Alfred Jean Halou

Alfred Jean Halou (* 20. Juni 1875 in Blois, Département Loir-et-Cher; † 1939 in Paris) war ein französischer Bildhauer des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts.

Leben und Werk

Alfred Jean Halou war ein Sohn des Bildhauers Alfred-Jean-Baptiste-Paul Halou (23. März 1829 – 5. Juli 1891) und begann seine Lehre mit 13 Jahren zunächst in der Werkstatt seines Vaters in Blois. Nach dessen Tod setzte er seine Ausbildung bei mehreren bedeutenden Vertretern der französischen Skulptur seiner Zeit fort: Er war Schüler von Alexandre Charpentier, Jules Dalou und Auguste Rodin, für den er Skulpturen ausführte. Laut Gaston Schneggs Recherchen besuchte Halou zudem die École des Beaux-Arts in Paris bei Alexandre Falguière und gehörte der sogenannten Bande à Schnegg an. Diesem Kreis um Gaston und Lucien Schnegg gehörten unter anderen Henry Arnold (1879–1945), Élisée Cavaillon (1873–1954), Ernest Chaplet (1835–1909), Louis Dejean (1872–1953), Charles Despiau (1874–1946), Léon-Ernest Drivier (1878–1951), Albert Marque (1872–1939), Auguste de Niederhäusern (1863–1913), François Pompon (1855–1933), Jane Poupelet (1878–1951), Yvonne Serruys (1873–1953) und Robert Wlérick (1882–1944) an.

Im Jahr 1907 erhielt er ein Reisestipendium. Er war Mitglied der Société nationale des beaux-arts und des Salon des Tuileries sowie Gründungsmitglied des Salon d’Automne. Halou beteiligte sich regelmäßig an den wichtigsten Pariser Salons. Er stellte von 1896 bis 1899 beim Salon de la Société Nationale des Beaux-Arts aus sowie von 1903 bis 1941 beim Salon d’Automne und von 1923 bis 1939 beim Salon des Tuileries. 1906 war er auf der Exposition coloniale in Marseille vertreten.

Zunächst widmete sich Halou dem Kunstgewerbe und der Kleinplastik, bevor er zur figürlichen Großplastik überging. Sein Werk umfasst allegorische und mythologische Darstellungen – darunter zahlreiche Frauenfiguren –, Porträts, Brunnenanlagen sowie Kriegsdenkmäler, insbesondere zum Deutsch-Französischen Krieg von 1870/71. Dafür verwendete er Bronze, Marmor, Stein, Gips und Terrakotta. Denkmäler entstanden unter anderem für die Städte Blois, Moirans und Monchy-le-Preux.

Ballerina (1913)

Werke in öffentlichem Besitz (Auswahl)

Literatur

Commons: Alfred Jean Halou – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Halou, Alfred Jean. In: Bénézit – Dictionary of artists. Band 6: Gémignani–Herring. Gründ, Paris 2006 (englisch, Textarchiv – Internet Archive – Leseprobe).
  2. ↑ Alfred Jean Halou (1875–1939). Galerie Malaquais, abgerufen am 15. September 2026.
  3. ↑ Michel Dufet: La Bande à Schnegg,. Hrsg.: Musée Bourdelle. Paris 1974.
  4. 1 2 De Gruyter (Hrsg.): Allgemeines Künstlerlexikon Online / Artists of the World Online. 2009.
Personendaten
NAME Halou, Alfred Jean
ALTERNATIVNAMEN Halou, Alfred-Jean-Ludovic (vollständiger Name); Halou, Jean; Halou, Jean Ludovic Alfred
KURZBESCHREIBUNG französischer Bildhauer
GEBURTSDATUM 20. Juni 1875
GEBURTSORT Blois
STERBEDATUM 1939
STERBEORT Paris