Chaje Eljaschberg wuchs in einer jüdischen Familie in Minsk (im heutigen Belarus) auf. Ihr Vater Samuel Eljasch war Kaufmann, ihre Mutter hieß Beile Samuelowna.
Clara heiratete 1897 in Prag den jüdischen Literaturpublizisten und Ingenieur Alexander (Schaje) Brauner, der aus Odessa stammte. Danach lebte das Paar in Wien, wo 1898 der einzige Sohn Leo geboren wurde. Sie veröffentlichte seit 1898 Übersetzungen von russischen belletristischen Texten, zuerst in Zeitschriften, seit 1900 auch Bücher.
1907 endete ihre Übersetzertätigkeit, wahrscheinlich wegen der Auflösung des Wiener Verlages. In dieser Zeit war sie auch als Gesellschafterin und Mitarbeiterin in den Unternehmen ihres Mannes tätig. Um 1912 zog die Familie nach Charlottenburg bei Berlin, 1916 wieder nach Wien und 1922 nach Berlin. Dort erschien 1928 noch einmal ein Roman in ihrer Übersetzung, auch als Fortsetzungsroman in zwei Zeitungen.
Etwa 1934 zogen Alexander und Clara Brauner nach Istanbul, wo ihr Sohn Leo eine Anstellung an der Universität hatte. Alexander Brauner starb 1937. Sie lebte weiter im Stadtteil Cihangir, wo ihr Untermieter Fritz Rudolf Kraus sie am 13. September 1940 tot in der Badewanne fand. Ihr Verbleib blieb in Deutschland weitgehend unbekannt.
Publikationen
Bücher
Clara Brauner übersetzte 18 Bücher aus dem Russischen ins Deutsche, darunter mehrere Erstausgaben, sowie einige weitere Texte in Zeitschriften.
Fjodor Sologub, Schatten, Wiener Verlag, 1900, übersetzt mit Alexander Brauner
Ladyschnikow, Berlin 1912
Maxim Gorki, Zwei Novellen [Malwa, Konowaloff], Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart, Leipzig 1901,
↑Clara Brauner Germersheimer Übersetzerlexikon, von Aleksey Tashinskiy, mit detaillierten biographischen Angaben zu Clara und Alexander Brauner
↑Aleksey Tashinskiy et al. (Hrsg.), Übersetzen und Übersetzer in der DDR, Berlin 2020, S. 25,, Anm. 10 (PDF); über eine Anfrage des Aufbau Verlages über ihren Verbleib (wegen der Rechte an der Artamonow-Übersetzung von 1928) an Wieland Herzfelde, die dieser nicht beantworten konnte
↑Brief von Klara Bauer an Anton Tschechow vom 6. März 1904 Chehov lit (deutsch übersetzt); in dem sie um die Übersetzungsrechte für das Theaterstück Der Kirschgarten bittet; ohne Erfolg, Anm. 1, erwähnte die erste deutsche Übersetzung von Das Kätzchen, und dass Stefan Zweig mit ihrer Übersetzung Oblomow entdeckte