Alfred Drexel

Alfred Drexel auf einem Foto von Luise Scherdel, um 1934

Alfred Drexel (* 2. Dezember 1900 in Türkheim; † 8. Juni 1934 am Nanga Parbat) war ein deutscher Bergsteiger, der als Maschinenbauingenieur bei der Deutschen Reichsbahn arbeitete.

Leben

Drexel wurde als Sohn des Bahnhofsvorstehers Otto Drexel aus Tussenhausen und dessen Ehefrau Maria, einer Tochter des Türkheimer Posthalters Anton Wiedemann, geboren. Die Familie wohnte im ersten Stock des Dienstgebäudes im Türkheimer Bahnhof, wo Otto Drexel als Oberinspektor der Bayerischen Staatseisenbahnen das Amt des Bahnhofsvorstehers innehatte. In den folgenden Jahren kamen zwei Schwestern und ein Bruder zur Welt. Mit dem Vater und dem Bruder Hans lernte Alfred Drexel als Kind die oberbayerischen und Allgäuer Berge kennen, ehe er zum Studium nach München ging.

Gedenkkreuz am Nanga Parbat (2005)

Nach dem Studienabschluss mit dem akademischen Grad eines Diplom-Ingenieurs ging Drexel in den Staatsdienst bei der Deutschen Reichsbahn, wo er zuletzt im Rang eines Reichsbahnrats als Leiter der Technischen Abteilung des Reichsbahn-Ausbesserungswerks München-Freimann tätig war. Er wohnte im ersten Obergeschoss des Hauses Occamstraße 23 in Schwabing.

1925 trat er der Akademischen Sektion München des Deutschen und Österreichischen Alpenvereins bei. 1929 wurde er zum 1. Vorsitzenden der Sektion gewählt und berichtete erstmals im Jahresbericht 1930. Am 24. Juli 1931 hielt er einen Vortrag über „Winterliche Zugspitzfahrten von einst und jetzt“.

Drexel kletterte in den Bergen unter anderem mit Leo Rittler und Hermann Rudy, mit Willo Welzenbach verband ihn eine Freundschaft.

Alfred Drexel starb an der „Märchenwiese“ im Lager II der Deutschen Nanga-Parbat-Expedition 1934, vermutlich an einem durch Höhenkrankheit verursachten Lungenödem, und wurde dort begraben.

Ehrungen

Nach Alfred Drexel sind Straßen in München und in seinem Geburtsort Türkheim benannt – dort verbindet die Alfred-Drexel-Straße die Ortsteile Türkheim-Bahnhof und Türkheim. Ebenfalls nach ihm benannt ist das Alfred-Drexel-Haus bei Samerberg, eine Berghütte des Eisenbahn-Sportvereins ESV München-Freimann. Auf dem Gelände des Ausbesserungswerks Freimann wurde 1935 ein Denkmal errichtet, das an ihn und die weiteren Todesopfer der Expedition erinnert, auch an die sechs einheimischen Träger.

Literatur

Commons: Alfred Drexel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Alois Epple, Ludwig Seitz: Alfred Drexel der Bergsteiger zum 60. Todestag. (pdf; 200 kB) In: Türkheimer Heimatblätter. Heft 16, 1994, abgerufen am 27. Januar 2023.
  2. ↑ Ralf-Peter Märtin: Nanga Parbat.
  3. ↑ Horst Höfler: Alfred Drexel und die Nanga Parbat – Tragödie. In: Bergsteiger. 2009, abgerufen am 27. Januar 2023.
  4. ↑ Alfred-Drexel-Haus. In: esvfreimann.org. Abgerufen am 27. Januar 2023.
  5. ↑ Drexel-Denkmal auf stadtgeschichte-muenchen.de, abgerufen am 16. Juni 2025
  6. ↑ undatierte Fotografie (Signatur DE-1992-FS-STB-0289-01 M) im Stadtarchiv München, abgerufen am 16. Juni 2025
Personendaten
NAME Drexel, Alfred
KURZBESCHREIBUNG deutscher Bergsteiger, Maschinenbauingenieur und Eisenbahn-Beamter
GEBURTSDATUM 2. Dezember 1900
GEBURTSORT Türkheim
STERBEDATUM 8. Juni 1934
STERBEORT am Nanga Parbat, Pakistan