Alfons Otto Schorb

Alfons Otto Schorb (* 7. August 1921 in Forchheim bei Karlsruhe; † 3. Februar 1983) war ein deutscher Bildungsforscher und Medienpädagoge.

Ausbildung und Berufslaufbahn

Alfons Otto Schorb begann 1939 ein Studium an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg. Die schulische Qualifikation dazu hatte er auf dem Zweiten Bildungsweg erlangt. Noch während des Krieges unterbrach er das Studium für eine vereinfachte Ausbildung zum Volksschullehrer. Nach praktischer Tätigkeit als Schullehrer nahm er 1951 sein Studium in Heidelberg wieder auf und promovierte dort 1956 zum Dr. phil.

Nach Tätigkeit als wissenschaftlicher Assistent an der Universität Heidelberg und ab 1959 als Dozent an der Pädagogischen Hochschule Landau in der Pfalz, wechselte Schorb 1962 als Professor für Schulpädagogik an die Pädagogische Hochschule Rheinland in Bonn. Ein weiterer Wechsel brachte ihn 1967 als Professor für Unterrichtsmitschau und didaktische Forschung an die Pädagogische Hochschule München-Pasing. Nach der Integrierung der Hochschule in die Ludwig-Maximilians-Universität München war er dort bis zu seinem Tod Professor für Bildungsforschung. Zusätzlich zu seiner Arbeit an Hochschule und Universität in München leitete er das bayerische Staatsinstitut für Bildungsplanung und Bildungsforschung.

Alfons Otto Schorb war der Vater des Erziehungswissenschaftlers Bernd Schorb.

Medienpädagogische Arbeit

In den 1960er Jahren war der aufkommende Begriff „Medienpädagogik“ in seiner Bedeutung noch nicht klar umrissen. Schorb gab ihm 1967 in seinem pädagogischen Lexikon eine Definition, die dazu beitrug, das Wort zu einem Fachterminus zu prägen. In Schorbs Verständnis sind sowohl die Möglichkeiten, die Medien wie Druckerzeugnisse, Film Fernsehen und Rundfunk für Erziehung und Unterricht bieten auf der einen Seite, als auch die unerwünschten Wirkungen ihres Konsums auf der anderen Seite Gegenstand der Medienpädogik. Die Medienpädagogik habe damit verbundene Fragen theoretisch zu beantworten und praktische Lösungen dafür zu finden.

Ein großer Teil von Alfons Otto Schorbs Arbeit betraf die Einsatzmöglichkeiten moderner Medien in Unterricht und Bildung. Er leistete dazu Forschungsarbeit und entwickelte praktische Lösungen. Ein Beispiel ist die Reihe Lehrerkolleg im Bayerischen Fernsehen zur Lehrerfortbildung mit Begleitbüchern.

Ein weiteres Aufgabenfeld von Alfons Otto Schorbs Arbeit war die Analyse von Unterrichtssituationen mit Hilfe moderner Medien. Ein Verfahren der Unterrichtsmitschau, das weite Verbreitung fand, geht auf ihn zurück. Die damit erstellten Unterrichtsanalysen waren Grundlage für seine pädagogischen Forschungen. Die Ergebnisse fanden Eingang in die Lehrerbildung und waren richtungweisend für weitere pädagogische Untersuchungen.

Alfons Otto Schorb beriet als Gremienmitglied die Bayerische Staatsregierung in Fragen der Bildungsplanung und der Hochschulplanung. Darüber hinaus war er Mitglied in Gremien zur Erwachsenenbildung und zum Schulfernsehen des Bayerischen Fernsehens.

Schriften (Auswahl)

Monografien

Herausgeberbände

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Schorb, Alfons Otto. In: Werner Schuder (Hrsg.): Kürschners Deutscher Gelehrten-Kalender. Begründet von Joseph Kürschner. 10. Auflage. Teil 2: N–Z + Register. De Gruyter, Berlin 1966, OCLC 257208474, S. 2220. (books.google.de – eingeschränkte Ansicht).
  2. 1 2 3 4 5 6 Professor Alfons-Otto Schorb verstorben. PDF, 7.5 MB. In: Pressereferat der Ludwig-Maximilians-Universität München (Hrsg.): Pressemitteilung. 4. Februar 1983, abgerufen am 5. Juni 2023.
  3. 1 2 3 Jürgen Hüther: Alfons Otto Schorb (1921 - 1983). In: Medien + Erziehung Merz - Zeitschrift für Medienpädagogik. Band 47, Nr. 1, 2003, ISSN 0176-4918, S. 53–56.
Personendaten
NAME Schorb, Alfons Otto
ALTERNATIVNAMEN Schorb, Alfons O.; Schorb A. O.; Schorb, Alfons; Schorb, Alfons-Otto
KURZBESCHREIBUNG deutscher Bildungsforscher und Medienpädagoge
GEBURTSDATUM 7. August 1921
GEBURTSORT Forchheim bei Karlsruhe
STERBEDATUM 3. Februar 1983