Aleksandra Mir

Aleksandra Mir (1999)

Aleksandra Mir (* 1967 in Polen) ist eine schwedisch-US-amerikanische Konzeptkünstlerin, die mit Zeichnung, Film, Installation, Performance und partizipativen Großprojekten arbeitet. Ihre Werke untersuchen, wie populäre Mythen, historische Ereignisse und Medienbilder Vorstellungen von Geschlecht, Fortschritt, Ruhm und Öffentlichkeit beeinflussen.

Leben

Mir wuchs in Schweden auf und besitzt die schwedische und die US-amerikanische Staatsbürgerschaft. Sie studierte 1986/1987 Kommunikation in Göteborg, erwarb 1992 an der School of Visual Arts in New York einen Bachelorabschluss und studierte von 1994 bis 1996 Kulturanthropologie an der New School for Social Research. Im Jahr 1995 arbeitete sie wieder in Göteborg und bezeichnete den Touristen als Leitfigur ihrer Beschäftigung mit Authentizität und städtischer Selbstdarstellung. Später lebte und arbeitete sie in London.

Wirken

Mirs ortsbezogene Arbeiten greifen oftmals auf Kooperation, Recherche und spektakuläre Inszenierungen zurück, um die Macht von Medienbildern und kulturellen Symbolen offenzulegen. Für Cinema for the Unemployed (1998) richtete sie im norwegischen Moss während üblicher Arbeitszeiten ein kostenloses Kino ein, das ausschließlich Katastrophenfilme zeigte und staatliche Vorstellungen von sozialer Ausgrenzung ebenso wie die Symbolpolitik sozial engagierter Kunst kommentierte. In First Woman on the Moon (1999) verwandelten schwere Maschinen einen niederländischen Strand für einen Tag in eine Kraterlandschaft, in der Mir mit weiteren „Astronautinnen“ eine Mondlandung aufführte; kurz darauf wurde das Gelände eingeebnet. Die humorvolle und feministisch lesbare Aktion schrieb Frauen nachträglich in ein zentrales Bild der Raumfahrtgeschichte ein. Mit Pink Tank (2002) ließ sie einen Panzer in London rosa anstreichen, während Plane Landing (ab 2003) einen riesigen, mit Helium gefüllten Passagierjet im dauerhaften Landeanflug zeigte. Für News Room 1986–2000 ordnete sie Titelseiten der New York Post und der Daily News thematisch und reproduzierte sie mit Assistenten als großformatige Sharpie-Zeichnungen in einer als Redaktion inszenierten Galerie. Die Installation Triumph vereinte 2529 Sportpokale aus Sizilien zu einem raumfüllenden Ensemble. The How Not To Cookbook (2009) umfasste 1000 Hinweise dazu, was beim Kochen zu vermeiden sei, und stellte die belehrende Autorität konventioneller Kochbücher infrage. Im Video The Seduction of Galileo Galilei (2011) ließ sie einen Turm aus Autoreifen bis zu dessen Einsturz aufschichten; mit der Collagenserie The Dream and the Promise setzte sie wissenschaftliche und religiöse Vorstellungen von Aufstieg und Erkenntnis zueinander in Beziehung. Space Tapestry (2017), gemeinsam mit jungen Mitwirkenden geschaffen, entwarf eine grafische und humorvolle Geschichte der Raumfahrt und ihrer Zukunftsvorstellungen. Für das mit Tim Griffin herausgegebene Künstlerbuch Bad Reviews (2022) trug Mir vernichtende Kritiken über 150 Künstler zusammen und machte den Umgang mit Ablehnung sowie den Bedeutungsverlust gedruckter Kunstkritik zum Gegenstand.

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 4 5 Aleksandra Mir: The Seduction of Galileo Galilei. In: Whitney Museum of American Art. Abgerufen am 20. Juni 2026.
  2. 1 2 3 4 Life and Times. In: Frieze. 6. Mai 2003, abgerufen am 20. Juni 2026 (englisch).
  3. 1 2 Aleksandra Mir. In: Guggenheim Museum. Abgerufen am 20. Juni 2026.
  4. ↑ Blågula värdinnor med eget relaxcenter. In: Dagens Nyheter. 4. August 1995, abgerufen am 20. Juni 2026 (schwedisch).
  5. 1 2 Aleksandra Mir. In: Frieze. 1. Januar 2000, abgerufen am 20. Juni 2026 (englisch).
  6. ↑ Aleksandra Mir. In: Frieze. 5. Mai 2008, abgerufen am 20. Juni 2026 (englisch).
  7. ↑ Exhibitionist: The week's art shows in pictures. In: The Guardian. 27. Juli 2012, abgerufen am 20. Juni 2026 (englisch).
  8. ↑ The how not to cook book. In: The Guardian. 24. August 2009, abgerufen am 20. Juni 2026 (englisch).
  9. ↑ Realism makes a splash, Joseph Beuys lashes out and 160 Mancunians sashay – the week in art. In: The Guardian. 30. Juni 2017, abgerufen am 20. Juni 2026 (englisch).
  10. ↑ ‘She paints with the brush in her ass’: the artists sharing their worst savagings. In: The Guardian. 4. Oktober 2022, abgerufen am 20. Juni 2026 (englisch).