Alexander Brauner

Alexander Brauner (geboren am 17. Oktoberjul. / 29. Oktober 1871greg. in Odessa, Gouvernement Cherson, Russisches Kaiserreich; gestorben 1937 in Istanbul, Türkei) war ein österreichischer Ingenieur, Unternehmer, Übersetzer und Publizist in Wien und Berlin.

Leben und Wirken

Alexander Brauner kam aus einer jüdischen Kaufmannsfamilie in Odessa. Spätestens seit 1895 lebte er als Ingenieur in Wien und publizierte auch Übersetzungen und Artikel über die russische Gegenwartsliteratur. 1897 heiratete er Clara Eliasberg (1875–1940), die im folgenden Jahr den gemeinsamen Sohn Leo bekam und auch als Übersetzerin tätig war. Alexander Brauner unterhielt in dieser Zeit einen engen Kontakt zu dem Symbolisten Fjodor Sologub, dessen Werk er in Österreich und Deutschland bekannt machen wollte. An diesen verwies er 1897 auch die Publizistin Lou Andreas-Salomé als Kontaktadresse bei ihrer Russlandreise.

1903 hatte er ein Ingenieur-Bureau Alexander Brauner in Wien, in dem er technische Beratungen anbot. Spätestens seit 1907 besaß er eine Fabrik für Elektromotoren. 1912 siedelte Alexander Brauner mit seiner Familie nach Charlottenburg bei Berlin um, wo er zunächst als Ingenieur Beratungen anbot. 1915 wurde er Direktor der großen Hansa- und Brandenburgischen Flugzeugwerke AG, die Kampfflugzeuge für die deutsche und die österreichische Armee im Ersten Weltkrieg herstellte.

1916 zog die Familie wieder nach Wien zurück und Alexander Brauner wurde Geschäftsführer mehrerer Firmen. Seit 1922 lebte er mit seiner Frau Clara in Berlin. Etwa 1934 zogen sie zu ihrem Sohn Leo nach Istanbul, wo er 1937 starb.

Publikationen

Zeitschriftenartikel

Alexander Brauner schrieb einige Artikel für die symbolistische Literaturzeitschrift Sewerny Westnik in St. Petersburg über die moderne Literatur in Österreich und Deutschland und in Die Zeit und Die Wage in Wien über russische Autoren wie Anton Tschechow und Maxim Gorki.

Übersetzte Bücher

Alexander Brauner übersetzte einige Romane und Erzählungen aus dem Russischen ins Deutsche.

Übersetzungen in Zeitschriften

Einzelnachweise

  1. ↑ Clara Brauner, Germersheimer Übersetzerlexikon, von Aleksey Tashinskiy, mit vielen Informationen über das Leben der beiden
  2. ↑ К. М. Азадовский, Венский акцент. Федор Сологуб и его переводчик, 2020, С. 122–161 (PDF)
  3. ↑ Clara Brauner Germersheimer Übersetzerlexikon; Lehmanns Allgemeiner Wohnungs-Anzeiger', Zweiter Band, Wien 1912, VII., S. 123, gibt Alexander Brauner als Ing[enieur] an, siehe auch Firmenverzeichnis
  4. ↑ Brauner. In: Berliner Adreßbuch, 1916, I., S. 314. „Brauner, Alexander, Ingen., Direkt. d,. Hansa= u. Brandenburg=Flugzeugwerke A.=G., Charlottenbg., Kastanienallee 27 II“., auch in Wiener Zeitungen, zitiert in Clara Brauner Germersheimer Übersetzerlexikon, Kapitel IV; weitere Einträge im Berliner Adressbuch 1915, S. 334 und 1917
  5. ↑ auch Adressbücher Berlin, 1926–1934, und Jüdisches Adressbuch für Gross-Berlin, 1931, S. 47; ebenfalls 1929, S. 47
  6. ↑ Александр Матвеевич Браунер Wikisource (deutsch), mit zwei Artikeln aus dem Sewerny Westnik
  7. ↑ Auswahlbibliographie Alexander Brauner Germersheimer Übersetzerlexikon
Personendaten
NAME Brauner, Alexander
ALTERNATIVNAMEN Браунер, Александр Матвеевич (russisch); Brauner, Aleksandr Matwejewitsch (russisch, transkribiert)
KURZBESCHREIBUNG österreichischer Ingenieur, Unternehmer, Übersetzer und Publizist
GEBURTSDATUM 29. Oktober 1871
GEBURTSORT Odessa, Gouvernement Cherson, Russisches Kaiserreich
STERBEDATUM 1937
STERBEORT Istanbul, Türkei