Alfred Holzbrecher

Alfred Holzbrecher (* 1950 in Ravensburg) ist ein deutscher Erziehungswissenschaftler. Von 1999 bis 2013 war er Professor für Schulpädagogik und Allgemeine Didaktik an der Pädagogischen Hochschule Freiburg. Seine Arbeitsschwerpunkte liegen im Bereich der Interkulturellen und Globalen Bildung, der Subjektorientierten Didaktik sowie der Medienpädagogik und Fotopädagogik.

Leben und akademische Laufbahn

Alfred Holzbrecher studierte von 1969 bis 1975 Germanistik, Pädagogik und Katholische Theologie an der Universität Tübingen. Seine Staatsexamensarbeit trug den Titel Dritte Welt im Unterricht. Probleme einer praxisorientierten Curriculumentwicklung (1975). Anschließend entstand bis 1978 seine Dissertation Dritte Welt-Öffentlichkeitsarbeit als Lernprozeß. Zur politischen und pädagogischen Praxis von Aktionsgruppen.

Nach dem Studienreferendariat am Seminar Siegburg und dem Zweiten Staatsexamen (1979) war Holzbrecher bis 1995 als Studienrat am Heinrich-Böll-Gymnasium in Troisdorf tätig. Von 1995 bis 1999 wirkte er als Studienrat im Hochschuldienst an der Universität GH Essen im Fachbereich Pädagogik. In dieser Zeit entstand seine Habilitationsschrift Wahrnehmung des Anderen. Zur Didaktik Interkulturellen Lernens, auf deren Grundlage er 1996 habilitierte.

1999 folgte Holzbrecher dem Ruf an das Institut für Erziehungswissenschaft der Pädagogischen Hochschule Freiburg, wo er bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand 2013 als Professor für Schulpädagogik und Allgemeine Didaktik lehrte und forschte. Neben seiner Lehrtätigkeit übernahm er mehrere Jahre die Funktion des Institutsleiters sowie des Dekans der Bildungswissenschaftlichen Fakultät.

Forschungs- und Arbeitsschwerpunkte

Die wissenschaftliche Arbeit Holzbrechers umfasst folgende Schwerpunkte:

Ein besonderes Anliegen Holzbrechers war die Vernetzung der Hochschule mit lokalen Institutionen im Bereich der Kulturellen und Medienpädagogik im Bildungsraum Freiburg. In diesem Kontext entwickelte er einen Ansatz, der projektpädagogische Praxis mit medienpädagogischer Theoriebildung verbindet. Das von ihm ausgearbeitete bildhermeneutische Konzept – insbesondere im Umgang mit Kinder- und Jugendfotografien – bildet eine Methode der Praxisforschung und ein zentrales Element pädagogischer Professionalisierung.

Sein Ansatz zur Interkulturellen und Globalen Bildung ist dadurch gekennzeichnet, dass er diese kulturgeschichtlich fundiert und identitätstheoretische sowie ethnopsychoanalytische Perspektiven einbezieht. Holzbrecher plädiert für ein didaktisches Konzept, das durch Methoden der Kulturpädagogik biografisch nachhaltige Lernwege ermöglicht.

Publikationen (Auswahl)

Monografien
Herausgeberschaft

Holzbrecher hat außerdem ab 2006 zahlreiche Beiträge in Fachzeitschriften, Sammelwerken und online veröffentlicht.

Einzelnachweise

  1. ↑ Alfred Holzbrecher, PH Freiburg, mit vollständiger Bibliografie, abgerufen am 14. März 2026.
  2. ↑ Alfred Holzbrecher: Dritte Welt-Öffentlichkeitsarbeit als Lernprozeß. Zur politischen und pädagogischen Praxis von Aktionsgruppen. Haag+Herchen, Frankfurt 1978. Dissertation, Tübingen.
  3. 1 2 Alfred Holzbrecher, Website, abgerufen am 14. März 2026.
  4. ↑ Alfred Holzbrecher: Wahrnehmung des Anderen. Zur Didaktik interkulturellen Lernens. Leske+Budrich, Opladen 1997 (Habilitationsschrift, Universität Mainz).
  5. ↑ A. Holzbrecher / J. Schmolling (Hrsg.): Imaging. Digitale Fotografie in Schule und Jugendarbeit. VS-Verlag, Wiesbaden 2004; A. Holzbrecher / I. Oomen-Welke / J. Schmolling (Hrsg.): Foto + Text. Handbuch für die Bildungsarbeit. VS-Verlag, Wiesbaden 2006.
  6. ↑ Alfred Holzbrecher: Fotografie – Bildungsmedium und Forschungsperspektive. In: MedienPädagogik, H. 23 (Visuelle Kompetenz), Mai 2013. www.medienpaed.com/article/view/161 (abgerufen am 14. März 2026).
  7. ↑ Alfred Holzbrecher: Interkulturelle Pädagogik. Cornelsen, Berlin 2004.
  8. ↑ A. Holzbrecher / Ulf Over (Hrsg.): Handbuch Interkulturelle Schulentwicklung. Beltz, Weinheim/Basel 2015.
Personendaten
NAME Holzbrecher, Alfred
KURZBESCHREIBUNG deutscher Erziehungswissenschaftler
GEBURTSDATUM 1950
GEBURTSORT Ravensburg