSORT Calw
STERBEDATUM 25. März 2014